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BPjS-Klage geplant
Verfasst: 02.03.2003 10:58:27
von krisch@n
Die Initiative gegen die Indizierung von Computerspielen
plant eine Klage gegen die BPjS.
Mehr Infos und eine Unterschriftenliste gibts unter:
http://www.bpjs-klage.de
Was haltet ihr davon?
Verfasst: 02.03.2003 14:02:37
von BlackEagle
Wurde aber langsam auch Zeit!

Wenn man die Sache mal von der wirtschaftlichen Seite betrachtet ist doch das Übelste was einem Spielepublisher passieren kann die Indizierung!!!
Ich meine selbst der Volkssport "Brennen" fügt den Games-Herstellern nicht so großen wirtschaftlichen Schaden zu.
Grüße, BlackEagle.
Verfasst: 02.03.2003 15:58:24
von abi
hm naja schön, aber ich glaube kaum das es durchkommt.
Andernfalls habe ich nichts gegen indizierung, es gibt schon genug Gewalt in den Medien, da muss man nicht auch noch durch übertriebene Splatterspiele Einfluss auf die Jugend nehmen.
(nicht das ihr mich jetzt falsch versteht, ich zock auch ab und an nette 3D Shooter

)
Verfasst: 02.03.2003 16:16:00
von julien
naja aber gerade durch die indizierungen werden die leute erst richtig heiß auf die spiele

Verfasst: 02.03.2003 19:38:41
von suntsu
Ich denke ein Staat sollte die Soziale verantwortung von eltern nicht von einer suspekten Bundesstelle übernehmen lassen.
Auch denke ich das wenn ein Kind viel gewalttätig Medien konsumiert, und daneben ein gutes soziales umfeld hat(Eltern,andere Kinder), nicht zu einem Massenmörder mutieren kann.
Ich habe mit 12 mit wolfenstein angefangen, und dann so zielmlich alle solchen Spiele gespielt und habe deshalb noch keine Probleme.
Alles imo versteht sich.
Ich hoffe die kommen mit der Klage durch.
gruss
manuel
Verfasst: 03.03.2003 08:30:15
von pcm
suntsu hat geschrieben:Ich denke ein Staat sollte die Soziale verantwortung von eltern nicht von einer suspekten Bundesstelle übernehmen lassen.
Auch denke ich das wenn ein Kind viel gewalttätig Medien konsumiert, und daneben ein gutes soziales umfeld hat(Eltern,andere Kinder), nicht zu einem Massenmörder mutieren kann.
Ich habe mit 12 mit wolfenstein angefangen, und dann so zielmlich alle solchen Spiele gespielt und habe deshalb noch keine Probleme.
Alles imo versteht sich.
Ich hoffe die kommen mit der Klage durch.
fullack.
mit 11 hab ich das erstmal wolfenstein gespielt, doom und co folgten. aus mir is kein gewaltätiger mensch geworden. außerdem gibt es immer mittel und wege an solche spiele heranzukommen. ich finde die bpjs überflüssig und wenn sie das schon durch ziehen dann sollten sie es richtig tun, schliesslich wurden manche titel die "gewalt verherrlichen" gar nicht indiziert. ich hoffe sie kommen durch mit der klage!
bye pcm
Verfasst: 03.03.2003 09:08:14
von Natas12
gewalt ist nun mal etwas faszinierendes. gewalt macht (auch) spaß - auch wenn das einige leute der bpjs nicht einsehen wollen. zudem ist das ein akt der zensur: menschen sollen etwas nicht zu sehen bekommen. entscheiden tun das dann aber nicht die konsumenten selbst, sondern natürlich der "souverän". mit dem selben argument der bpjs kann man letztendlich alles indizieren, es müssen nur die richtigen rahmenbedingungen existieren.
by the way: ich habe doom I und II im nightmare-modus durchgespielt, dennoch habe ich nie auch nur einer fliege was zuleide getan... und mit dem selben genuß werde ich doom III spielen, nachdem die alpha schon für entzückung gesorgt hat....
gruß
natas12
ps: spiele verbieten aber gleichzeitig kriege führen wollen... (afghanistan, jugoslawien und - trotz aller widerworte - irak)?!? das passt doch irgendwie nicht zusammen, oder?
Verfasst: 03.03.2003 10:08:24
von Beowulf666
imho ist ein gewisser Jugendschutz aber troztdem notwendig. Eine Indizierung schiesst aber eindeutig über das Ziel hinaus. Das ist kein Jugendschutz mehr, sondern eine Zensur des Staates. Gerade die Indizierung macht aber nochmal so richtig Wirbel für Games wie RTCW.
Eine vernünftige Alterseinstufung wäre imho wesentlich angebrachter als das strikte Verbieten von allem, was der aktuellen Politik nicht passt.
Gewalttätige Spiele werden zwar mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht für ein zweites Erfurt sorgen, genauso, wie Spiele nicht für das erste verantwortlich waren. Aber um so etwas zu verhindern, muss erstmal was in den Köpfen der Eltern, Lehrer und Politiker passieren. Wenn ein Kind in einer "normalen" Umgebung aufwächst, kann so etwas nicht passieren.
Aber das würde ja evtl. Geld kosten oder Mühe machen. Insofern: verbieten wir doch einfach PC-Spiele und fühlen wir uns wohl.
Mehr als Gewissensberuhigung ist die BPJS nicht.
CU
Martin der auch mit 12 Wolfenstein gespielt hat.
ps: sorry, wenn das nen bisschen durcheinander ist, aber bei dem Thema BPJS steigt irgendwie mein Blutdruck ins endlose...
Verfasst: 03.03.2003 10:42:42
von Steffen
auch ich hab viele meiner "jugend"stunden mit games ala wolfenstein verbracht und auch mir hats nicht geschadet. Gealt ist heute überall und in meinen Augen ist ein Jugendlicher durchaus in der Lage zwischen der Realität und einem Spiel zu unterscheiden.
Leider stellen solche spiele für Eltern und Politiker eine rasche Erklärungsmöglichkeit für Vorfälle wie Erfurt dar ... der hat Computer gespielt ... böse Spiele ... alles verbieten - das macht kinder zu Mördern. Niemand muß sich mit den eigentlichen Ursachen auseinandersetzten. Die Eltern brauchen sich nicht vorwerfen in ihrer Erziehung etwas vollkommen falsch gemacht zu haben und die Politiker müssen ihre Familienpolitik auch nicht überdenken.
Meiner Meinung nach muß in unserer Gesellschaft wieder ein Umdenken stattfinden. Familie sollte wieder eine stärkere Bedeutung zukommen, viel zu viele Eltern denken, wie leider viele in unserer Gesellschaft, nur an sich. Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt der soziale Rückhalt den von jeher die Familie geboten hat. Es fehlen vertrauenswürdige Gesprächspersonen, viele Kinder und Jugendliche sind zu früh auf sich allein gestellt. Eltern denken, für Erziehung ist Schule da - was wohl der Irrtum schlechthin ist.
Hier müssen auch die politischen Rahmenbedingungen angepasst werden, stichwort, vereinbarkeit von Familie und Beruf und familiärer Zusammenhalt sollte auch wieder etwas gelten. Keine, aber auch gar keine Indizierung wird etwas ändern. Es ist in meinen Augen die Aufgabe der Eltern zu hinterfragen - sagmal was spielst du da - und Konsequenzen zu ziehen. Viel zu viele verlassen sich darauf, dass es der Staat schon richtig entscheiden wird und so interessiert keinen, was sein Kind spielt und was es sich Sonntag morgens im Fernsehen anschaut, hauptsache ich hab meine Ruhe und kann ausschlafen.
Also geb nicht irgendwelchen Computerspielen die Schuld, für das, was ihr selbst falsch gemacht und gar nicht gemacht habt (-> Politiker), sondern packt die Wirklichen Probleme an ... was leider momentan kein Politiker tut.
sorry, wenn ich zum schluß etwas ot war ...
Verfasst: 03.03.2003 11:43:26
von chimaera
Beowulf666 hat geschrieben:Das ist kein Jugendschutz mehr, sondern eine Zensur des Staates. Gerade die Indizierung macht aber nochmal so richtig Wirbel für Games wie RTCW.
naja, das ist nicht wirklich stimmig..
Steffen hat geschrieben:in meinen Augen ist ein Jugendlicher durchaus in der Lage zwischen der Realität und einem Spiel zu unterscheiden.
das kommt wohl auf den jugendlichen an! imho kann der >5h/tag vor der kiste massenmordende nicht unbedingt unterscheiden.. dazu kommt:
..familie sollte wieder eine stärkere Bedeutung zukommen, viel zu viele Eltern denken, wie leider viele in unserer Gesellschaft, nur an sich. Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt der soziale Rückhalt den von jeher die Familie geboten hat. Es fehlen vertrauenswürdige Gesprächspersonen, viele Kinder und Jugendliche sind zu früh auf sich allein gestellt
..ack, wenn das auch stark vereinfacht und reduziert dargestellt ist. je nachdem welche ausmasse diese 'vernachlässigung' annimmt, wiederspricht es wieder der aussage, jugendliche könnten unterscheiden.. wie soll ein junger mensch unterscheiden, wenn er nichts anderes mitbekommt? das klischee-grossstadtkind? die milch kommt aus dem supermarkt und ferien auf dem bauernhof kommen einem kulturschock gleich? wie kann er soziale fähigkeiten lernen, wie ausüben? klar, ist das ein klischee, aber es gibt genügend menschen, die so ein klischee ausüllen.
es liegt in der verantwortung des umfeldes, insbesondere des 'erwachsenen' und somit scheinbar 'vernünftigen'. wenn ich mir aber die meisten 'erwachsenen' anschaue.. da findet sich nicht viel 'erwachsenes', wenig verantwortung und ebenso wenig vernunft. woher soll es die jugend also nehmen?
wie von den anderen schreiberlingen in diesem thread schon erwähnt: das problem sind weder fernsehen, noch computerspielen: es ist die soziale kompetenz unserer doch recht kalten und viel zu leitungsorientierten gesellschaft. wenn grundbedürfnisse nicht befriedigt werden können, muss kompensiert werden..
Verfasst: 03.03.2003 12:00:17
von Beowulf666
chimaera hat geschrieben:Beowulf666 hat geschrieben:Das ist kein Jugendschutz mehr, sondern eine Zensur des Staates. Gerade die Indizierung macht aber nochmal so richtig Wirbel für Games wie RTCW.
naja, das ist nicht wirklich stimmig..
wieso ist dass nicht stimmig?
Es ist eine zensur, da die legale Verbreitung eines indizierten Mediums so gut wie unterbunden ist. Andererseits ist eine Indizierung ein Anreiz, die Games zu spielen. Auf dem Schulhof interessiert doch eh nicht, ob das Game käuflich erworben wurde, da wird getauscht. Insofern ist eine zensur des Staates und eine Förderung solcher Spiele kein Widerspruch, da sich diese Werbung auf den Schwarzmarkt bezieht.
CU
Martin
Verfasst: 03.03.2003 12:08:45
von chimaera
Beowulf666 hat geschrieben:
Es ist eine zensur, da die legale Verbreitung eines indizierten Mediums so gut wie unterbunden ist.
weil das keine zensur, sondern eine indizierung ist! warum, glaubst du, stehen keine hardcore-streifen bei aldi an der kasse? wieso dürfen <18 nicht in videotheken, oder nur in familien-videotheken, in denen die pornos, indizierten spiele & filme in einem separee stehen? jeder der möchte und über 18 ist, kommt ohne probleme an indiziertes material, weil es halt lediglich nicht angeboten werden darf, wo jugendliche verkehren..
Verfasst: 03.03.2003 13:00:09
von Beowulf666
chimaera hat geschrieben: jeder der möchte und über 18 ist, kommt ohne probleme an indiziertes material, weil es halt lediglich nicht angeboten werden darf, wo jugendliche verkehren..
Und genau das ist imho ein Trugschluss, da der Verkauf von indizierten Medien so stark eingeschränkt ist, dass es auch für Erwachsene so gut wie unmöglich ist, an indizierte Spiele zu kommen. Für den Handel rentiert sich der Verkauf indizierter Spiele nicht mehr, eine Bericherstattung von Zeitschriften über indizierte Spiele ist fast komplett unterbunden, da eine Beurteilung als Werbung ausgelegt werden kann. Die einzige Möglichkeit, an indizierte Spiele (ich rede hier nicht von Videos, die bekommt man ja noch z.b. über Videotheken) zu kommen, ist der kleine PC Spielehandel von nebenan, den es aber durch den Preiskampf von Saturn, Mediamarkt etc. auch kaum noch gibt.
Desweiteren ist die Indizierung dieser Spiele absolut undurchsichtig. Die Prüfer bewerten diese Spiele anhand ihrer eigenen Moralvorstellungen. Es ist nicht möglich, die Indizierung vorherzusagen. Siehe Unterschied Counterstrike - UnrealTournament2003. Counterstrike ist nicht indiziert, obwohl man mit den Bots ein ähnliches Spielerlebnis hat, wie mit UnrealTournament2003.
Deshalb rede ich hier von Zensur und nicht von Jugendschutz.
Verfasst: 03.03.2003 13:55:46
von chimaera
die indizierten spiele stehen auch in der videothek, bei media-markt und in vielen anderen läden, kann man sich sowas bestellen lassen.. und dann war da noch das internet.
wenn sich vertriebsfirmen durch die indizierung abschrecken lassen, ist es ihr problem, nicht das des gesetzgebers.
Verfasst: 03.03.2003 14:29:28
von Beowulf666
nö. stimmt nicht. Der Vertrieb von indizierten Medien durch den Versandhandel ist verboten.
Und ich hab noch nicht viele Läden gefunden, bei denen man indizierte Spiele kaufen konnte, die Antwort der meisten ist: "Rentiert sich für uns nicht, zu wenig Nachfrage. Also bestellen wir das nicht extra."
Kann ja sein, dass du da andere Erfahrungen gemacht hast. Aber ich kann nunmal nur auf meinen Erfahrungsschatz zu indizierten Medien zurückgreifen.

Verfasst: 03.03.2003 16:39:32
von nickers
Wurde aber langsam auch Zeit! Wenn man die Sache mal von der wirtschaftlichen Seite betrachtet ist doch das Übelste was einem Spielepublisher passieren kann die Indizierung!!!
Bei den meisten Spielen ist die mögliche Indizierung doch von vornherein abzusehen. Der Spielehersteller muß doch selbst entscheiden in wie weit er Gewalt in seinen Produkten unterbringt. Bei UT2003 ist es das einzige Ziel Lebewesen zu töten, also ist ein Verbot der Abgabe an Personen unter 18 Jahren für mich gerechtfertigt. Im Mehrspielermodus von C&C Generals ist das primäre Ziel Massenvernichtungswaffen zu entwickeln und damit seine Gegner zu vernichten, die ausnahmslos Menschen sind - Indizierung gerechtfertigt.
Wenn ein Spielehersteller nicht möchte, das ein Spiel auf den Index kommt, stellt er ein Spiel her in dem es nicht um Gewalt geht.
Verfasst: 03.03.2003 16:52:37
von Beowulf666
nickers hat geschrieben:
Bei den meisten Spielen ist die mögliche Indizierung doch von vornherein abzusehen. Der Spielehersteller muß doch selbst entscheiden in wie weit er Gewalt in seinen Produkten unterbringt. Bei UT2003 ist es das einzige Ziel Lebewesen zu töten, also ist ein Verbot der Abgabe an Personen unter 18 Jahren für mich gerechtfertigt. Im Mehrspielermodus von C&C Generals ist das primäre Ziel Massenvernichtungswaffen zu entwickeln und damit seine Gegner zu vernichten, die ausnahmslos Menschen sind - Indizierung gerechtfertigt.
Stimmt. Aber hier geht es nicht um ein Abgabeverbot an unter 18Jährige, hier geht es um die Indizierung und die damit verbundenen Probleme, wie die Erreichbarkeit solcher Spiele für Erwachsene. Somit können auch die Eltern nicht mehr entscheiden, ob sie ihren Kindern solche Spiele überlassen. Und dass halte ich persönlich für eine Fehlentwicklung.
nickers hat geschrieben:Wenn ein Spielehersteller nicht möchte, das ein Spiel auf den Index kommt, stellt er ein Spiel her in dem es nicht um Gewalt geht.
Cool. Dann sind irgendwann alle Spiele indiziert, bei denen Gewalt eine Lösung sein kann.
Das aber schliesst auch Spiele wie z.b. Need for Speed ein (man kann Gegner von der Strasse schubsen), ebenso wie sämtliche Strategiespiele. Ist vielleicht ein bisschen überspitzt, aber der ganzen Diskussion könnte man durch eine Abschaffung der Indizierung abhelfen. Wenn dann noch ein vernünftigen Altersstufensystem etabliert wird, das nach klar definierten Kriterien arbeitet, hat eigentlich auch keiner zu meckern.
CU
Martin
Verfasst: 03.03.2003 17:13:00
von nickers
Wenn dann noch ein vernünftigen Altersstufensystem etabliert wird, das nach klar definierten Kriterien arbeitet, hat eigentlich auch keiner zu meckern.
Das stellt aber nicht sicher das Jugendliche unter 18 Jahren nicht an diese Spielen kommen. Die Eltern der meisten Kinder entscheiden nicht welche Spiele in den Kinderzimmern liegen, sondern die Kinder entscheiden dies.
In der DDR war die einzige Möglichkeit an Zigaretten zu kommen, das man in einen Laden ging und nachweisen mußte das man über 16 ist. Hat uns das aber davon abgehalten mit 14 zu rauchen? Und unsere Eltern konnten das schon garnicht kontrollieren.
Wenn also ein Spiel in so starkem Maße einen gewaltsamen Charakter hat, das der Zugang durch Minderjährige verhindert werden muß, ist der einzige Weg eine Indizierung. Diese ist am ehesten in der Lage ein Inumlaufbringen zu vermeiden und fordert vor allem die Hersteller auf, in Zukunft über den Inhalt ihrer Spiele nachzudenken.
Das aber schliesst auch Spiele wie z.b. Need for Speed ein (man kann Gegner von der Strasse schubsen), ebenso wie sämtliche Strategiespiele. Ist vielleicht ein bisschen überspitzt, aber der ganzen Diskussion könnte man durch eine Abschaffung der Indizierung abhelfen.
Gewalt sollte hier nicht einfach pauschalisiert werden, Silkworm war seinerzeit auch gewaltsam, man mußte mit Kanonen und Raketen seine Gegner aus dem Weg räumen. Der Sinn des Spieles war aber wesentlich mehr auf Geschicklichkeit ausgelegt, als auf's Töten. Genauso geht es in Autorennen eher um Geschicklichkeit als um Mord, weshalb Need for Speed bei dieser Diskussion getrost außenvor gelassen werden kann. Genauso sind die meisten Strategiespiel so angelegt, das strategisches Denken gefordert und gefördert wird (deshalb wohl auch der Name). Die Darstellung von Krieg als solchem soll ja nicht verboten werden, sondern lediglich die extreme Darstellung von Gewalt an Lebewesen.
Cool. Dann sind irgendwann alle Spiele indiziert, bei denen Gewalt eine Lösung sein kann.
Bei den problematischen Spielen ist Gewalt nicht einfach eine, sondern die einzige Lösung.
Verfasst: 03.03.2003 17:55:39
von Beowulf666
nickers hat geschrieben:
Das stellt aber nicht sicher das Jugendliche unter 18 Jahren nicht an diese Spielen kommen. Die Eltern der meisten Kinder entscheiden nicht welche Spiele in den Kinderzimmern liegen, sondern die Kinder entscheiden dies.
In der DDR war die einzige Möglichkeit an Zigaretten zu kommen, das man in einen Laden ging und nachweisen mußte das man über 16 ist. Hat uns das aber davon abgehalten mit 14 zu rauchen? Und unsere Eltern konnten das schon garnicht kontrollieren.
Stimmt, es wird dadurch nicht sichergestellt, das Kinder und Jugendliche nicht anderartige Spiele kommen. Dadurch hat der Staat aber imho seine Schuldigkeit in Bezug auf den Jugendschutz getan.
Aber wenn man sich mal realistisch die Schulhöfe anguckt, sind ein Grossteil der Raubkopien, die dort kursieren (k.a., ob das immer noch so ist, bei mir war das zumindest so) indizierte Spiele.
Die Indizierung als Mittel des Jugendschutzes hat dadurch versagt.
Die Spiele und Filme werden als Raubkopien getauscht, legales Erwerben ist nicht mehr möglich. Und Kinder und Jugendliche werden durch nichts abgehalten, Es leidet nur das Rechtsbewusstsein.
Diese ist am ehesten in der Lage ein Inumlaufbringen zu vermeiden und fordert vor allem die Hersteller auf, in Zukunft über den Inhalt ihrer Spiele nachzudenken.
Weshalb sollten die? Wenn ein PC Spiele Hersteller ein Spiel für Erwachsene herstellen möchte, in dem Gewalt die Lösung ist, wollen wir ihm das dann aus ideologischen und moralischen Gründen verwehren?
Verfasst: 03.03.2003 18:06:12
von nickers
Wenn ein PC Spiele Hersteller ein Spiel für Erwachsene herstellen möchte, in dem Gewalt die Lösung ist, wollen wir ihm das dann aus ideologischen und moralischen Gründen verwehren?
Ob wir das wollen möchte ich mal bezweifeln, ich für meinen Teil würde es. Dies ist aber ein eher politisches Problem und wohl kaum noch für dieses Forum geeignet, es geht dabei in keinster Weise mehr um Computer, sondern um das Recht auf Selbstbestimmung der Bürger und die Beschneidung desselben, wenn das Wohl der Allgemeinheit Schaden nehmen würde.
Verfasst: 03.03.2003 18:15:09
von Beowulf666
ok, da hab ich ne andere Meinung zu. Aber lassen wir das.
CU
Martin
Verfasst: 05.03.2003 09:51:54
von x-eniac
Ich hab das Problem nicht.
Es gibt zwar auch Altersfreigaben in Österreich, die wir lustiger Weise gleich von den Deutschen übernehmen. Es gibt aber keine Spiele die verboten sind, oder indiziert werden.
Return to Castle Wolfenstein, Quake III, C&C, UT2003 u.s.w. liegt bei uns in der Deutschen wie auch im US Original in den Regalen. Direkt neben "Ariels Print Studio" von Disney. Auch das Bewerben ist nicht verboten.
Wie sehr die Verkäufer dabei auf die Altersfreigabe schauen könnt ihr euch ja denken.
Ich hab mir mit 13 Jahren Quake 1 gekauft, das ab 18 war.
Achja das original Wolfenstein war auch in Österreich nur illegal zu erwerben. Schließlich hat es ja etwas mit Wiederbetätigung zu tun. Ich finde es gut wenn eine Nation versucht aus ihren Fehlern zu lernen, nur das sollten sie dann ernsthaft angehen. Asylanten foltern und aussetzen, aber dafür "Nazi Spiele" verbieten ist der falsche Weg.
Verfasst: 05.03.2003 10:08:42
von Beowulf666
@ x-eniac: *zustimm*
Da wird imho die naheliegenste Lösung gewählt, nämlich das Verbieten von Medien.
Die eigentlichen Ursachen für z.b. Erfurt liegen z.b. in kaputten Familienverhältnissen und zu wenig Unterstützung in der Schule. Aber die Indizierung ist nunmal einfacher und billiger, als was fürs Bildungssystem zu tun.
Verfasst: 05.03.2003 11:17:07
von nickers
Ich hab mir mit 13 Jahren Quake 1 gekauft, das ab 18 war.
Das sind also die Auswirkungen von Altersbegrenzungen, ist ja interessant.
Die eigentlichen Ursachen für z.b. Erfurt liegen z.b. in kaputten Familienverhältnissen und zu wenig Unterstützung in der Schule. Aber die Indizierung ist nunmal einfacher und billiger, als was fürs Bildungssystem zu tun.
Das streitet ja selbst Nick nicht ab, Computerspiele sind natürlich nicht allein Schuld an Massakern wie Littleton oder Erfurt, außerdem gibt's diese Amokläufe schon länger als es Computerspiele gibt.
Ich halte es trotzdem nicht für angebracht, das Jugendliche und Kinder Zugang zu Computerspielen haben in denen das einzige Spielziel ist Lebewesen zu töten. Da gerade Kinder die Eindrücke aus Computerspiele anders verarbeiten und nicht immer in der Lage sind diese von realen Geschehnissen zu trennen, ist es unverantwortlich diesen solche Computerspiele zu überlassen.
Natürlich ist es nicht die große Masse die von Gewalt irritiert wird, leider lassen sich die gefährdeten Charaktere aber vorher nicht filtern.
Achja das original Wolfenstein war auch in Österreich nur illegal zu erwerben.
Da fragt sich der Leser wozu man ein Computerspiel braucht in dem statt nichtssagenden Symbolen, Hakenkreuze an den Wänden hängen?
Gewaltverherrlichende Spiele so behandeln wie Pornographie
Verfasst: 05.03.2003 13:23:08
von Ruhollah
Indizirung halte ich für eine Bevormundung der Verbraucher und der Eltern. Ich persönlich spiele gewaltverherrlichende Spiele überhaupt nicht. Hätte ich Kinder, verböte ich meinen Kindern ebenfalls solche Spiele.
Dass solche Spiele keinen Einfluss auf Kinder nehmen, halte ich für ein billiges Gerücht. Aber Verbote durch den Staat bringen da nicht viel. Viel wichtiger sind da die Eltern, die mit guten Beispiel vorangehen und die eigenen Kinder aufklären. Leider ist das die Schieflage in der Gesellschaft. Das Alt-68er-Prinzip der antiautoritären Erziehung hat sich leider sehr weit durchgesetzt: Man lässt Kindern alle Erfahrungen machen, die es machen will. Wenn es mit zwölf rauchen will, lässt man es machen. Suff ab 14 wird sogar z. T. gefördert. Und bei gewaltverherrlichenden Spielen schauen die Eltern weg. VerkäuferInnen verkaufen selbst an Kindern Schnaps und Zigaretten.
Gewaltverherrlichende Spiele sollten zwar nicht verboten werden, aber sie an Kindern nicht mehr verkauft werden, ähnlich wie bei Pornos, Alkohol und Zigaretten. Leider ist das Verbot, Tabakwaren und Zigaretten an Kinder zu verkaufen, sehr schwach durchgesetzt.