Softraid 1 oder Rsync / System auf andere Partition

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
Antworten
Benutzeravatar
pr0j3ctx
Beiträge: 106
Registriert: 20.07.2006 15:42:31

Softraid 1 oder Rsync / System auf andere Partition

Beitrag von pr0j3ctx » 23.02.2007 19:09:13

Hallo.

Ich habe derzeit einen 400MHz PC mit 196MB RAM als Fileserver. In diesem ist derzeit auf einer 4GB Platte das System und auf einer 300GB die ganze ndaten.

Jetzt habe ich noch eine 400GB gekauft. Ich möchte daraus eine 100GB und eine 300GB Partition machen. Evtl wird die 100GB nochmals aufgeteilt.

Auf die 100GB soll das System und die 300GB sollen die ganzen Daten. Die alte 300GB spiegelt die ganzen Daten dann. Wie wird ihr es machen. Die Partition 300GB und die Festplatte 300GB in ein Softraid 1 packen. Oder täglich mit rsync die Daten Synchronisieren?

Reicht die Prozessorleistung überhaupt aus? Was würdet ihr machen?

Derzeit ist die 4gb Platte hda und die 400GB wird hde, weil externer Controller. Habt ihr Hinweise oder Anleitungen wie ich jetzt das 4GB System auf die Systempartiton der 400GB bekomme? Was muss ich beachten das das System weiss das es jetzt hde ist? Grub anpassen und die fstab?

Bin um jeden Hinweis dankbar. Danke fürs lesen.

Schöne Grüße
pr0

Benutzeravatar
Kokopelli
Beiträge: 1156
Registriert: 08.01.2007 10:13:24
Lizenz eigener Beiträge: MIT Lizenz

Beitrag von Kokopelli » 23.02.2007 19:20:56

Du solltest Dir bewusst machen, daß Raid 1 und "backup via rsync" fundamental unterschiedlichen Zwecken dienen:
Raid1: Dient zur Ausfallsicherung, d.h. eine Festplatte fällt aus, aber Daten sind noch vorhanden, da gespiegelt.
rsync-Lösung: Die Spiegelung gleicht einem Backup. Insbesondere hast Du damit Zugriff auf alte Dateiversionen und später gelöschte Dateien.

--> Raid1 fängt Hardwarefehler ab. Rsync fängt Nutzerfehler ab (bei einem rm -rf / ist auch auf der 2. Platte im Raid alles weg, bei Rsync kannst Du die Daten der letzten Sicherung wiederherstellen.)
Beste Grüße, Kokopelli
--------------------------
"One must marvel that Godzilla never died laughing" (William Tsutsui)

Benutzeravatar
pr0j3ctx
Beiträge: 106
Registriert: 20.07.2006 15:42:31

Beitrag von pr0j3ctx » 23.02.2007 19:50:12

Hallo.

Erstmal danke für deine schnelle Antwort.

Ok, also ich denke für mich das ich nur ein Backup haben möchte meiner Daten. Sicherlich sagen jetzt einige es bringt nichts die Daten im selben Rechner zu haben und nicht woanders hin wegzusichern etc.

Dazu das folgende. Es gibt ganz wichtige Daten die ich auf eine externe Platte wegsichere und mittelwichtige wo ich denke das es reicht diese auf eine 2. Platte sicher die im selben System hängt.

Ich brauch keine direkte Ausfallsicherheit. Wichtig ist das die Daten noch da sind. Bei einer nächtlichen Sicherung sollte das auch ausreichen. Da es nicht viel an Daten sind die sich ändern.

Da sollte dann besser das rsync passen, oder?

Könnte man bei einer rsync Methode die Platte nach dem rsync per Befehl Hardwaremäßig abschalten. Die braucht ja nicht dauerhaft mit zu laufen.

Würde so etwas sinn machen?

Benutzeravatar
Kokopelli
Beiträge: 1156
Registriert: 08.01.2007 10:13:24
Lizenz eigener Beiträge: MIT Lizenz

Beitrag von Kokopelli » 23.02.2007 19:58:21

Ich denke, dass Du in diesem Falle rsync oder auch ein direktes backupprogramm einsetzen solltest. Da gibt es einige, kannst Dich ja mal umsehen (-->SuFu & wiki)

Speziell bei rsync solltest Du Dich mit hardlinks bei inkrementellen Backups auseinandersetzen.... spart viel Platz, da Du so mehrere Zustände speichern kannst, die sich alle identischen Dateien teilen, aber dennoch unabhängig voneinander sind. Wenn ich mich recht entsinne, war das der Schalter --link-dest , aber schau da besser nochmal nach.

Unmounten & Spindown der Platte wäre kein Problem, zum hardware-mäßigen Poweroff solltest Du nochmal jemanden fragen, der sich damit auskennt. :wink:
Beste Grüße, Kokopelli
--------------------------
"One must marvel that Godzilla never died laughing" (William Tsutsui)

Benutzeravatar
pr0j3ctx
Beiträge: 106
Registriert: 20.07.2006 15:42:31

Beitrag von pr0j3ctx » 23.02.2007 21:14:58

Danke für die schnellen antworten. Ich denke schon das es rsync werden wird. Also kein anderes Backupprogramm.

Ist ein Spindown mit einem Ruhezustand oder ähnlich zu verstehen? Ist das sinvoller zum schonen der Hardware?

Morgen würde ich erstmal die Festplatte einbauen. und das System von hda auf hde kopieren.

Kann ich da die komplette partition clonen und dann die /etc/fstab und die grub boot menü liste in hde ändern?
Oder fahre ich das System mit Knoppix hoch, partitioniere die neue Platte, kopiere mit cp -a alles auf die neue platte und schreibe dann grub neu auf hde?

Habe ich denkfehler? Oder gibt es einfachere möglichkeiten?

gfw
Beiträge: 33
Registriert: 05.10.2005 13:49:00
Lizenz eigener Beiträge: GNU Free Documentation License

Beitrag von gfw » 25.02.2007 16:38:48

hi pr0j3ctx!
Es gibt ganz wichtige Daten die ich auf eine externe Platte wegsichere und mittelwichtige wo ich denke das es reicht diese auf eine 2. Platte sicher die im selben System hängt.
ich weiss nicht was für dich mittelwichtig ist, aber bedenke
1. der GAU
netzteil fehler-> überspannung im pc -> beide platten hin, alles weg.
soll schon vorgekommen sein.
2. stromausfall während dem backup.
beide filesysteme brauchen zumindest einen filesystemcheck, hoffentlich geht der gut.
nachher empfiehlt sich original und kopie zu vergleichen. das kann natürlich auch geschehen
wenn du auf einen anderen rechner rsync'st der an der selben stromleitung hängt.

meine empfehlung: 2 externe, oder billiger, wechsel- festplatten an einem anderen rechner und übers netz rsync machen. dann ist immer eine kopie "offline", totalverlust daher sehr unwahrscheinlich. bei, wie du sagst, ganz wichtigen daten wäre mir nur eine kopie überhaupt zu nervig.
Könnte man bei einer rsync Methode die Platte nach dem rsync per Befehl Hardwaremäßig abschalten. Die braucht ja nicht dauerhaft mit zu laufen.
zb
hdparm -S5 /dev/hdc
schaltet nach 25 sekunden ohne zugriff auf die platte ab.
hdparm -S250 /dev/hdc
schaltet nach 5 stunden ohne zugriff ab.
was die zahl genau bedeutet siehe man hdparm

sehr kurze abschaltzeiten am besten nur einstellen wenn alle partitionen der platte unmounted sind. sonst schaltet die platte ständig aus und ein, was die meisten nicht lang aushalten (ausser notebook-platten).
zb: hitachi gibt für desktop platten 50000 ein/aus schaltvorgänge maximal an
http://www.hitachigst.com/tech/techlib. ... _final.pdf

für systemplatten ist aber garkeine abschaltzeit hilfreich, die platte bleibt sowieso nur
wenige sekunden aus.

grüsse gfw

gfw
Beiträge: 33
Registriert: 05.10.2005 13:49:00
Lizenz eigener Beiträge: GNU Free Documentation License

Beitrag von gfw » 25.02.2007 17:54:24

nochwas...
pr0j3ctx hat geschrieben: Kann ich da die komplette partition clonen und dann die /etc/fstab und die grub boot menü liste in hde ändern?
Oder fahre ich das System mit Knoppix hoch, partitioniere die neue Platte, kopiere mit cp -a alles auf die neue platte und schreibe dann grub neu auf hde?
das folgende hab ich aus einer uralten suse dokumentation, geht aber noch immer recht gut.
es war für das suse rettungsystem gedacht, ich mache das immer unter knoppix.
SuSE Linux umkopieren
...
# Legen Sie die Mountpoints an:

mkdir /OLD
mkdir /NEW

# Mounten Sie die beiden Partitionen (Dateisysteme):

mount /dev/hda5 /OLD
mount /dev/sda1 /NEW

# Kontrollieren Sie, ob

* /dev/hda5 die richtige Root-Partition ist
* /dev/sda1 leer ist.

# Wechseln Sie ins /OLD-Verzeichnis:

cd /OLD

# Geben Sie nun folgenden tar-Befehl ein:

tar -cSp --numeric-owner -f - . | ( cd /NEW && tar xSpvf - )

Dadurch sollten alle Dateien aus /OLD nach /NEW gebracht werden. Links und Rechte der Dateien sollten als solche erhalten bleiben.

# Passen Sie nun einige wichtige Dateien auf die neue Root-Partition an.

* Editieren Sie die Datei /NEW/etc/fstab nach den neuen

# Anforderungen, z.B. mit vi:

vi /NEW/etc/fstab

Eintrag vorher:

/dev/hda5 / ext2 defaults 1 1

Eintrag nachher:

/dev/sda1 / ext2 defaults 1 1
....

übrigens, mit leichter änderung lässt sich mit dem oberen tar befehl auch eine ganze systemsicherung machen:

Code: Alles auswählen

cd /OLD
tar -czSp --numeric-owner -f /andere_gemountete_partition/systembackup.tar.gz  .

dann noch /NEW/etc/lilo.conf richtigstellen. ( lilo oder grub , sorry von grub hab ich noch immer keine ahnung )

um die kopie startfähig zu machen ist bei verwendung von knoppix
das folgende möglich.
entweder

Code: Alles auswählen

lilo -C /NEW/etc/lilo.conf 
(da gibt es aus mir unbekannten gründen manchmal probleme)
oder

Code: Alles auswählen

cd /NEW 
chroot . bash
lilo
exit
dh du machst das kopierte system /NEW zum / für eine bash, die sich sozusagen schon
in der kopie befindet. in dieser lilo ausführen(verwendet dann das neue lilo.conf )
weiters OLD und /NEW unmounten, neustarten. es sollte das kopierte system laufen.

zu bedenken ist aber noch, dass die neu platte schon so angeschlossen sein sollte wie
sie am ende sein soll, sonst stimmt lilo/grub wieder nicht. zb als hda, oder doch als hde,
wobei die alte hda drinnen bleibt, oder nicht? je nachdem fragt sich in welchen MBR lilo/grub zu installieren ist?
habe eine zeitlang auch fileserver auf alten pcs betrieben, kenne daher das problem.
dein altes mainboard könnte schwierigkeiten machen. zb die 400GB platte geht am onboard controler gar nicht, oder noch schlimmer geht scheinbar, aber fängt zu spinnen an wenn du über die ersten 137GB verwenden willst. dann muss sie also hde bleiben.
und es stellen sich gleich weitere fragen: kann dein bios von hde starten ?
vielleicht musst du zumindest den bootloader im mbr von hda installieren,
auch wenn die systempartition auf hde bleiben kann. du könntest auch versuchen ob
lilo von diskette mit systempatrition auf hde geht. dann brauchst du die alte hda nicht.
sollte hde beim starten überhaupt nicht erreichbar sein, musst du doch das ganze system auf der alten hda lassen.

könnte noch eine weile rumprobieren bedeuten...
viel spass
gfw

Benutzeravatar
pr0j3ctx
Beiträge: 106
Registriert: 20.07.2006 15:42:31

Beitrag von pr0j3ctx » 27.02.2007 22:58:08

Hi.

Vorab das kopieren hat einwandfrei funktioniert. Danke.
gfw hat geschrieben:hi pr0j3ctx
Es gibt ganz wichtige Daten die ich auf eine externe Platte wegsichere und mittelwichtige wo ich denke das es reicht diese auf eine 2. Platte sicher die im selben System hängt.
ich weiss nicht was für dich mittelwichtig ist, aber bedenke
1. der GAU
netzteil fehler-> überspannung im pc -> beide platten hin, alles weg.
soll schon vorgekommen sein.
2. stromausfall während dem backup.
beide filesysteme brauchen zumindest einen filesystemcheck, hoffentlich geht der gut.
nachher empfiehlt sich original und kopie zu vergleichen. das kann natürlich auch geschehen
wenn du auf einen anderen rechner rsync'st der an der selben stromleitung hängt.

meine empfehlung: 2 externe, oder billiger, wechsel- festplatten an einem anderen rechner und übers netz rsync machen. dann ist immer eine kopie "offline", totalverlust daher sehr unwahrscheinlich. bei, wie du sagst, ganz wichtigen daten wäre mir nur eine kopie überhaupt zu nervig.
Ich habe zusätzlich noch eine USB Platte die ich für die wichtigen Daten benutze und diese nochmals darüber wegsichere. Leider funktioniert nur meine USB 2.0 PCI Karte noch nicht. Daher sichere ich derzeit darüber nur die wichtigen Daten weil komplett die 400GB über 1.1 zu sichern dauert ewig.

An einen 2. Rechner habe ich auch schon gedacht. Nur da habe ich das Problem das der Server im Fernsehrack steht wo auch der DSL Anschluss ist. Leider ist die Wohnung so blöd geschnitten das ich nirgendswo Kabel hinlegen kann. Habe versucht daher ins Arbeitszimmer eine WLan Verbindung aufzubaune, aber diese bricht genau wie das Powerlan bei größeren Dateien zusammen. Leider keine alternative. Wobei ich da auch noch auf Lösungen warte :( Fände es schön wenn ich da noch einen Server mit selben Datenbestand hätte weil ich dann im Arbeitszimmer schneller auf die Daten zugreifen könnte.
Könnte man bei einer rsync Methode die Platte nach dem rsync per Befehl Hardwaremäßig abschalten. Die braucht ja nicht dauerhaft mit zu laufen.
zb
hdparm -S5 /dev/hdc
schaltet nach 25 sekunden ohne zugriff auf die platte ab.
hdparm -S250 /dev/hdc
schaltet nach 5 stunden ohne zugriff ab.
was die zahl genau bedeutet siehe man hdparm

sehr kurze abschaltzeiten am besten nur einstellen wenn alle partitionen der platte unmounted sind. sonst schaltet die platte ständig aus und ein, was die meisten nicht lang aushalten (ausser notebook-platten).
zb: hitachi gibt für desktop platten 50000 ein/aus schaltvorgänge maximal an
http://www.hitachigst.com/tech/techlib. ... _final.pdf

für systemplatten ist aber garkeine abschaltzeit hilfreich, die platte bleibt sowieso nur
wenige sekunden aus.
Ne es würde reichen wenn die Sicherungsplatte abschaltet da diese ja nur einmal Nachts benutzt wird zum rsyncen.

Antworten