Erfahrungen mit Gentoo?

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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stevens
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Erfahrungen mit Gentoo?

Beitrag von stevens » 16.02.2006 14:38:14

Hallo Zusammen.

Mein erstes regelmässig auf dem Desktop eingesetzte Debian-System war Potato. Zum Hauptbetriebssystem wurde Linux aber mit dem ersten Ubuntu-Release, von welchem ich dann zur Veröffentlichung von Sarge wieder zu Debian wechselte. Das lag vor allem daran, dass ich nicht alle 6 Monate das System neu aufsetzen wollte (da Upgrade-Versuche mehr schlecht als recht funktionierten) und man dem System irgendwie auch anmerkte, dass es mit der heissen Nadel gestrickt war.

Nun ist Debian zwar superstabil und ich bin soweit auch zufrieden, aber die Aktualität der Systemkomponenten hält sich ja doch arg in Grenzen. Nun schwärmt manch einer von Gentoo, weshalb ich mal im Gentoo-Forum nachgefragt habe, wie es denn mit der Stabilität des Systems aussieht und ob sich dort Abhängigkeiten auch so einfach managen lassen wie mit Aptitude. Also automatische Auflösung von Abhängigkeiten und Deinstallation von nicht mehr verwendeten Paketen.

Die Gentoo Community reagierte auch äusserst flott, freundlich und hilfreich, nur halt wahrscheinlich etwas parteiisch, weshalb ich zusätzlich auch hier mal anfragen wollte, wer denn schon Erfahrungen mit Gentoo gemacht hat und inwiefern es einem Debian-System auf dem Desktop vorzuziehen wäre oder eben nicht.
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Gimli
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Beitrag von Gimli » 16.02.2006 14:43:02

Gentoo ist echt top, hab das hier installiert.

Installation ist nicht so einfach wie die von Debian, aber die Dokumentation und die Community sind klasse!
Mir gefällt es eigentlich sehr gut. Ich benutze es nur deshalb nicht als Hauptsystem, weil die Programme kompilliert werden müssen. Das braucht eben einiges an Zeit, wenn man das system aktuell halten will. Das ist so ziemlich der einzige Grund, weshalb ich derzeit noch Debian vorziehe, die Installation von programmen dauert nicht so lange.

mfg Gimli

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 16.02.2006 15:01:19

Gentoo gehört neben Debian sicherlich zu den "besten" Distris mit Linux Kernel. Beide haben Vor und Nachteile - "besser" ist also keine der beiden.

Was auch noch sehr gut ist:
freeBSD und OpenBSD

Ich denke das diese vier alle sehr gut sind. Ihnen nach folgt mit großem Abstand das Suse, RedHat Zeug usw.

Über AIX & Co kann ich gar nichts sagen - damit hatte ich noch keinen Kontakt - wozu auch?

Am Besten gefällt mir jedoch Debian - ohne Erklärung ;)

markus

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stevens
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Beitrag von stevens » 16.02.2006 15:54:24

@Gimli: Hm. Ich dachte, für sowas gibts vorkompilierte Pakete? Wenn wirklich nur die Geschwindigkeit beim Aktualisieren des Systems den Ausschlag zu Debian gibt, könnte man doch einfach die vorkompilierten Pakete verwenden (wie man's ja bei debian auch tut)? Oder ist das nur die Basis-Installation, für welche man auf vorkompilierte Pakete zurückgreifen kann?

@meandtheshell:

Mir sagen SuSE, RedHat/Fedora und Mandrake eben auch nicht zu. Da empfand ich Debian stets als aushoch überlegen. Aber Gentoo klingt halt wirklich noch interessant.

Gegen BSD lässt sich bestimmt auch nichts sagen, aber für den Desktop ists dann dann wohl doch eher weniger ;-)
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for_maniac
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Beitrag von for_maniac » 16.02.2006 17:03:36

Die Anleitung von Gentoo ist echt Spitze ich finde sie besser als alles was ich bisher zu Debian gefunden habe. Damit lassen sich auch die Problem gut umschiffen die ich in meinen Thread beschrieben habe: http://www.debianforum.de/forum/viewtopic.php?t=62602

Jetzt kommt das große aber: Das kompillieren dauert mir persönlich einfach zu lange deshalb verwende ich es auch nicht.

MFG for_maniac

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Beitrag von meandtheshell » 16.02.2006 17:24:27

stevens hat geschrieben: Mir sagen SuSE, RedHat/Fedora und Mandrake eben auch nicht zu. Da empfand ich Debian stets als aushoch überlegen. Aber Gentoo klingt halt wirklich noch interessant.
Ja

ein Debian Fanat bin ich auch nicht - ich finde es eben einfach gut. Im Grunde haben die Menschen die sich dort und da engagieren sehr viel gemeinsam. Viele welchseln oft hin und her was gut ist da es zu regen Austausch von Ideen usw. führt.

Ein jeder hat aber denke ich früher oder später einen Fix Punkt am Himmel - meiner ist definitiv Debian.
Wie gesagt es schadet nie hie und da einmal die Nase hineinzustecken solange es nicht Suse & Co ist; das halte ich für Zeitverschwendung ...

An den kompilier Orgien unter Gentoo ist schon was dran ... dem einen gefällt es dem anderen nicht.

markus

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Beitrag von meandtheshell » 16.02.2006 17:28:48

stevens hat geschrieben: Gegen BSD lässt sich bestimmt auch nichts sagen, aber für den Desktop ists dann dann wohl doch eher weniger
ja ich denke das kann man sagen - auf den Einsatz Zweck kommt es an ...

Ein Linux Kernel kann z.B. beim Firewalling mit OpenBSD wieder nicht mithalten für den Desktop finde ich Debian wieder viel besser usw.

Für v2.7 will man aber AFAIK in Sachen Security an OpenBSD anschließen ...

Die Aussagen sind alle subjektiv - meine Meinung eben - in groben Zügen stimmt es aber denke ich schon.

markus

junior
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Beitrag von junior » 17.02.2006 01:50:10

Gentoo war meine allererste Distri. Hatte aber auch eine nette Mitbewohnerin, die mir bei vielen Dingen geholfen hat. Das war vor eineinhalb Jahren.

Nach einem halben Jahr hatte ich keine Lust mehr auf das ewige kompillieren. Vor allem mit meinem Laptop. Deshalb bin ich auf Debian gewechselt, was ich eigentlich nur testweise installiert hatte, bei dem aber auf einmal etliche Dinge einfach funktionierten, die vorher nicht liefen.

Vor zwei Monaten habe ich dann Gentoo wieder testweise installiert und bin aus den gleichen Gründen wie vorher bei Debian dabei hängengeblieben. Vor allem bietet es große Konfigurationsmöglichkeiten, weil man eben jede klitzekleine config-Datei selbst bearbeiten kann und muss. Klar, kann man bei Debian auch, muss man aber nicht.

Portage (von Gentoo) ist sicherlich ebensogut wie apt. Das deinstallieren nichtbenötigter Abhängigkeiten empfinde ich als einfacher, da es direkt über portage geht. In Debian geht das nur indirekt(, oder?)

Wie schon gesagt, das Kompillieren nervt, aber eigentlich muss das auch nicht dauernd sein, wenn du einfach dein System nicht dauernd aktualisierst. Zwingt dich ja keiner. Solltest du aber immer die neuesten Sicherheitsupdates brauchen (für Server etc) ist Debian sicher besser geeignet. Ebenso für kleine Festplatten (<2-3GB).

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peschmae
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Beitrag von peschmae » 17.02.2006 09:21:09

Ich hatte nur zwei mal kurz Gentoo versucht.

Das eine mal ist er mir beim X kompilieren immer abverreckt und emerge hatte auch gerade einen Fehler im Script den ich dann auf Zeile 12432 beheben musste damit das wieder ging. Da hab ichs dann sein lassen.

Das muss aber überhaupt nicht repräsentativ sein - schliesslich läuft ja Gentoo bei vielen bestens. Auch bei Debian kann man gerade einen Tag/Hardwarekonfiguration erwischen bei der einfach überhaupt nichts geht oder wo die libc gerade voll kaputt ist und dann hat man ein Problem.

Schlussendlich waren es auch mehr die Kompilierzeiten die mich davon abgehalten haben das weiter zu testen. Ausserdem lief Debian einfach all zu gut ;)

Das andere mal dachte ich will mal das GCC-Stack-Smashing-Proof-Patchdings ausprobieren das man bei Gentoo ja verwenden kann.
Leider war dann damit das Kompilieren der Programme noch heikler und die Unterstützung auch nicht mehr so gut und hilfreich weil die wenigsten das verwenden.

Im allgemeinen ist aber die Doku sehr gut und ausführlich. Ebenso das WIki und das Forum.
junior hat geschrieben: Wie schon gesagt, das Kompillieren nervt, aber eigentlich muss das auch nicht dauernd sein, wenn du einfach dein System nicht dauernd aktualisierst. Zwingt dich ja keiner.
Wenn du ganz oben im Eingangsposting nachguckst siehst du dass er Gentoo verwenden möchte weil ihm Debian nicht aktuell genug ist.

Irgendwo sehe ich da einen Widerspruch ;)

MfG Peschmä
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junior
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Beitrag von junior » 17.02.2006 12:09:05

peschmae hat geschrieben:
junior hat geschrieben: Wie schon gesagt, das Kompillieren nervt, aber eigentlich muss das auch nicht dauernd sein, wenn du einfach dein System nicht dauernd aktualisierst. Zwingt dich ja keiner.
Wenn du ganz oben im Eingangsposting nachguckst siehst du dass er Gentoo verwenden möchte weil ihm Debian nicht aktuell genug ist.

Irgendwo sehe ich da einen Widerspruch ;)
Da hast du natürlich recht. War schon spät gestern...
Was ich meinte ist, dass wenn du jeden Tag ein

Code: Alles auswählen

emerge --sync
(=apt-get update) machst, dann kannst du immer einige Programme aktualisieren, weil dauernd neue Versionen von Programmen im sogenannten "stable"-Zweig landen. Wenn du also jede kleine Programmversionänderung mitnehmen willst, bist du dauernd am Kompillieren. Das halte ich eben für Unsinn. Ich aktualisiere meistens nur die für mich wichtigen Programme, wo ich die Änderungen auch kenne und merke.

Auf diese Weise bekommt man natürlich nicht immer alle Sicherheits-updates mit. Das ist ein bekanntes und vieldiskutiertes Thema bei Gentoo. Deshalb würde ich Gentoo auch nicht auf nen Server aufspielen.

yeti

Beitrag von yeti » 04.03.2006 09:47:23

Der intensivste Teil meiner Gentoo-Erfahrungen stammt aus der Zeit von 1.0rc6 bis Ende 2002 (1.4_beta2(?)) und hat mich oft genug auf die Palme getrieben. Zwar nur auf Spielsystemen, denn auf kritische Systeme lasse ich nunmal nur Debian, aber es hat dennoch oft viel Zeit verschlungen, die wenn Gentoo ein etwas größeres Qualitätsbewußtsein gehabt hätte vermeidbar gewesen wäre.

Seit Ende 2002 schaue ich ab und zu mal, was sich so getan hat, meine letzten Aha-Effekte waren die nette Auf-GCC-3.4-Update-Anleitung, die auf der Hompage stand und wegen eines schon lange bekannten Fehlers in gcc-config gar nicht reibungsfrei funktionieren konnte und ein Versuch via IRC eine Auskunft zum Utility "genkernel" zu erhalten, wo ich statt Antworten die verschiedensten Tipps bekam, was ich statt "genkernel" benutzen sollte... bis hin zur Empfehlung anderer Distributionen.

Mich begeistern bis heute also weder die Qualität der Doku, noch der Umgangston der Community.

Was die Versionen der Programme angeht, ist Gentoo offensichtlich deutlich konservativer geworden in den letzten Jahren.

Damals und heute bin ich derselben Meinung: Gentoo ist hochinteressant, aber nur für Systeme geeignet, auf die ich mich nicht verlassen können muß.

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H4kk3r
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Beitrag von H4kk3r » 04.03.2006 10:41:02

Klar, Gentoo ist auch eine gute Distri. Ich habe es bis September letzten Jahres selbst 2 Jahre genutzt. Zu dem Wechsel haben mich verschiedene Dinge getrieben.

* das Kompilieren geht einem mit der Zeit auf den Geist
* die Hardware leidet darunter extrem, eine Notebookfestplatte ist nach 1-2 Jahren hinüber
* es ist zum Teil sehr instabil (meistens aber stabil)
* manche ebuilds (Pakete) sind sehr schlecht, also fehlerhaft, instabil, usw.
* der stärkste Grund war die Community, denn ...

... stellt man eine Frage, die irgendwo schon einmal nur ansatzweise gestellt wurde (muss nicht einmal beantwortet sein), sei es in google oder im Forum, wird schnell mal auf einen eingeprügelt. Hilfe gibt es oft vergeblich, man bekommt nur diesen sch**** Link: http://www.google.de. Es sind fast immer die selben Leute, aber das ist mit der Zeit nicht mehr schön. :twisted:

Hier im Forum fühlt man sich viel wohler. :D
Gruß, Marcus

„Well done! We did it!“

Debian testing
kernel 2.6.18.3
IBM R50e UR0S5GE

zbled
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Beitrag von zbled » 06.03.2006 13:26:02

Falls es Dir um die Aktualität der Software geht - Dir aber das Kompilieren bei Gentoo zu lange dauert, dann schau Dir mal archlinux an. Die Paketauswahl ist zwar nicht ganz so groß wie bei Gentoo, aber Aktuell ist es allemal :)

[edit]Ich hab selber 2 Jahre Gentoo verwendet, und hab dann wegen des ständigen Kompilierens gewechselt[/edit]

yeti

Beitrag von yeti » 06.03.2006 13:40:28

zbled hat geschrieben:dann schau Dir mal
Das artet doch hoffentlich jetzt nicht in Werbung für jede der unsäglich vielen Linuxdristributionen aus?

Ich verkneif mir schließlich auch seit Tagen heldenhaft den Fingerzeig auf NetBSD!!!

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peschmae
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Beitrag von peschmae » 06.03.2006 19:46:28

Falls du einfach ein geiles System willst dann schau dir Debian GNU/Linux an. *scnr*

MfG Peschmä
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yeti

Beitrag von yeti » 06.03.2006 19:57:30

peschmae hat geschrieben:Falls du einfach ein geiles System willst dann schau dir Debian GNU/Linux an.
Debian bin ich seit V0.9irgendwas treu.
Auf die Systeme, auf die ich mich verlassen können muß kommt mir nur Debian.
Das war nichtmal anders, als ich ein bissl bei Gentoo mitgewerkelt habe, was die Anderen dort natürlich granininichtestens verstehen wollten... aber das blieb deren Problem... *ätsch!*
Auf Spielsystemen ab und zu mal etwas Fremdeln... das hat mir Debian noch nie übel genommen...

derflo
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Beitrag von derflo » 06.03.2006 21:19:56

Also ich habe ca ein halbes jahr Gentoo benutzt, und dann ca 4 monate Debian, momentan bin ich wieder auf XP, da mein Laptop leider nicht so die Tolle Linux unterstützung hat, aber bald kommt mein neuer (hoffe die Woche) dann geh ich endlich komplett auf Linux, dann wird XP nur noch emuliert (für die schule und das dämliche vbscript).

Tja und was soll ich sagen, ich stehe vor der Qual der Wahl, Debian oder Gentoo,

An Gentoo fand ich gut das:

- es sehr aktuell ist
- eine sehr gute Dokumentation vorhanden ist
- nette community
- man muss echt alles selbst machen

An Gentoo fand ich schlecht:

- Lage Installationszeit
- Das Kompillieren dauert immer lange

An Debian fand ich gut:

- schnell und einfach installiert
- keine kompilierorgien
- es wirkt wie aus einem guss
- nette community

An Debian fand ich schlecht:

- nicht aktuell
- keine besonders gute Doku vorhanden


Na mal sehen was ich mache, wenn sarge ja nur halb so aktuell wäre wie gentoo...

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 07.03.2006 13:17:22

@derflo

hallo,
den Aufzählungen die du machst kann man eigentlich zustimmen - das ist schon so. Was ich aber noch anmerken möchte ist, dass es bezüglich der Software Aktualität (und das betrifft alle open source OS) natürlich immer die aktuellste Software aus einem beliebigem CVS holen kann und dann kompilieren.

Eigentlich muß man sagen das so wie Menschen Individualisten sind es auch mehr oder minder auf die versch. Distributionen zutrifft. Mit dem einen ist eine Kaffee Stunde angenehmer als mit dem anderen. Das hat auch mit ganz einfachen persönlichkeits Mustern des Users zu tun.

Ich z.B. habe mit den ganzen BSD's noch nicht sooooo viel gemacht. Dieses Wochenende war ich auf den Linuxtagen in Chemnitz und habe da ein wenig mit ein paar NetBSD lern geplaudert. Wie so oft stellt man fest, dass es viel mehr gibt das uns vereint als uns trennt.

Ich gehe momentan gerne mit DebianGNU/Linux auf'n Coffee ;) ich denke das wird auch so bleiben. Von Zeit zu Zeit kommen auch Debians Freunde auf einen Drink vorbei - gut so!
Man muß den Dingen offen gegenüber stehen sonst bleibt man stehen.

markus (wenig Fakten diesmal)

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rodeoflip
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Beitrag von rodeoflip » 07.03.2006 13:51:12

Na ja, man kann auch bei Gentoo kompilierte Pakete verwenden, so ist das nicht.

Ich hab selbst ne ganze Weile lang Gentoo genutzt, auf Spielsystemen (wo ich meine Desktops immernoch mit einrechne, die halten nie lange, ich hab öfter einen Grund, die zu plätten). Was mich persönlich an Gentoo mehr stört, als die Kompilierzeiten, ist der Platz, den Gentoo auf der Festplatte beansprucht. So ein Portage Tree ist nicht gerade klein, da gefällt mir Apt doch deutlich besser.

Tempotechnisch würde ich sagen, nehmen sich Debian und Gentoo nichts. Ursprünglich hieß es immer, dass Gentoo die Hardware besser ausnutzt. Das kann schon sein, da es ja, so die Software es unterstützt, auf spezielle Prozessorbefehle zurückgreifen kann, alle möglichen Architekturen nativ unterstützt usw. Aber subjektiv kriegt man IMHO davon nicht viel mit. D.h. so ganz richtig ist das auch nicht, ich hab an einer Stelle tatsächlich einen deutlichen Unterschied gesehen. Ich hatte auf meinem Laptop Slackware 10 installiert, dazu die Ati Treiber. Mit fgl_glxgears hab ich dann eine Framerate X bekommen. Die hab ich mir mal vorsorglich gemerkt, denn einige Tage später habe ich auf dem selben System Gentoo laufen gehabt und bekam als Framerate für fgl_glxgears X + etwa 60, das machte etwa 20% aus. Das war schon nicht zu verachten.
Ist aber auch hier auf keinen Fall repräsentativ.
neue BSD Lizenz --> macht mit meinen Beiträgen, was ihr wollt :-D

einzige Debian Box zur Zeit: Pentium I @ 150MHz, 56 MB Ram, 2 GB SCSI (/), 40 GB IDE (5 GB /usr, 35 GB /mnt/storage); SID mit Samba, NFS, FTP...

yeti

Beitrag von yeti » 07.03.2006 14:42:12

@derflo:

Ich denke nicht, daß man Gentoo mit Debian-Stable vergleichen kann. Debian-Stable läuft und läuft und läuft ... und außer regelmäßigem und wahrlich problemlosen Updates-Einkämmen, kann man es als arbeitsaufkommensneutral einstufen.

Bei Gentoo ist es mir immer wieder mal passiert, daß ein Paket ein anderes beim Updaten blockierte und manuelle Eingriffe nötig waren.

Also würde ich vom Standpunkt Arbeitsaufwand und Stabilität (meine hier: Konsistenz der Paketauswahl bzw der Updates) eher Gentoo mit Debian-Testing vergleichen.

Wie schaut dann da der Vergleich der Aktualität aus?

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Beitrag von meandtheshell » 07.03.2006 14:52:35

yeti hat geschrieben:@derflo:

Ich denke nicht, daß man Gentoo mit Debian-Stable vergleichen kann. Debian-Stable läuft und läuft und läuft ... und außer regelmäßigem und wahrlich problemlosen Updates-Einkämmen, kann man es als arbeitsaufkommensneutral einstufen.

Bei Gentoo ist es mir immer wieder mal passiert, daß ein Paket ein anderes beim Updaten blockierte und manuelle Eingriffe nötig waren.
ACK - für einen großen Maschinen Park egal ob bei einem Provider oder sonst wo musst man damit rechnen das Gentoo einiges mehr an Zeit/Kosten verursacht um die Systeme zu pflegen. Fakt ist das ich eigenlich kein solches Szenario kenne bei dem Gentoo für eine sehr große Anzahl (>100) von Maschinen verw. wird.

markus

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Beitrag von derflo » 07.03.2006 15:02:15

Da habt ihr beide Recht, aber selbst wenn man debian etch mit gentoo vergleicht ist gentoo im schnitt aktueller, Sid und gentoo sind ungefähr gleich aktuell, wobei da dann gentoo stabiler ist.

Das gentoo schneller sein soll, lese ich auch überall, war bei mir definitiv nicht so, einiges startete bei Debian sogar schneller, aber das kann auch wonaders dran liegen.

Und ja mit gentoo hat man auf jeden fall mehr arbeit-

Vergleichen kann man die systeme nicht wirklich, beide haben vor und nachteile, beide gehören sicherlich zu den sehr guten distributionen, aber sie sind bis auf den kernel eigentlich grundverschieden (source <--> binary)


Also ich glaube ich nehme erst mal Debian für meine Laptop, mal schauen wie das so klappt alles, denke da werde ich mich noch mehr als genung hier melden.

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Beitrag von meandtheshell » 07.03.2006 15:16:12

derflo hat geschrieben: Das gentoo schneller sein soll, lese ich auch überall, war bei mir definitiv nicht so, einiges startete bei Debian sogar schneller, aber das kann auch wonaders dran liegen.
Ist ja alles super toll aber eigentlich sind das dann wie unsere Aussagen hier alle subjektiv.
Natürlich kann ich auch heute noch C code schreiben bei dem ich aus dem Bit shiften nicht mehr herauskomme nur weil das eben vor 10 Jahren noch echte performance Vorteile brachte und ich dann wegen gar nicht mehr vorhandener performance Vorteilen bei heutigen CPU's volle Kanne von einem Overflow in den nächsten krache.

Ohne Beweis sage ich nun einfach einmal, wenn das kein HPC ist, dann ist das echt scheiß egal ob ein Debian, FreeBSD oder ein Gentoo oder sonst was ...

markus (der sich nun ausklinkt ;))

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Beitrag von BeS » 07.03.2006 15:25:26

derflo hat geschrieben: Vergleichen kann man die systeme nicht wirklich, beide haben vor und nachteile, beide gehören sicherlich zu den sehr guten distributionen, aber sie sind bis auf den kernel eigentlich grundverschieden (source <--> binary)
ich würde eher sagen, sie sind technisch gesehen bis auf das Paketsystem fast identisch.
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