Was hat KUBUNTU mit Debian zu tun?

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
Ellison

Beitrag von Ellison » 06.01.2007 14:00:22

McAldo hat geschrieben: Für mich bleibt Debian der einzige Weg
dito :-)

*buntu ist in meinen Augen ein netter Hype gewesen, und hat sicherlich auch den einen oder anderen Interessierten angezogen, aber langfristig wird sich dieses System nicht auf dem Markt behaupten, zumal man häufig lesen kann, dass es ab dem kommenden Release nicht mehr gratis sein soll, sondern in einer Kaufbox daherkommt.
Von Release zu Release wird alles instabiler, bekommt immer mehr Sid Touch. Hauptsache das neueste vom neusten auf der Kiste haben, wen juckt da schon Stabilität.
Ich schaue schon regelmäßig mal bei UU und bei Kubuntu.de rein, und verfolge lesend die Probleme. Freue mich hinterher über mein stabil laufendes System ;-) (trotz Testing)

*buntu setzt in meinen Augen zu sehr auf Desktop, und vergisst dabei ein wenig den User, welcher ein stabiles System haben möchte, bei dem nicht jedes Update ein Glücksspiel wird. Man liest in letzter Zeit häufig, dass grade nvidia User da so ihre Sorgen haben. Sowas kenne ich nur aus alten Suse Zeiten, wenn ich per APT mal ein Update fuhr :-)

Bei *buntu ist mir auch viel zu viel Bewegung drin, sprich es gibt zuviele Derivate. Passt Ubuntu nicht zu meiner Frisur, nehme ich halt Kubuntu. Wer braucht soviele unterschiedliche Versionen? Da lobe ich mir Debian. Grundsystem installiert, und ab dann entscheide ICH, was ICH brauche und möchte. Bei *buntu nimmst Du erstmal alles mit, und speckst es dann im nachhinein ab. Unabhängig davon hätte ich keine Lust, alle 6 Monate wieder ein Upgrade zu fahren, wenn nach vielen vielen Patches alles grade richtig gut läuft. Diese Versionsg**lheit ist in meinen Augen Blödsinn.

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voyager
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Beitrag von voyager » 06.01.2007 14:05:20

@McAldo

Ich glaube Ubuntu ist schon zum Selbstläufer geworden und es werden dort sicher auch Beiträge geschrieben die nicht von bezahlten Entwicklern kommen.

@marky
ich habe neben Debian Etch noch ein Ubuntu Dapper installiert, dieses soll ja die stabile Version sein und wird mehrere Jahre supported. Es ließ sich leicht installieren und läuft bei mir tadellos, aber das ist auch eine Hardwaresache, wird wohl nicht überall so sein.

Gruß, billy
Zuletzt geändert von voyager am 06.01.2007 14:15:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von BeS » 06.01.2007 14:12:52

marky hat geschrieben:Unabhängig davon hätte ich keine Lust, alle 6 Monate wieder ein Upgrade zu fahren, wenn nach vielen vielen Patches alles grade richtig gut läuft. Diese Versionsg**lheit ist in meinen Augen Blödsinn.
Du aktualisierst dein testing also seltener als einmal in 6 Monaten... Interessant.
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Ellison

Beitrag von Ellison » 06.01.2007 14:24:07

Nee nee, so war das nicht gemeint. Ich fahre Testing schon bewusst, um auf dem laufenden zu bleiben, aber in meiner Sig steht auch, dass ich ein Stable fahre parallel, weil ich ein stabiles System haben möchte zum Arbeiten.
*buntu wird immer instabiler, und daraus macht Shuttleworth ja auch keinen Hehl, weil er alle Neuerungen mitnehmen will, welcher der Markt aktuell hergibt.
Allerdings wird in den bekannten Mags darauf nicht hingewiesen. Vielmehr wird dort gerne der Eindruck erweckt, als wenn *buntu "DAS" Linux schlechthin sei. Verfolgt man aber in den bekannten *buntu Foren die auftretenden Probleme, hängen diese oft an Updates, und Neueinsteiger, die nach einem Update vor einem schwarzen Screen sitzen, werden sich das auf lange Sicht überlegen, ob sie nicht lieber ein stabiles System haben sollten und hier sehe ich die Chance für Debian
Zumal ein *buntu-geübter sich hier schnell reinfinden wird.

Wenn ich ein Testing fahre, kenne ich die aufkommenden Probleme und weiss diese zu lösen ;-)
Sollte es mal ein paar Tage dauern, bis Probleme gefixt sind, habe ich immer noch mein stable..

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Beitrag von tylerD » 06.01.2007 14:46:39

Ubuntu ist im Moment wohl eine der Einstiegsdistris, das dort in Foren mehr Problem als bei den "benutzerunfreundlichen Hackerdistris" zu finden ist ja recht einfach zu erklären. Im Durchschnitt mehr unerfahrene Benutzer -> mehr gepostete Problem.

Und ich finde es gut das es für jede Haarfarbe eine Distri gibt. Besser als Monokultur. Ich glaube nicht an die Kongruenz zwischen den Distris. Ich glaub an die Evulutionstheorie bei freier Software. Mehr Auswahl -> mehr Benutzer -> mehr Entwickler -> bessere Software. Und ich finde es auch gut das verschieden Leute verschiedene Organisationsformen ausprobieren. Nichts ist schlimmer, als im eigenen Saft zu schmoren und für nichts neues mehr offen zu sein.

Gruß,
Mirko

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Beitrag von Natas12 » 06.01.2007 14:58:03

mal noch ein wenig senf zur angeblich sinkenden stabilität von (k/x/edu)buntu: der erste release (warty) war noch ziemlich holprig und stabilisierte sich mit dapper LTS (für die versions-ungeilen) imho ziemlich gut, auch edgy (für die etwas geileren) läuft bei mir sehr rund. insgesamt ist die stabilität seit dapper deutlich gestiegen. dass ubuntu always "free" bleibt, steht ja bereits im social contract, es wird also immer eine download-version geben.

und das tolle an ubuntu für mich: all das gesammelte debian-wissen kann man jederzeit anwenden, für mich der große pluspunkt, denn ich erhalte sozusagen "best of both worlds" - 99% macht die automatik (hardware-erkennung, konfiguration, usw.) das fehlende prozent kann ich leicht selbst erledigen und bei fehlern funktioniert auch der klassische debian-way.
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Beitrag von armin » 06.01.2007 15:37:22

Natas12 hat geschrieben:dass ubuntu always "free" bleibt, steht ja bereits im social contract, es wird also immer eine download-version geben.
Ich sage nur Freibier.
Es werden jetzt ja sogar schon proprietäre Treiber bei der Standardinstallation benutzt...
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Beitrag von McAldo » 06.01.2007 18:54:15

Über die Hardwareerkennung bei Debian kann ich nicht klagen. Auch mit Etch auf einem AMD64 wurde alles erkannt und funktionsfähig eingebunden. Was soll ich also mit diesem bunten Zeugs? ...


McAldo
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Beitrag von Natas12 » 06.01.2007 20:09:40

ok: ubuntu edgy auf notebook: wlan (atheros) = geht out of the box, suspend-modi=gehen (sogar suspend to ram!) out of the box. ferner hatte ich ein fertig konfiguriertes ubuntu mit allem schnickschnack in einer stunde auf der platte - zweimal klicken und fertig. danach musste nichts mehr eingerichtet werden, das system läuft. übrigens mit euro-zeichen auf der textkonsole, ohne dass dafür umlaute oder andere zeichen fehlen, was mir in meiner debian-karriere (immerhin mit potatoe erste gehversuche gestartet) nur ein mal gelungen ist (trotz. bzw. gerade wegen der lektüre von howtos).

das "bunte zeugs" ist übrigens, man staune, bei ubuntu und vanilla debian übrigens identisch: gnome oder kde.
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Beitrag von TRex » 07.01.2007 13:31:48

Darüber hab ich mir auch schon meine Gedanken gemacht...*buntu ist ein Fertigsystem, aber wenn es in *buntu funktioniert, dann muss es doch in debian auch funktionieren...ist doch eigentlich dasselbe System.

Unterscheiden sich die Kernel von debian und *buntu eigentlich sehr? Das mit Suspend-to-Ram muss ja auch ne Ursache haben. Die Zeichensatzgeschichte halte ich nicht für besonders tragisch..
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Beitrag von BeS » 07.01.2007 14:17:10

TRex2003 hat geschrieben:Darüber hab ich mir auch schon meine Gedanken gemacht...*buntu ist ein Fertigsystem, aber wenn es in *buntu funktioniert, dann muss es doch in debian auch funktionieren...ist doch eigentlich dasselbe System.
Es funktioniert auch unter Debian. Es gibt eigentlich nur zwei Unterschiede:
1. Ubuntu scheut sich nicht proprietäre Software einzubinden, wodurch halt so Sachen wie die Atheros Chips out-of-the-box funktionieren.
2. Die meisten Debian Desktops verwenden testing oder unstable, dass sind nunmal Entwicklerversionen und da kann es halt mal vorkommen das was nicht zusammen passt.
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Beitrag von Kokopelli » 08.01.2007 11:03:10

Also ich bin nach ca 1 1/2 Jahren bei Kubuntu, denen eine ganze Zeit Sid vorausging, seit letzter Woche wieder bei Debian/Sid gelandet.
Meine Gründe für Kubuntu damals: Rechner musste neu aufgesetzt werden und am selben Tag für eine Präsentation nutzbar sein... und ein von-der-Stange-Kubuntu ist dafür schneller fit als ein custom-Debian. Da ich sowieso immer KDE-Nutzer war, bin ich dann erstmal dabei geblieben.

Meine Gründe, jetzt wieder Sid einzusetzen:
Am Anfang ging Kubuntu eher den Weg, Dinge dezent aber sinnvoll vorzukonfigurieren. Aber seit edgy übertreiben sie es meiner Meinung nach. Bestes Beispiel: Konqueror. Der wird neuerdings künstlich über Profile in Dateimanager und Browser zerteilt, und die sinnvollen Features wie etwa das Teilen der Fensteransicht sind abgeschaltet und per Menü nicht zu erreichen. Schlimmer noch: ausser /home und /media versteckt er in der default-Ansicht alle Ordner. Gut, das lässt sich alles beheben (und soll wohl auch im nächsten Release etwas weniger werden), aber die Schwelle von sinnvoll-vorkonfiguriert zu bevormundend ist m.E. überschritten.

Nun also Sid und nach meiner Erfahrung mit Beryl, die mir so richtig die Augen geöffnet hat, wozu (m)ein Rechner da sein sollte und wozu nicht, nicht mehr KDE sondern ion3. Man schafft wirklich mehr, wenn man sich nicht mehr mit Fenster-schieben beschäftigt.

Was Debian meiner Meinung nach gut tun könnte, wären ein paar Informationen nach der Installation:
Neuling installiert Kubuntu --> Wlan läuft
Neuling installiert Debian --> Wlan läuft nicht.
Was fehlt ist eine Meldung wie: "Hallo Neuling, um dein Wlan zum Laufen zu bewegen, musst Du die Firmware von http://foo nach bar kopieren", denn das kann Neuling nicht wissen, weshalb er dann "geht nicht" denkt und abwandert.

mullers

Beitrag von mullers » 08.01.2007 11:26:41

Wasauchimmer-buntu, gut, nicht schlecht. Hatte ich auch mal eine Zeitlang auf meinem Laptop. Was mich bewogen hat, es wieder aufzugeben, war, dass es zu groß ist und dann so nickliche Kleinigkeiten wie, nur als Beispiel: dpkg-reconfigure locales - unter Ubuntu! , hehe.
Jetzt habe ich Debian und - grml. Wenn man ein bisschen auf der Konsole bescheid weiss, kann grml (also als Festplatteninstallation) genau das sein, was an Ubuntu stören könnte: Schlank, gut zu konfigurieren und einige Sache "out-of-the-box", die es eben bei Etch nicht sind. Bis auf diesen dämlichen lilo ist das richtig gut.

Clio

Beitrag von Clio » 08.01.2007 19:41:47

henry atting hat geschrieben:Bis auf diesen dämlichen lilo ist das richtig gut.
Also, Lilo ist ja nun schon ziemlich veraltet, warum kein Grub?

Zum Thema:
Auch ich habe mir natürlich Ubuntu und Kubuntu angeschaut.
Es waren die Versionen 5.06

Ubuntu fiel schon direkt wieder aus der Wahl, da ich Gnome absolut furchtbar finde, was nicht heißt, daß ich ihn mir nicht genau angeschaut hätte.
Aber wie gesagt, Gnome kommt nicht infrage.

In Kubuntu war KDE buggy und merkwürdig aufgeteilt. Sagte mir nicht zu.

Die Besonderheiten mir sudo kann man sicher nachträglich ändern, wie so vieles andere auch, aber insgesamt haben mir beide Versionen nicht gefallen.
Warum dieses *buntu so hochgelobt wird, kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Die Installation geht nicht schneller, da auch die Installer identisch zum Debian sind, und auch das Konfigurieren des Systems dauert ähnlich lang.

In meinen Augen ist das alles nur reine Marketingstrategie, aber erfolgreich, wie man an den Empfehlungen von Distris ablesen kann.

mullers

Beitrag von mullers » 08.01.2007 22:42:05

Clio hat geschrieben:
henry atting hat geschrieben:Bis auf diesen dämlichen lilo ist das richtig gut.
Also, Lilo ist ja nun schon ziemlich veraltet, warum kein Grub?
Das ist wohl weil der Projektleiter Grub nicht mag; Argument: Why Lilo? Because it works.
Aber ich denke doch, Grub works even better.

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Lohengrin
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Beitrag von Lohengrin » 06.04.2007 08:38:22

Ich war vor ein paar Wochen in Südafrika. Dort wurden meine Vorurteile gegen den Herrn Shuttleworth und sein Ubuntu voll bestätigt.
In Südafrika kennt kaum jemand diese GNU/Linux Distribution. In den Schulen wird, wenn sie Computer haben, Windows verwendet. Sogar die University for Applied Mathematics in Kaapstad wird bedrängt, endlich auf Windows umzusteigen (das tun die aber nicht, weil die wie überall auf der Welt mit Unix/GNU großgeworden sind, und wissen was gut ist).

Fragst man einen Südafrikaner, ob er Ubuntu kennt, dann sagt er ja, denn das war (ist) ein Lieblingswort von Mandela. Auch die übereinandergelegten Hände, die Shuttleworth als Erkennungszeichen verwendet, sind durch Mandela bekannt.

Hier in Deutschland wird der Eindruck vermittlelt, Shuttleworth würde im großen Stil südafrikanische Schulen mit Rechnern versorgen, und dafür sorgen, dass die Schüler freie Software kennenlernen.

Die Software ist von Debian, und der Name mit seiner Aura von Mandela. Shuttleworth ist ein Geschäftsmann. Er hat in den letzten Jahren mit Sicherheit durch diese Masche viel mehr Geld eingenommen, als er gespendet hat.
Es gibt hier viele gutgläubige Leute, die aus politischen Gründen freie Software verwenden wollen. Wenn dann noch etwas mit Afrika dazukommt, bekommen diese Leute glasige Augen. Diese Masche funktioniert.

Selbstverständlich kommt alle Nasen lang ein Lobbericht über Ubuntu in Zeitungen. Das kann man arrangieren, wenn man viel Geld hat. Da gibt es dann zB einen Vergleich über die Schnelligkeit im Einspielen von Updates, wobei 30 (nach welchen Kriterien?) ausgesuchte Sicherheitslücken berücksichtigt wurden (alle gleich bewertet, egal ob Severity grave oder none ist).


Wenn die Ubuntus freie Software entwickeln, ist das gut. Diesen Nutzen erkenne ich an.
Wenn dabei aber ein Distribution herauskommt, die mit dem falschen Eindruck vermarktet wird, dass sie auf neuen Rechnern stabil läuft, von Windowsgewohnten gehandhabt werden kann, und dass die Kommunikationsprobleme zwischen freier Software und dem Monopolisten zu vernachlässigen seien, dann werden die Leute enttäuscht und von freier Software im Allgemeinen abgeschreckt. Diesen Schaden sehe ich auch.

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Beitrag von Lohengrin » 06.04.2007 08:55:19

voyager hat geschrieben:ich habe neben Debian Etch noch ein Ubuntu Dapper installiert, dieses soll ja die stabile Version sein und wird mehrere Jahre supported. Es ließ sich leicht installieren und läuft bei mir tadellos, aber das ist auch eine Hardwaresache, wird wohl nicht überall so sein.
Ich habe mit Dapper 6.06 andere Erfahrung gemacht.
Die Bildschirmauflösung war zu groß. Mit Klickibuni habe ich es nicht hingekriegt. dpkg-reconfigure xorg hat geholfen. In die menu.lst von grub musste noch acpi=force rein, damit das Ding ausschaltet. Wenn man das LAN-Kabel rauszieht und wieder reinsteckt, muss man pump in die Shell schreiben, manchmal kriegt er beim Hochfahren den Sound nicht konfiguriert.
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Beitrag von OliverDeisenroth » 11.04.2007 16:49:09

tylerD hat geschrieben: Mehr Auswahl -> mehr Benutzer -> mehr Entwickler -> bessere Software. Und ich finde es auch gut das verschieden Leute verschiedene Organisationsformen ausprobieren. Nichts ist schlimmer, als im eigenen Saft zu schmoren und für nichts neues mehr offen zu sein.
Das denke ich auch, allerdings ;-) Ich habe nun mehrere Jahre Debian Etch verwendet, gut 2 Monate Gentoo ~amd64 und nun kommt wohl mal Kubuntu Feisty Fawn 7.04 an die Reihe.
Gentoo ~amd64 hat mir so einige Kompatibilitsprobleme mit 32 Bit Anwendungen bereitet und wirklich schneller ist es auch nicht. Ein emerge kdebase dauert erstmal 1/2 Minute zur Überprüfung der Abhängigkeiten und für's Kompilieren kann man je nach Größe der Anwendung schon mal 2 Stunden einplanen ;) Da vermisst man nach einiger Zeit doch APT.
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Beitrag von CrashMan » 11.04.2007 18:16:30

Ubuntu selbst mag ich nicht. Außerdem hatte ich in letzter Zeit mehr Probleme mit Ubuntusystemen als mit Debiansystemen.
Ich würde es seit kurzen auch nicht mehr Unterschreiben wollen, dass Ubuntu Einsteigerfreundlicher wär.

Aber eine Sache muss man Ubtuntu positiv anmerken:
Die ganze Community und die große Masse an Umsteigern bilden mit ihren Problemen, Scripts und Angewohnheiten einen großen Pool aus Informationen und Hilfen, die sich meist leicht auf Debian anwenden lassen.
Und genau aus diesen Punkt finde ich den Ubuntuhype gut. Es hat auch mir schon geholfen, auch wenn ich selbst kein Ubuntu einsetze.

mfg
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Beitrag von Kokopelli » 11.04.2007 18:52:39

CrashMan hat geschrieben:Aber eine Sache muss man Ubtuntu positiv anmerken:
Die ganze Community und die große Masse an Umsteigern bilden mit ihren Problemen, Scripts und Angewohnheiten einen großen Pool aus Informationen und Hilfen, die sich meist leicht auf Debian anwenden lassen.
Prinzipiell hast Du recht, aber ich hatte auch schon große Probleme damit, wirklich fundierte Hilfe zu bekommen.... da sind viele Umsteiger auf Umsteigerniveau... 3/4 aller Probleme wird erstmal durch erweitern der sources.list bearbeitet (was wahnwitzige Auswüchse an externen Repositories mit sich bringt). Auch gerne genommen ist der Tipp zur Neuinstallation. Und Hilfe zu Standardtools wie mutt, vim oder emacs...... da fragst Du besser nach dem letzten Compiz-Hack, da hast Du wesentlich bessere Chancen.

Mein persönlicher, subjektiver und zu sehr verallgemeinerter Eindruck:
Eine sehr freundliche, hilfsbereite Community, deren Großteil jedoch fast nur graphisch arbeitet, die Konsole nicht anrührt und keinerlei Grundlagenwissen hat. Das ist der Nachteil der gehypten Einsteigerfreundlichkeit, die sind alle zu Linux gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Dadurch blühen dann magische black-box-hacks wie "automatix", die ohne mit der Wimper zu zucken mit sudo-Rechten (root kennt ja keiner mehr) ausgeführt werden.

<Verschwörungstheorie>
:twisted: :twisted: :twisted: :twisted:
Canonical bietet all dies graphischen tools, um die Nutzer völlig von der Kommandozeile zu entwöhnen. Dann lässt sich gleich viel besser Support verkaufen....
</Verschwörungstheorie>
Beste Grüße, Kokopelli
--------------------------
"One must marvel that Godzilla never died laughing" (William Tsutsui)

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Beitrag von OliverDeisenroth » 11.04.2007 20:18:10

CrashMan hat geschrieben: Und genau aus diesen Punkt finde ich den Ubuntuhype gut. Es hat auch mir schon geholfen, auch wenn ich selbst kein Ubuntu einsetze.
mfg
Also gut für's Allgemeinwohl, das wäre doch schon mal ein positiver Aspekt. Habe die Wiki, wie du, auch schon öfters auf Debian angewandt. Deswegen spricht ja nix dagegen diese zu fördern =)
Kokopelli hat geschrieben: Dadurch blühen dann magische black-box-hacks wie "automatix", die ohne mit der Wimper zu zucken mit sudo-Rechten (root kennt ja keiner mehr) ausgeführt werden.
Allerdings, wem's gefällt ;-) Dafür gibt es ja neuerdings http://easyubuntu.freecontrib.org, also für Leute, die das erste mal an einem PC sitzen(oder so in der Art -.- ).
Kokopelli hat geschrieben: Eine sehr freundliche, hilfsbereite Community, deren Großteil jedoch fast nur graphisch arbeitet, die Konsole nicht anrührt und keinerlei Grundlagenwissen hat.
Das zum Beispiel würde ich so nicht sagen. Ich kenne viele Leute der Kubuntu Community, die weit aus mehr als klicken können, also das sind nicht alles DAUs :)

Was mir außerdem noch an an Kubuntu gefällt sind die relativ kurzen Releasezyklen von 6 Monaten.
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Beitrag von Lirion » 12.04.2007 09:11:45

Oliver_D hat geschrieben:Das zum Beispiel würde ich so nicht sagen. Ich kenne viele Leute der Kubuntu Community, die weit aus mehr als klicken können, also das sind nicht alles DAUs :)

Was mir außerdem noch an an Kubuntu gefällt sind die relativ kurzen Releasezyklen von 6 Monaten.
Mag stimmen. Daß da auch fähige Leute sitzen, sollte man nicht abstreiten. Aber was das Suchen in Communities nach Problemlösungen angeht, liegt Ubuntu derzeit zwischen Debian und Windows - es gibt auch genug eher weniger hilfreiche Beiträge zu einer Frage, die das Suchen nach einer Lösung durchaus lang gestalten können - je neuer man in der Materie ist, desto länger. Ich als, naja Fortgeschrittener (wirklich erfahren würde ich mich noch nicht nennen) nutze durchaus Ubuntuforen, wenn ich mal nicht weiter weiß, aber ich kann auch schon ein bißchen die Spreu vom Weizen trennen. Was ist mit Neueinsteigern?


Kurze Releasezyklen sind kein Argument. Das beste Beispiel ist Windows ME.

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Beitrag von OliverDeisenroth » 12.04.2007 12:35:27

Lirion hat geschrieben:
Oliver_D hat geschrieben: Kurze Releasezyklen sind kein Argument. Das beste Beispiel ist Windows ME.
Stimmt, aber man gibt sich doch sehr viel Mühe, dass die jeweiligen Releases dann relativ bugfrei bleiben ;)
Das konnte man von ME ja überhaupt nicht sagen.
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Beitrag von widde » 13.04.2007 09:51:45

Ist schon geil mit den "Communitys"... Ohne rumgehacke geht es nicht!
*Metapher auspack*
Im heise Forum läuft jeden Tag der Film "Windows vs. Linux" in einer endlosen Wiederholung. Der Film ähnelt in der Darstellung sehr dem Gemetzel der ersten Minuten von "Saving Privat Ryan" :twisted: Hier gibt es dann zum Glück mal andere Filme zu sehen... "*buntu vs debian" "gnome vs. kde" "console vs. gui" Allerdings auch in endloser Wiederholung :roll:

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Beitrag von OliverDeisenroth » 13.04.2007 17:54:52

widde hat geschrieben:Hier gibt es dann zum Glück mal andere Filme zu sehen... "*buntu vs debian" "gnome vs. kde" "console vs. gui" Allerdings auch in endloser Wiederholung :roll:
Dreh einen Film im Stil von Toll! (bei Frontal21 im ZDF) ;-)

Nun zu meinem kleinen Kubuntu Feisty Fawn Wechsel... Der Praxistest hat's mal wieder gezeigt:

Der Großteil meiner Hardware wurde zwar erkannt, aber als es dann ans eingemachte ging, zum Beispiel ein Programm mit wine von einer CD/DVD zu installieren, gab es dann die ersten Probleme. Und zwar hat Feisty scheinbar von Haus aus eine udev Regel drin, die Datenträger als no-exec mountet.
So wurde mir mal wieder bewusst dass Kubuntu doch seine Tücken hat und es bleibt in Zukunft auf jeden Fall das Debian Etch 4.0 auf dem PC, damit bin ich die letzten Jahre am besten durch's Leben gekommen, Ende,aus.
... und weiß wenigstens was ich anstelle, selber ist halt doch besser ;)

Das kommt halt davon, wenn man dem Debian fremdgeht :lol:
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