Debian komplett im RAM

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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bianer
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Debian komplett im RAM

Beitrag von bianer » 18.01.2007 11:58:17

Hallo zusammen,

nun bin ich nach langer Internetrecherche hier gelandet. Ich erläutere mal kurz mein Problem:

Ein installiertes Debian Etch OS soll zum Diskless Client werden, welches von CD startet und anschließend komplett im RAM läuft.

Nachdem das Grundsystem entsprechend installiert und konfiguriert wurde kamen noch einige Programme und Scripte dazu. Jetzt ging es nur noch um die diskless Geschichte. Als erstes habe ich eine CD Version mit BootCD erstellt und anschließend ein lauffähiges System in der Ramdisk erstellt. Nun wollte ich nur noch die Basis mittels pivot_root, einigen Links und entsprechenden Mounts switchen. Nur leider bekomme ich die Abhängigkeiten zur CD nicht raus. Ich werd noch nicht mal "proc" los oder kann "init" wechseln.

Hat jemand noch Lösungsideen? Wie macht Knoppix das? Da wird die CD ja vor dem eigentlichem booten ins Ram kopiert (toram).

Vielen Dank vorab

Grüße

nonoo

eventueller Lösungsansatz

Beitrag von nonoo » 18.01.2007 12:17:32

Guten Tag Bianer,

evlt. kann Damn Small Linux dir einen Lösungsansatz liefern.

Damn Small Linux bietet die Möglichkeit einer frugal Installation, das Script
ist auf der 60 MB großen CD enthalten.

Die Frugalinstallation ist wohl eine poor Man installation.
Hierbei wird werden die Dateien nur jeweils nach bedarf entpackt, die zuvor auf
die HD übertragen wurden. Bei dir ist die HD eben durch das RAM zu tauschen.

Eine Übertragung auf dein größeres Vorhaben, bei entsprechender Kenntnis und genügend großem
RAM auch möglich sein.

Deine eigene erstellte starfähige CD muss also irgendwie in den RAM als eine Art poor Man Installation.

Die Installationsscripte von Damn Small Linux können dabei als Vorlage dienen.

Dein Vorhaben erscheint mit sehr interessant.


Viel Erfolg.

nonoo
Zuletzt geändert von nonoo am 18.01.2007 16:42:48, insgesamt 2-mal geändert.

gms
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Beitrag von gms » 18.01.2007 12:19:00

Willkommen im Forum!
bianer hat geschrieben: Wie macht Knoppix das? Da wird die CD ja vor dem eigentlichem booten ins Ram kopiert (toram).
Die verwenden UnionFS zum Mergen von Ramdisk und CD Filesystem. Die CD braucht daher auch nicht ins RAM kopiert zu werden

Gruß
gms

[edit]
hier noch ein Link zur UnionFS Beschreibung http://de.wikipedia.org/wiki/UnionFS
[/edit]

bianer
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Beitrag von bianer » 18.01.2007 14:10:56

Hey,

Danke für Antworten und Begrüßung.

@nonoo
Das DSL Frugal Script werd ich mir mal besorgen. Bin gespannt, wie der "toram" Abschnitt ausschaut. Wenn ich das richtig sehe ist eine Frugal HD Installation gleich zur LiveCD Version und diese kann ja komplett ins RAM.

@gms
In meinem Fall soll das komplette OS ja ins RAM. Eine CD Version habe ich bereits mit bootCD erstellt. Die arbeiten halt Oldschool mit "ln -s".

Vielleicht gibts auch eine Lösung mit "initrd" oder "initramfs". Vor dem Mount von "root" und Aufruf von "init" die CD ins RAM und das /dev/rd" als "root" einhängen...


Grüße

gms
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Beitrag von gms » 18.01.2007 14:52:19

bianer hat geschrieben:@gms
In meinem Fall soll das komplette OS ja ins RAM.
habe ich schon verstanden :) Du wolltest aber auch wissen, wie das beim Knoppix lauft

Eine CD Version habe ich bereits mit bootCD erstellt. Die arbeiten halt Oldschool mit "ln -s".
bianer hat geschrieben: Vielleicht gibts auch eine Lösung mit "initrd" oder "initramfs". Vor dem Mount von "root" und Aufruf von "init" die CD ins RAM und das /dev/rd" als "root" einhängen...
warum richtest du dir nicht gleich die "initrd" so her, wie du das möchtest. Darauf befindet sich ja schon ein lauffähiges System, wo du noch deine zusätzlichen Programme reinpacken kannst. Das Kopieren der CD, Remounten von "root", Anlegen von Links und das "pivot_root" ersparst du dir dadurch.

Gruß
gms

nonoo

Frugal

Beitrag von nonoo » 18.01.2007 14:58:06

Guten Tag Bianer,

Damn Small Linux kannst Du auch direkt in den RAM Laden.

Im Grunde so wie Du es vorhast, jedoch ist Damn Small Linux erheblichst kleiner.
Das Optimum an Geschwindigkeit wirst Du so erreichen.

Die Scripte beruhen auf Knoppix.

Die Frugal-Installation ist praktisch eine gepackte Linux Version auf der HD.
Die Konfigurationsdateien können nach dem Start auf der HD Partition gespeichert werden.

Für dich sind sicherlich nur die verschiedeneartigen Installationsscripte interessant.

So zum Üben und Testen ist Damn Small Linux auch bestens geeignet, weil es eben minimalistisch ist
und superschnell installiert werden kann.

Eine konventionelle Linuxinstallation ist auch möglich.

Wenn Du eine SATA Festplatte verwendest benötigst Du die Damn Small Linux Version 2.1b mit
dem Kernel 2.4.31. Die neueren Versionen haben keine SATA-Unterstützung mehr!

Damn Small Linux ist eigentlich für ältere Hardware gedacht und superschnell.

Berichte doch bitte von deinem Superschnell-Etch.

Best Grüße

nonoo

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jazzman
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Beitrag von jazzman » 18.01.2007 15:09:16

HalliHallo nono

Ichbin doch sehr erstaunt, welches Fachwissen Du besitzt
Arbeitest Du damit täglich oder so?
Frugal Installation? Was ist das? Kenne mich damit nicht so aus.
Dammsmall kenne ich wohl von Distrowatch, aber weiter komme ich damit nich

Kannst Du mir das mit dem Script mal erklären?
Danke und nette Grüße

bianer
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Beitrag von bianer » 18.01.2007 16:39:22

@gms
Meine Frage war, wie Knoppix "toram" macht. Hab mich etwas schlecht ausgedrückt, Sorry. Ich glaube nicht, dass die UnionFS auch bei der "toram" Bootoption nutzen? Das Problem des mergen fällt da ja weg.
Alles in "initrd" macht keinen Sinn, da ich dann alles noch mal im eigentlichem Arbeitsspeicher puffern muss. Wenn dann "initramfs".

@nonoo
Um DSL für meinen Einsatzzweck brauchbar zu machen müsste ich es ziemlich remastern. DSL habe ich zum booten als PXE um Hardware zu checken.

Der etch Server läuft mit Kernel 2.6.19.2 und hat keine Festplatte für das OS. Allerdings nicht aus Performance Gründen. Bei diesem Server hängt die Performance fast nur von den Prozessoren ab, da die Datenplatten verschlüsselt sind. Insgesamt hat die Kiste um die 4 TB.

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Beitrag von michaa7 » 18.01.2007 19:55:28

Du kannst auch Kanotix ( und das bald erscheinide Sidux) mit der bootoption "toram" dorthin laden, allerdings reichen dann eben 512MB ram NICHT aus, mußte schon noch nen großen riegel reinzwicken ...

Und dass knoppix die CD beim booten komplett ins ram kopiert glaube ich so erstmal nicht, dann bräuchte es keine option "toram" und 700 MB CD passen eben nicht in 512 MB ram.
gruß

michaa7

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gms
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Beitrag von gms » 18.01.2007 20:20:18

bianer hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass die UnionFS auch bei der "toram" Bootoption nutzen?
Bei "toram" gibt es einen zusätzlichen Schritt, bei dem die CD, bzw Teile davon, kopiert werden, ansonsten ändert sich aber nicht viel am Ablauf, wäre ja auch unsinnig. UnionFs bzw "aufs" ( Another UnionFS ) wird daher auch bei "toram" verwendet.
bianer hat geschrieben: Alles in "initrd" macht keinen Sinn, da ich dann alles noch mal im eigentlichem Arbeitsspeicher puffern muss. Wenn dann "initramfs".
:? die Ramdisk-Idee stammt aber schon von dir, oder wird deine nicht "gepuffert" ?
bianer hat geschrieben: und anschließend ein lauffähiges System in der Ramdisk erstellt.
Wobei ich mich ja auch nie gegen "initramfs" ausgesprochen habe, ich war nur zu faul "initrd oder initramfs" zu schreiben, wenn es sich dabei eigentlich um ein "nebensächliches" Implementierungsdetail handelt.

bianer
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Beitrag von bianer » 19.01.2007 10:36:45

Morgen zusammen

@Michaa7
?
Wer sagt, das Knoppix die CD bei einem "normalen" Start komplett ins RAM lädt? Meine Frage war, wann und wie Knoppix die CD ins RAM kopiert, wenn die Bootoption "toram" gesetzt wird. Und wie kommst du auf die 512 MB?

gms hat geschrieben: Bei "toram" gibt es einen zusätzlichen Schritt, bei dem die CD, bzw Teile davon, kopiert werden, ansonsten ändert sich aber nicht viel am Ablauf, wäre ja auch unsinnig. UnionFs bzw "aufs" ( Another UnionFS ) wird daher auch bei "toram" verwendet.
Interessant. Wo haben die den zusätzlichen Schritt untergebracht?

Das mit "initrd" und "initramfs" war nur ne Feststellung von mir :-) Denke es wäre sinnvoller mit "initramfs" zu implementieren und dachte, du siehst die Vorteile bei "initrd".

Grüße

gms
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Beitrag von gms » 19.01.2007 11:08:32

Im linuxrc:

Code: Alles auswählen

COPYTO=""
...
case "$CMDLINE" in *toram*) DO_REMOUNT="yes"; COPYTO="ram"; ;; esac
case "$CMDLINE" in *tohd=*) DO_REMOUNT="yes"; COPYTO="hd"; ;; esac
....
  if [ -n "$COPYTO" ]
    copy_to $COPYTO && REAL_TARGET="$TARGET"

danach werden mittels UnionFS, Symlinks und Mounten die Filesysteme zusammen gemerged

Das "linuxrc" könnte ich auf NoPaste posten, wenn du möchtest, ist allerdings nicht ganz die letzte Version

Vielleicht brauchst du das Mergen ja auch gar nicht. Im Gegensatz zu "normalen" LiveCD's mußt du keine Rücksicht auf PC's nehmen, die zuwenig RAM haben. Daher kannst du eventuell gleich mit einer big-initrd oder einem big-ramfs booten.

Gruß
gms

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