Was hat KUBUNTU mit Debian zu tun?

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
BennyB
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Beitrag von BennyB » 15.04.2007 16:13:04

Also hier mal mein Beitrag zu den Grabenkämpfen:

Ich habe über den Weg von einer buggy Suse 10.1 über Kubuntu 6.06 LTS zu Debian Etch gefunden. Das ist kein Zufall, denn Debian hat einfach die Aura eines ehrwürdigen Betriebssystems für Linux-Freaks, bei dem man an allen möglichen Stellen konfigurieren muss, also traut man sich erst einmal nicht so daran.

Aber, ich muss sagen, so nach meinen Erfahrungen mit der Installation von Etch: Dem ist nicht so. Wer ein Desktopsystem mit KDE haben möchte, der bekommt es mit Debian genauso leicht wie mit Kubuntu, wenn man einmal davon absieht, dass Debian, wenn man "Desktop" anwählt, erst einmal GNOME installiert. Macht aber nichts, mit einem simplen aptitude-Befehl ist KDE auch drauf und kdm als Login-Manager gewählt, und schon läuft die Kiste.

Nur irgendwie habe ich das Gefühl, das es sogar etwas schneller und runder läuft als die LTS von Kubuntu; Etch wirkt ausgereifter. "LTS" steht ja für "Long Term Support". Aber wenn ich ein stabiles System mit langem Support haben will, kann ich auch direkt das Original, sprich Debian nehmen; hier wie da ändern sich in dem Support-Zeitraum nicht die Paketversionen, auch die LTS-Version von Kubuntu wird am Ende des Support-Zeitraumes "antik" wirken. Wer ein stabiles Destop-System auf einem ganz normalen Computer haben will und nicht immer die neuesten "Features" haben muss, für die man natürlich ganz im Windows-Stil auch immer wieder die Hardware aufrüsten muss, der ist mit Debian Etch vollauf bedient.

Übrigens, und das ist jetzt nicht trollig gemeint, weil Kubuntu sonst für "Otto Normalverbraucher" eine klasse Distro ist: Wer das DTP-Programm Scribus verwenden will, der soll bloß die Finger von Kubuntu lassen: Weder lassen sich Textfelder editieren, noch ist es ohne Umwege möglich, die Seitenmaße einzugeben. Ein ärgerlicher Bug, den sich gerade eine LTS-Version nicht leisten darf. In Feisty Fawn ist der Fehler behoben, aber dann darf man wieder schneller ein Dist-Upgrade machen, mit allen dazu gehörigen Unwägbarkeiten. In Etch läufts einfach so.

Zu dem hier immer wieder gehörten Vorwurf, dass Ubuntu nicht komplett "frei" ist: Die nächste Version, die im Herbst kommen soll, wird auch als Version zu bekommen sein, die nur auf freie Komponenten setzt... Siehe hier. Na also. Geht doch. :D

Ansonsten: In Kubuntu habe ich viel gelernt, was ich jetzt auch in Debian gebrauchen kann, und da bin ich der Ubuntu-Community sehr dankbar, ohne die Community hier schlecht ansehen zu wollen, denn die ist genau so nett und sehr kompetent.

Gruß

BennyB

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LeoLinux
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Beitrag von LeoLinux » 15.04.2007 16:28:29

Hi,

ich muss sagen, dass ich es ziehmlich doof finde was hier manche Mitglieder so von sich geben vonwegen "Dummbuntu" und geklautes Debian ... usw.

Ubuntu ist genauso wie Debian FREI zu haben. Klaro gibt es für Ubuntu kommerziellen Support, aber den gibts auch für Debian nur dass Ubuntu das Geld direkt wieder in die Entwicklung steckt und eben Marc S. noch ne kleinigkeit beisteuert ... der übrigens, ja man staune und höre, selbst am Kernel mitentwickelt.

... und zum thema "geklautes Debian" .... was ist dann Knoppix und die ganze Reihe an Betriebssystemen die auf Debian basieren? Debian ist nun mal die Grundlage - sozusagen der Daddy, das stable - dafür hängen teilweise auch die Spinnweben in den Paketen ;-) , aber ich würde es im Leben nicht als klauen bezeichnen, denn klauen gibt es bei FREIER software nicht ;-) da würde ich eher die richtig kommerziellen Distibutionen wie SuSe oder RedHat als Diebe des Open Source Gedanken bezeichnen.... was aber auch schwachsinn wäre - wir müssen es ja nicht kaufen wenn es uns nicht gefällt ;-) (ich glaube in dem Moment fällt vielen ein mit was für einem OS sie damals vor langer Zeit mal angefangen haben)

Ich finde es gut, dass es Ubuntu gibt, denn so hat man immer ein aktuelles Debian als Grundlage, und ist was Treiber etc ... angeht sogut wie immer auf dem neusten Stand ... zu dem muss ich an dieser Stelle auch mal deren wiki unter https://ubuntuusers.de sehr loben ... denn das ist wirklich sehr übersichtlich und einfach gestaltet.


In the end würde ich behaupten wollen, dass dies definitiv kein Grund zur Aufregung ist sondern eher ins Lächerliche geht ... denn entweder man schreibt FREIE software als FREIE Software oder man betreibt das kommerzeill ... dann wäre das schon eher ein Grund zu Klage.
Schaut euch Ubuntu an (wenn nicht längst getan) und findet Gefallen daran, dass es Menschen gibt, die Neulingen Linux easy nahebringen wollen und zeigen wollen, dass es noch anderes als Windows gibt, oder lasst die Finger davon ;-)


Und btw. wenn hier etwas in der welt der Betriebssysteme kriminell ist, dann ist es, das Windows standarts setzt und einige meinen, dass diese das Maß aller Dinge wären.

Alle Betriebssysteme haben einen gewissen Respekt verdient (sogar Windows, denn immerhin haben diese Menschen angefangen zu fragen was der Enbenutzer eigentlich haben möchte - ganz im Gegensatz zu den Unix-Leuten)... und ohne diese und deren Wurzeln sich mal genauer angeschaut zu haben finde ich sollte man auch keine solchen Vorurteile von sich geben.


Liebe Grüße,

Leander

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Beitrag von Lohengrin » 16.04.2007 12:36:05

LeoLinux hat geschrieben:Schaut euch Ubuntu an (wenn nicht längst getan) und findet Gefallen daran, dass es Menschen gibt, die Neulingen Linux easy nahebringen wollen und zeigen wollen, dass es noch anderes als Windows gibt, oder lasst die Finger davon ;-)
Ich kenne mehrere Leute, die auf dieses Versprechen von Ubuntu hin, Ubuntu ausprobiert haben. Nach kurzer Zeit hatten sie die Schnauze voll. Sie sind jetzt überzeugt davon, dass Linux was für Freaks ist.
Drei ganz einfache Dinge:
  • Ubuntu aus der Kiste spielt keine .wmf ab.
  • Ein MS-Word.doc mit Kommentaren am Rand und anderen Schnickedöns, kann mit Openoffice wohl bearbeitet werden. Das was da raus kommt sieht aber unter MS-Word völlig anders aus, als wenn man es mit MS-Word bearbeitet hätte
  • Viele technische Kleinigkeiten. ZB schaltet das Gerät nach dem Runterfahren nicht aus, oder die Internetverbindung kommt manchmal nicht mehr wieder, wenn man das LAN-Kabel mal rausgenommen hat.
Wenn da jemand ist, der den Anfänger an die Hand nimmt, funktioniert es. Dann ist es aber auch egal, ob er Ubuntu oder Debian installiert bekommt.
Es wäre schön, wenn in Schulen freie Software eingesetzt würde. Sowas wäre vor allem in Südafrika schön, wo sich viele Schulen nur alte Computer leisten können, auf denen man kein (noch betreutes) Windows installieren kann.

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