OpenVZ oder VServer

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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tobi_w
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OpenVZ oder VServer

Beitrag von tobi_w » 03.04.2007 07:59:28

Hallo!

Ich möchte meinen Server virtualisieren. D.h. ich möchte gerne ein System als Router laufen lassen, ein System für die Dienste, wie DNS, DHCP usw. und ein System für Anwendungen, die ich remote auf einem Thin-Client laufen lasse.

Wenn ich mich richtig informiert habe , sind OpenVZ oder VServer die richtigen Ansätze für mich.

Könnt ihr mir bitte ein bischen Entscheidungshilfe leisten?

Gruß
Tobi

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 03.04.2007 10:13:08

- für das was du machen willst ist Virtualisierung nicht mandatorisch
- für den Fall das du auf jeden Fall virtualisieren willst kommen auch noch andere in Frage z.B. Xen
- auf die Frage OpenVZ vs. Linux-VServer vote ich klar für Linux-VServer weil
-- es die ausgereiftere Software ist
-- der Scheduler auf einem ganz anderen (höheren) Niveau spielt als jener von OpenVZ
-- viele andere Dinge die vom Ansatz her besser durchdacht sind bei Linux-VServer
-- der Support auf Mailinglisten [1] und im IRC (#vserver@irc.oftc.net) viel besser ist als bei OpenVZ
-- etc.

Am Besten wird es sein, wenn du dir selbst eine Meinung machst in dem du evtl. eine Zeit lang beides versuchst.
BTW -- lvs hatte vor 2 Tagen, nach iirc 14 monatiger Entwicklungszeit, sein neues stable Release herausgegeben.

FAZIT
- LVS verfolgt imho den allgemeinsten Ansatz unter den OS (Operating System) Virtualisierungen ergo
-- lässt es sich auch für viele andere Dinge z.B. real-time Anwendungen (autonomous robots) gut verwenden
- hat aber natürlich für Anfänger den Effekt die ersten paar Tage und Wochen zu komplex zu sein
- langfristig ist es imho die Beste (am flexiblesten) Wahl im Bereich der OS Virtualisierer

Ich verw. LVS seit ca. 2-3 Jahren und merke stetigen Fortschritt und Verbesserungen. Mit stable Releases gibt/gab es bei mir noch keine Probleme.

Ahh ... noch ein wesentlicher Unterschied von OpenVZ zu LVS:
OpenVZ ist sehr auf Öffentlichkeitsarbeit fixiert worunter imho die Codebase etwas leidet - bei LVS ist es andersherum - nicht so bekannt aber dafür besser.

[1] Hier empfehle ich das bidirektionale mail2news gateway http://gmane.org/ mit einem Newsreader nach Wahl (ich verwende Gnus - da beides, Gmane und Gnus, von Lars Magne Ingebrigsen gemacht wird/wurde arbeiten diese natürlich 1A Hand in Hand)

Hth,
markus

tobi_w
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Beitrag von tobi_w » 03.04.2007 10:48:10

meandtheshell hat geschrieben:- für das was du machen willst ist Virtualisierung nicht mandatorisch
Welche anderen Möglichkeiten siehst du noch neben der Virtualisierung?

Ansonsten empfinde ich denVServer als eine gute Wahl, da ich zum einen eine strikte Trennung der Systeme möchte, z.b. möchte ich den Router und die Dienste in einem stable-System laufen lassen, aber für die Anwendungen, wie kde xorg, möchte ich sid verwenden.
Zum anderen möchte ich eine quasi Trennungsschicht zum Internet erreichen.

Vielen Dank für deine Ausführungen :)

Gruß
Tobi

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 03.04.2007 11:22:08

tobi_w hat geschrieben:
meandtheshell hat geschrieben:- für das was du machen willst ist Virtualisierung nicht mandatorisch
Welche anderen Möglichkeiten siehst du noch neben der Virtualisierung?
Naja, eben keine Virtualisierung (die Geschichte ist sozusagen mutual exclusive).

Ich bin der Meinung das alleine der Administrations Aufwand bei mehr als einem gleichartigen Dienst eine Virtualisierung mehr als rechtfertigt sonst hat man sehr bald das Problem das der eine Dienst dem anderen auf die Füsse steigt - dann kommt der erste Workaround und nach einem halben Jahr ist der Point of no return erreicht (viele Admins haben Systeme schon zu Tode konfiguriert was darin endete das man entweder den Job los ist oder bei null mit skalierbaren/wartbaren Lösungen nochmals beginnt).

Ein nettes Feature ist z.B. was mache ich wenn die Hardware die meine Website/CMS/Repository/etc. anschiebt zu "schwach" wird?
- mit LVS: ich kopiere das ganze Ding wie ein File von A nach B
- ohne LVS: daran möchte ich jetzt gar nicht denken :D

btw - Das sollte mit den meisten Virtualisierungslösungen gehen.
Ansonsten empfinde ich denVServer als eine gute Wahl, da ich zum einen eine strikte Trennung der Systeme möchte, z.b. möchte ich den Router und die Dienste in einem stable-System laufen lassen, aber für die Anwendungen, wie kde xorg, möchte ich sid verwenden.
So ganz glücklich wirst du damit nicht werden. LVS & Co machen Sinn auf Server Systemen ohne X-Server.

Ich würde niemals auf einer Workstation für jemanden GNOME, KDE etc. laufen lassen, welche gleichzeitig als Server (httpd, ftpd, dnsd, etc.) fungiert.

Was aber natürlich geht ist auf dem Host (es gibt einen Host und n guests (guest sind die virtual private servers welche auf dem Host laufen und isolierte Bereiche darstellen um versch. Dienste wie httpd aufzunehmen)) ein GNOME laufen lassen und in diversen Guests versch. Debian Releases zum testen von Software (für Developer sehr interessant) - das habe ich z.B. am Notebook auch.
Zum anderen möchte ich eine quasi Trennungsschicht zum Internet erreichen.
Definiere den Termini "Trennschicht". Falls die Frage war
- Ist es möglich eine DMZ auf einem Host bzw.
- Ist es möglich eine Firewall auf dem Host laufen zu lassen
dann lautet die Antwort "ja natürlich".

Wie gesagt, lass dich aber nicht davon abbringen fallst du die ersten 2-3 Wochen gar nicht vorankomst - die Materie ist nicht ganz trivial vorallem wenn Du im Bereich Networking (routing, iptables, etc.) noch nicht so viel Ahnung hast - einfach durchbeißen!

Hth,
markus

tobi_w
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Beitrag von tobi_w » 03.04.2007 12:13:09

Also vieleicht ersteinmal der IST-Stand:
Mein Server läuft als Router, Firewall (iptables), DNS-Server, DHCP-Server, httpd-Server, nfs-Server, nis-Server, tftpd-Server und es läuft ein KDM der zur Verbindung meines Terminals (ein diskless-System) zur Verfügung steht.
Außerdem soll noch ein freenx-Server dazukommen und eventuell ein vpn-Server.

Das ist momentan einfach auch ein Experiment von mir, weil ich denke, dass die Rechenleistung einer modernen CPU für viele gleichzeitige Aufgaben ausreicht.

Mit der Performance des ganzen Systems bin ich sehr zufrieden, habe das ganze jetzt seit 4 Wochen am laufen.
Wie gesagt, lass dich aber nicht davon abbringen fallst du die ersten 2-3 Wochen gar nicht vorankomst - die Materie ist nicht ganz trivial vorallem wenn Du im Bereich Networking (routing, iptables, etc.) noch nicht so viel Ahnung hast - einfach durchbeißen!
Wäre ja langweilig, wenn das alles einfach wäre, muss ja auch ein wenig Spaß machen.

Gruß
Tobi

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bse
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Beitrag von bse » 03.04.2007 14:30:58

Ich bin zwar auch ein Fan von Linux VServer, aber ich würde nicht unbedingt behaupten, dass es in allen Punkten besser ist als OpenVZ. Nachdem OpenVZ ja quasi die Light-Version von Virtuozzo ist, hat das seine Stärken in businessrelevanten Gebieten :)

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