KDE läuft ohne installiert zu sein

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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Stephan Kraut
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KDE läuft ohne installiert zu sein

Beitrag von Stephan Kraut » 01.12.2006 23:10:25

Tach zusammen,
ich habe da mal wieder so eine komische Geschichte. Bin wie ihr wisst absolut absoluter Neuling. Ich habe debian etch per Netzinstallation installiert. Dabei habe ich leider die option "wenig Fragen" gewählt.
Soweit so gut alles läuft und ich kann sowohl gnome als auch kde benutzen. KDE zeigt beim starten Version 3.5.
Aus reiner Neugier habe ich in der synaptic Paketverwaltung nachgeschaut und siehe da es ist weder das kde noch das gnome Hauptpaket installiert. Viele kleinere kde/gnome Pakete ja (Spiele, Programme,lib usw.) aber das große Paket nein.
Ich will mich nicht beschweren es läuft la alles ... aber verstehen tue ich das nicht ...
einer von euch ?

Spasswolf
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Beitrag von Spasswolf » 01.12.2006 23:25:26

Die Pakete kde und gnome sind bloss Metapakete, die alle Komponenten des kde/gnome Desktops als Abhängigkeiten haben. Um ein funktionierendes Kde/Gnome zu installieren reicht es die Pakete kdebase/gnome-core zu installieren(das sind auch Metapakete).

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holgerw
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Beitrag von holgerw » 01.12.2006 23:26:21

Hi,

"kde" ist nur ein Metapaket. D.h., wenn Du es bei der Installation anwählst, zieht es alle anderen Kde relevanten Pakete mit sich. Es macht daher nichts, wenn dieses Paket nicht installiert ist.

Beste Grüße,
Holger

Stephan Kraut
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Beitrag von Stephan Kraut » 01.12.2006 23:34:51

Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich denke das habe ich verstanden. Aber dann ergibt sich die nächste Frage wie deinstalliere ich dann ein solches Paket. Ich weiß ja nicht welche Pakete dieses Metapaket mit sich gezogen hat (Hintergrund meine Entscheidung Gnome oder KDE ist gefallen ).
Geht es vielleicht so ..
Meta paket erst installieren, dann deinstallieren und hoffen das es die anderen Pakete mitnimmt ...

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holgerw
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Beitrag von holgerw » 01.12.2006 23:49:48

Stephan Kraut hat geschrieben:Geht es vielleicht so ..
Meta paket erst installieren, dann deinstallieren und hoffen das es die anderen Pakete mitnimmt ...
Hi,

das hängt vom Installationsprogramm ab. Hast Du apt-get zum Installieren verwendet, und entfernst damit dann das Metapaket, wird nur das deinstalliert, die anderen damit zusammenhängenden Pakete bleiben installiert. Hast Du hingegen aptitude verwendet, so müssten beim Entfernen des Metapaketes damit auch die damit zusammenhängenden Pakete wieder deinstalliert werden. Aptitude merkt sich sozusagen diese Abhängigkeiten.

Ich hoffe, das einigermaßen verständlich erklärt zu haben.

Beste Grüße,
Holger

P.S.: Dennoch verwende ich lieber apt-get, aptitude meint es, wie ich hier schon in einigen Threads gelesen habe, manchmal etwas zu gut und möchte bei bestimmten Aktionen schon mal gerne automatisch das halbe System deinstallieren.

Stephan Kraut
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Beitrag von Stephan Kraut » 01.12.2006 23:55:23

Deine Erklärung ist spitze Holger. Aber ich habe mich nicht verständlich ausgedrückt ..
Was mache ich im o.g. Fall. Ich habe ja keine Ahnung wie beim Aufsetzen des Systems gnome installiert wurde .. wie kann ich es jetzt komplett entfernen ...

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holgerw
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Beitrag von holgerw » 01.12.2006 23:59:31

Hmmm,

mit Gnome kenne ich mich nicht so gut aus, Du müsstest ein Paket deinstallieren, das für die restlichen Gnomeprogramme essentiell ist. Es gibt ein Paket mit Namen "gnome-libs-data", vielleicht ist es ein solches Kernpaket. Aber hier wird Dir sicherlich ein Gnome Anwender genaueres zu sagen können.

Beste Grüße,
Holger

Ellison

Beitrag von Ellison » 02.12.2006 09:27:29

libgnome2-0 scheint das Paket zu sein, was er sucht. Hatte das eben mal simuliert und alle Abhängigkeiten, die ebenfalls entfernt werden würden, wären die gesuchten
gnome-libs-data ist bei mir nicht mal installiert, trotz vollständiger Gnome Oberfläche

guennid

Beitrag von guennid » 02.12.2006 13:46:22

Möchte mich erstmal Holger anschließen, was aptitude angeht. Eine hundertprozentige Sicherheit, dass du gnome (oder kde) rückstandslos entfernt kriegst, gibt es nach meinem Kenntnisstand z.Z. für deine Situation nicht. Du kannst nur zielsicher die Datei deinstallieren, die noch am meisten vom Rest mit in den Orkus reißt. Beid kde wäre das etwa kdebase und bei gnome kannst du's ja mal mit der von marky genannten versuchen.

Für die Zukunft:
Nur Grundsystem installieren, danach sofort tasksel abbrechen und dann per apt-get weiterinstallieren, was Mensch so braucht.
Ich gehe immer so vor, dass ich grundsätzlich den Parameter -s (Simulation) verwende, bevor ich mit apt-get installiere. Und bevor ich wirklich ernst mache, schreib ich mir das Ergebnis mit

Code: Alles auswählen

apt-get -s install [Pakete] > [Textdatei]
in eine Textdatei. Dann weiß ich auch später noch, was ich installiert habe.
Verwaiste libs wirst du unabhängig davon jederzeit mit deborphan los.

Grüße, Günther

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Master Mayhem
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Beitrag von Master Mayhem » 02.12.2006 19:45:20

Nabend,

seid doch nicht so ungerecht aptitude gegenüber, das ist ein sehr gutes Paketverwaltungstool auf der Konsole. (auch wenn es keine superkuhkräfte hat)

Klar, wenn man das falsche Paket deinstalliert, will er automatisch das halbe System deinstallieren...ist doch klar, er will alle Abhängigkeiten wieder rückwärts auflösen, wobei es darauf ankommt, welches Programm diese angefordert hat. Bevor das ausgeführt wird, kann man die Pakete überprüfen, die mit deinstalliert werden, und kann per l (für list=suchen) und eingabe von ~b für alle broken suchen, was danach nicht mehr funktionieren wird, und die Pakete installiert lassen. Ebenso kann man in jeder Paketbeschreibung nachlesen, wovon es abhängig ist, oder welche Pakete von diesem abhängig sind. Dazu kann man Pakete jederzeit als automatisch, oder nicht automatisch Kennzeichnen. Bei Paketen, die auf automatisch stehen bewirkt nicht automatisch, dass dieses bei der Deinstallation, des Paketes, welches das jetzt nicht automatisch markierte Paket angefordert hat, nicht mit deinstalliert wird. An welches Paket sich ein nicht automatisches Paket hängt, wenn man es auf automatisch setzt hab ich noch nicht ausprobiert.

Insgesamt eine sehr sinnvolle Paketverwaltung, die mittlerweile sehr gut funktioniert - und nicht umsonst setzt der etch installer auch voll auf aptitude, deswegen werden die meisten Pakete auch von aptitude installiert worden sein. Bleibt nur die Frage, wie der Installer diese ausgewählt hat, anscheinend nur mit wenigen metapaketen, d.h. die suche nach der lib, von der die meisten Programme abhängen ist schon gut. Dabei kann ich aber leider nicht helfen, bin enlightenment user.

mfg tyler

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Beitrag von beta1 » 02.12.2006 22:46:55

Hallo

ich kann nur Master Mayhem zustimmen:

Aptitude ist besser :P

http://wiki.debianforum.de/SoftwareVerw ... deVsAptGet :wink:

mfg

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Beitrag von holgerw » 02.12.2006 23:54:30

Hi,

zum Beispiel sieht Mr_Snede das aber ganz anders mit aptitude, egal, was im Wiki steht:
http://www.debianforum.de/forum/viewtopic.php?t=75179

Auch ich werde weiterhin apt-get benutzen.

Nichts für ungut,
Holger

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