Debian Bug richtig absetzen

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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trollker
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Debian Bug richtig absetzen

Beitrag von trollker » 30.10.2004 02:13:45

Hallo

ich wollte eben einen Bug Report an Debian schreiben aber irgendwie bin ich wohl zu blöd/müde/verstrahlt/... :) um die Hinweise auf der Debian Seite richtig zu interpretieren ;)

Also was ich schonmal begriffen habe, ist das es da verschiedene Unterscheidungen der Bugs gibt. (Da ist ja auch noch eifnach *g*)

Mein "Bug" fällt in die Kategorie wishlist, da ich nur um die Aufnahme eines Paket bitten möchte.
iIe nun alles entscheidene Frage ist:

Wie stell ich das richtig an?

Das hab ich nicht so wirklich verstanden...

Vielen Dank schonmal für eure Hinweise!

MfG trollker
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hupfdule
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Beitrag von hupfdule » 30.10.2004 14:42:54

Am Einfachsten, du benutzt dafür das Programm reportbug. Dann brauchst du dich um das Format nicht kümmern.

Cordess
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Beitrag von Cordess » 30.09.2006 01:21:43

Ich würde auch gerne einen Bug Report einsenden, habe aber momentan gar kein Debian installiert, wie soll ich also reportbug benutzen können?

Hat denn Debian kein brauchbares Webinterface mit dem man einen Bug selbst von einem Windows Rechner aus einreichen kann?
Weil das mit der E-Mail schreiben und sich dann an die Syntax halten und die E-Mail Adresse Spamrobotern aussetzen das tue ich mir wirklich nicht an.
Dann verzichte ich doch lieber auf einen Bugreport.


Das Gnome und Mozilla Projekt haben so ein praktisches Bug Reporting Tool, wieso kann
man das nicht bei Debian einführen?
Zumal die Debian Bug Report Hilfe Seite (http://www.debian.org/Bugs/ ) sowieso ziemlich überladen ist.
Man muß viel zu viel lesen und Seiten wechseln nur um den passenden Eintrag zu finden, wie man denn jetzt einen Bug einreichen kann.
Das sollte IMO deutlich übersichtlicher und einfacher werden.

Das Gnome Projekt macht es hier wieder vor, da ist es schön übersichtlich.
4 weiterführenende Punkte die man nur anklicken muß und der 3. ist der, der einem direkt zum einreichen von Bugs hinführt.
So sollte das sein.
http://bugzilla.gnome.org/



Ach ja, falls ich mangels Webinterface nicht dazu komme einen Wishlist Bug Report einzureichen.
Das was ich mir als Paket in Debian Etch gerne wünsche ist:

1. Die beiden Videoschnittprogramme Cinelerra (am besten Cinelerra-cvs) und Kdenlive.
Die fehlen beide und es sind die einzigen brauchbaren nichtlinearen Videoschnittprogramme für Linux überhaupt.
D.h. die Programme sind eigentlich essentiel wichtig, es verwundert mich schon sehr,
daß diese beiden in der Debian Paketliste für Etch komplett fehlen.
Kino ist linear und somit unzureichend für anspruchsvollere Ambitionen.

2. Die in Debian Etch momentan enthaltene Version von Blender ist viel zu alt.
Die Version 2.36 gibt es schon seit 1,5 jahren, aktuell ist 2.42.
Etwas aktueller könnte es schon sein.

3. Auch wäre es wünschenswert, wenn man bei Cinepaint noch auf die nächste Version wartet die bald in einigen Tagen erscheint und diese in Debian Etch noch aufnimmt.
Da die derzeit existierenden Cinepaint Versionen derart instabil sind,
daß man sie auch gleich weglassen könnte.
Da hat also die Debian Stabilitätsrichtlinie ihr Ziel verfehlt wenn man die alte instabile Version drin läßt.

4. Falls möglich wäre es noch gut, wenn man Ardour 2.0 noch in Debian Etch aufnimmt.
Weil das dank dem GTK2 Port von GTK 1.x deutlich bedienungsfreundlicher geworden ist, als die alte Ardour Version 0.99 die momentan in Etch drin ist.

5. Ekiga 2.0 (früher Gnomemeeting) die Voide over IP Software für SIP Telefonie fehlt ebenfalls. Gnomemeeting ist uralt.

6. Celestia gibt es ebenfalls nicht in Debian Etch. Auch dieses Programm ist viel zu wichtig, als das es fehlen dürfte.

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I.C.Wiener
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Beitrag von I.C.Wiener » 30.09.2006 02:24:56

Cordess hat geschrieben:Das Gnome Projekt macht es hier wieder vor
Eigentlich machen sie es nach.
Debians BTS war das erste öffentliche BTS. Damals war es üblich, alles per E-Mail laufen zu lassen. Dass das heute als nicht mehr ganz zeitgemäß angesehen wird, verstehe ich schon. Aber um ein neues System einzuführen bedarf es etwas mehr als nur eben mal Bugzilla zu installieren.
Die alten Daten müssten migriert und ein möglichst nahtloser Übergang sichergestellt werden.

Solche Verfahren sind in freien Projekten immer etwas vernachlässigt, da sich mal eben eine kleine Gruppe Leute ein paar Wochen intensiv damit beschäftigen müsste. Wenn dann deren Arbeit dafür liegen bleibt, ist das auch nicht gern gesehen.

Wenn du kein Debian benutzt und in deiner Distribution das Programm reportbug vergeblich suchst, solltest du einen Bugreport an deinen Distributor schicken und um Aufnahme dieses Programms bitten.

Zudem denke ich, dass die Beschreibung auf http://www.debian.org/Bugs/Reporting sehr gut ist. Ich denke, dass der, der das nicht versteht, auch keinen guten Bugreport verfassen kann.

MfG
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Cordess
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Beitrag von Cordess » 30.09.2006 02:35:44

I.C.Wiener hat geschrieben:[
Wenn du kein Debian benutzt und in deiner Distribution das Programm reportbug vergeblich suchst, solltest du einen Bugreport an deinen Distributor schicken und um Aufnahme dieses Programms bitten.
Ich glaube nicht das Microsoft dieses Programm in Windows aufnimmt.
Und selbst wenn ich mein Slackware dazu benutzen würde, müßte
Slackware dieses Programm nicht aufnehmen.

Noch mal zurück zum Webinterface.
Du hast gesagt das mal schnell Bugzilla installieren zu aufwendig und zeitintensiv wäre.
Ok, schön.
Da aber Debian momentan ein einreichen per E-Mail anbietet würde es genügen,
wenn man ein Webinterface aufsetzt das halt automatisch solche Bug Report E-Mails
einreicht.
Und da muß man dann auch keine Datenbank migrieren sondern nimmt einfach das bestehende E-Mail System.


Zudem denke ich, dass die Beschreibung auf http://www.debian.org/Bugs/Reporting sehr gut ist. Ich denke, dass der, der das nicht versteht, auch keinen guten Bugreport verfassen kann.
Ja, die Beschreibung ist sehr ausführlich, aber darum geht es mir überhaupt nicht.
Tatsache ist doch, daß ich zu lange in dem Text suchen muß um die Antwort auf die einzige Frage zu finden "wo ist der Link zum draufklicken der mich zum Webinterface führt".
Kurze prägnante Stichwörter wären hier eher angebracht als ein Seitenlanger Text.

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I.C.Wiener
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Beitrag von I.C.Wiener » 30.09.2006 05:12:26

Cordess hat geschrieben: Ich glaube nicht das Microsoft dieses Programm in Windows aufnimmt.
Und selbst wenn ich mein Slackware dazu benutzen würde, müßte
Slackware dieses Programm nicht aufnehmen.
Die beiden Vergleiche verstehe ich nicht.
Cordess hat geschrieben: Noch mal zurück zum Webinterface.
Du hast gesagt das mal schnell Bugzilla installieren zu aufwendig und zeitintensiv wäre.
Nein, habe ich nicht.
Cordess hat geschrieben: [...] würde es genügen,
wenn man ein Webinterface aufsetzt das halt automatisch solche Bug Report E-Mails einreicht.
Das Problem bleicht das gleiche. Wer tut das? Die meisten Entwickler scheinen mit dem jetzigen System zufrieden zu sein. Oder sie haben eben keine Zeit, ihre Pakete zu vernachlässigen um so ein System aufzubauen.
Cordess hat geschrieben: Kurze prägnante Stichwörter wären hier eher angebracht als ein Seitenlanger Text.
Eine Analogie:
Eine Einweihung in einen der Reikigrade ist recht teuer. Der Grund dafür ist, dass die Reiki-Allianz nicht jeden zweiten "ich habe mir da mal eine fixe Idee in den Kopf gesetzt" im Boot haben möchte um ein bisschen die Esoterik (im ursprünglichen Wortsinn) der Sache aufrecht zu erhalten.

Ein Bugreport ist keine einfache Sache. Nicht jeder Anfänger sollte Bugreports schreiben, ohne sich mit der Materie auseinandergesetzt zu haben.
Ein schöner, auffälliger Link zu einem Eingabefeld würde die Zahl der Bugreports schnell nach oben treiben. 90% davon wären wertlos.
Wenn ich sehe, wie viele der Anfänger in #debian oder #kde mit dem Spruch ankommen, sie hätten einen Bug gefunden, um dann nach einer Reihe Fragen der anderen Kanalratten realisieren zu müssen, dass sie das Programm nur falsch bedient oder falsch verstanden haben, dann sehe ich eine narrensichere Art Bugs zu melden eher mit Skepsis.

Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ein Anfänger die Komplexität der Paketabhängigkeiten verstehen kann, wenn er sich nicht durch eine kurze Anleitung zum Schreiben von Bugreports durcharbeiten möchte.
Bugs in Debian sind NUR Bugs im Paketbau (und Bugs in einer handvoll debianeigene Programme).
Findet jemand einen Fehler in einem Programm, sollte er danach dieses Programm direkt aus den Originalquellen bauen und überprüfen, ob dort (in gleicher Version) der Fehler auch vorhanden ist. Ist dies der Fall, gehört der Bugreport nicht nach bugs.debian.org. Nur wenn eindeutig feststeht, dass der Fehler durch einen Patch des Paketmaintainers verursacht wird (wovon man ausgehen kann, wenn die Upstreamversion den Fehler nicht aufweist), gehört der Bugreport ins Debian-BTS.
An welcher Stelle soll man solche Informationen dem potenziellen Reporter vermitteln, wenn er nur kurz auf einen Link klicken und dann seinen Text eingeben möchte?

Es gibt ein SoC-Projekt, das ein neues, GTK+-basiertes Programm zum Melden von Bugs zum Ziel hat. Warum für dieses eine größere Motivation vorhanden zu sein scheint, als für ein webbasiertes Programm, weiß ich nicht. Wo ein Wunsch ist, ist auch ein Weg. Sollte deine Vision auf offene Ohren stoßen, wird es das irgendwann geben. Aber zu schimpfen, dass es noch nicht da ist, halte ich nicht für sehr sinnvoll.

MfG
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hupfdule
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Beitrag von hupfdule » 30.09.2006 12:58:07

Cordess hat geschrieben: Hat denn Debian kein brauchbares Webinterface mit dem man einen Bug selbst von einem Windows Rechner aus einreichen kann?
Mir ist keins bekannt. Ne Idee wärs natürlich, allerdings kann ich der Argumentation von I.C.Wiener gut folgen, dass damit die Anzahl "falsch-positiver" Bugs stark zunehmen würde. Insbesondere muss man beachten, dass Bugs zielgerichtet sein müssen, das heißt sie sollten genau dem Paket zugewiesen werden, das tatsächlich den Bug aufweist. Auch sollten besondere Konfigurationsoptionen der Programme gleich mit erfasst werden, falls der Bug nur in besonderen Konfigurationen auftritt. Das kann das reportbug tool sehr schön leisten, da es diese Infos automatisch anhängen kann. Ist mit einem Webinterface nicht möglich. Daher sollte jemand, der einen Bug ohne reportbug schreibt, schon viel Zeit investieren, um einen guten Bugreport zu erstellen.

Übrigens finde ich gerade Bugzilla als Quälerei. Ich kenne kein anderes browserbasiertes Bugreporting-Tool, das derart unübersichtlich ist. Was wieder dazu führt, dass die Bugreports nicht ohne Weiteres zielgerichtet erstellt werden können.
1. Die beiden Videoschnittprogramme Cinelerra (am besten Cinelerra-cvs) und Kdenlive.
Die fehlen beide und es sind die einzigen brauchbaren nichtlinearen Videoschnittprogramme für Linux überhaupt.
Das ist leider kein Kandidat für einen Bugreport (auch kein Wishlist-Bug). Bugs können nur vorhanden Paketen zugewiesen werden. Es gibt zwar die Möglichkeit darum zu bitten, dass ein solches Programm paketiert wird, jedoch halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Wunsch erfüllt wird, für ziemlich unrealistisch. Das Problem ist einfach, wenn sich bis jetzt noch kein Maintainer dazu entschlossen hat, diese zu paketieren, dann besteht bei den Maintainern wohl auch geringes Interesse daran. Gerade bei Cinelerra wird es aber wohl hauptsächlich daran liegen, dass das sehr schwierig zu paketieren ist.
Also an dieser Stelle muss ich dich enttäuschen. Um Programme in Debian integriert zu bekommen, hilft momentan nichts außer selbst derartige Pakete zu erstellen (was für Debian-ungeübte natürlich auch keine Option ist).
D.h. die Programme sind eigentlich essentiel wichtig
Essentiell nicht. Das sind schon recht spezielle Programme, die nur für einen Bruchteil der Anwender wirklich wichtig sind.
2. Die in Debian Etch momentan enthaltene Version von Blender ist viel zu alt.
Die Version 2.36 gibt es schon seit 1,5 jahren, aktuell ist 2.42.
Etwas aktueller könnte es schon sein.
In unstable ist bereits die 2.42. Da Pakete ohne RC-Bugs automatisch nach testing wandern, vermute ich, dass blender derartige Bugs hat, die das verhindern. Falls es dich interessiert, kannst du ja mal auf der Bugseite zu Blender nachschauen, ob derartige Bugs existieren: bugs.debian.org/blender
6. Celestia gibt es ebenfalls nicht in Debian Etch. Auch dieses Programm ist viel zu wichtig, als das es fehlen dürfte.
Ist in unstable enthalten. Allerdings würde ich ein "real-time visual space simulation" Programm kaum als wichtig bezeichnen.

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hupfdule
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Beitrag von hupfdule » 30.09.2006 13:01:47

I.C.Wiener hat geschrieben:
Cordess hat geschrieben: Ich glaube nicht das Microsoft dieses Programm in Windows aufnimmt.
Und selbst wenn ich mein Slackware dazu benutzen würde, müßte
Slackware dieses Programm nicht aufnehmen.
Die beiden Vergleiche verstehe ich nicht.
Ist doch klar. Wozu sollten fremde Distributionen ein Debian-spezifisches Programm aufnehmen?
Bugs in Debian sind NUR Bugs im Paketbau (und Bugs in einer handvoll debianeigene Programme).
Findet jemand einen Fehler in einem Programm, sollte er danach dieses Programm direkt aus den Originalquellen bauen und überprüfen, ob dort (in gleicher Version) der Fehler auch vorhanden ist. Ist dies der Fall, gehört der Bugreport nicht nach bugs.debian.org. Nur wenn eindeutig feststeht, dass der Fehler durch einen Patch des Paketmaintainers verursacht wird (wovon man ausgehen kann, wenn die Upstreamversion den Fehler nicht aufweist), gehört der Bugreport ins Debian-BTS.
Falsch! Alle Bugs gehören ins BTS. Das ist quasi ein Service von Debian für die Anwender. Man spart sich damit den Umgang mit den vielen verschiedenen Bugreporting Systemen der verschiedenen Upstream-Programme. Der Debian-Maintainer hat dafür zu sorgen, herauszufinden, ob dieser Bug in Upstream enthalten ist oder beim Paketbau entstanden ist. Es ist nicht die Aufgabe des Anwenders das zu entscheiden.

Cordess
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Beitrag von Cordess » 03.10.2006 15:36:32

I.C.Wiener hat geschrieben: Das Problem bleicht das gleiche. Wer tut das? Die meisten Entwickler scheinen mit dem jetzigen System zufrieden zu sein. Oder sie haben eben keine Zeit, ihre Pakete zu vernachlässigen um so ein System aufzubauen.
Schön, dann wird es halt auch weniger Bugreports geben.
Wenn das besser ist?


Ein Bugreport ist keine einfache Sache. Nicht jeder Anfänger sollte Bugreports schreiben, ohne sich mit der Materie auseinandergesetzt zu haben.
Ich bin kein Anfänger beim schreiben von Bugreports sondern weiß sehr genau wie man gute Bugreports schreibt, Erfahrungen habe ich bei Gnome und Mozilla genug gesammelt, aber warum soll ich mir jetzt das ganze Anfängertutorial durchlesen nur um
den entsprechenden Link auf ein Webinterface für das einsenden von Bugs zu finden?

Ein schöner, auffälliger Link zu einem Eingabefeld würde die Zahl der Bugreports schnell nach oben treiben. 90% davon wären wertlos.
Mag ja sein, aber es steigt auch die Anzahl hochwertiger Bugreports.
Außerdem kann man die Zahl schelchter Bugreports eindämmen, in dem
man das Webinterface so gestaltet, daß es den Benutzer führt.
D.h. also gezielte Fragen stellt, Seite für Seite.

Findet jemand einen Fehler in einem Programm, sollte er danach dieses Programm direkt aus den Originalquellen bauen und überprüfen, ob dort (in gleicher Version) der Fehler auch vorhanden ist. Ist dies der Fall, gehört der Bugreport nicht nach bugs.debian.org.
Das ist nur zum Teil richtig.
Denn man muß das hier auch mal im Verhältnis sehen.
Warum gibt es z.B. Distributionen, wenn sich jeder sein eigenes GNU/Linux System einfach selber zusammenbauen könnte?
Ganz einfach, weil die Distribution dazu da ist um dem Anwender die Arbeit abzunehmen, in dem sie für ihn eine Paketsammlung zusammenstellt und
mit entsprechenden Werkzeugen und Installer austattet, so daß der Anwender
diese Arbeit nicht selbst machen muß.

Als nächster Schritt kommt der Support der Distribution, hier dient die Distribution als gemeinsammer Ansprechpartner für den Endanwender und daher erscheint es nur logisch, daß sie auch Bugreports, die nur bestimmte Pakete der Distribution betreffen, entgegen nimmt und gegebenenfalls an die Programmentwickler weiterleitet.
Desweiteren ist es allein schon deswegen eine Aufgabe der Distribution weil es Distributionsspezifische Programmpakete sind, die vom Distributor erstellt wurden,
wie du selbst richtig erwähnt hast, wäre nämlich eine Neukompilation der Originalprogrammpakete fällig aber warum sollte das ein Endanwender tun, da könnte er ja dann gleich selber sein ganzes Linux System zusammenstellen.

Ich bin daher nicht deiner Meinung.
Der Distributor sollte daher sehr wohl eine Anlaufstelle für Bugreports darstellen,
die die eigentlichen Programme von Programmpaketen der Distribution betreffen.
Das hat dadurch auch den Vorteil, daß der Distributor gleich gute Bugreports
von schlechten ausfiltern kann und somit die Entwickler der eigentlichen Programme
nicht mit schlechten Bugreports unnötig belastet werden.

Zu einer Distribution gehört nunmal auch Support und wer den nicht leisten kann,
der sollte es lieber bleiben lassen eine Distribution zu erstellen.


An welcher Stelle soll man solche Informationen dem potenziellen Reporter vermitteln, wenn er nur kurz auf einen Link klicken und dann seinen Text eingeben möchte?
Ein gutes Webinterface könnte den Benutzer fragen um welche Art von Bugreport es sich handelt und dann gegebenenfalls, nach einer manuellen Überprüfung durch den Maintainer, eine automatisierte E-Mail an die Entwickler der eigenlichen Anwendung schicken.
Dadurch hält man die Arbeit für den Maintainer gering und kann trotzdem den Bugreport an die Programmentwickler schicken.

Aber zu schimpfen, dass es noch nicht da ist, halte ich nicht für sehr sinnvoll.
Ich schmipfe nicht, ich kritisiere.
Und Kritik ist immer angebracht, da nur so die Verantwortlichen auf entsprechende
Probleme aufmerksam gemacht werden können.

Cordess
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Beitrag von Cordess » 03.10.2006 15:40:11

hupfdule hat geschrieben: Falsch! Alle Bugs gehören ins BTS. Das ist quasi ein Service von Debian für die Anwender. Man spart sich damit den Umgang mit den vielen verschiedenen Bugreporting Systemen der verschiedenen Upstream-Programme. Der Debian-Maintainer hat dafür zu sorgen, herauszufinden, ob dieser Bug in Upstream enthalten ist oder beim Paketbau entstanden ist. Es ist nicht die Aufgabe des Anwenders das zu entscheiden.
Danke, habe den Thread erst jetzt zu Ende gelesen, aber genau so sehe ich das auch.

Cordess
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Beitrag von Cordess » 03.10.2006 15:51:14

hupfdule hat geschrieben: Das ist leider kein Kandidat für einen Bugreport (auch kein Wishlist-Bug). Bugs können nur vorhanden Paketen zugewiesen werden. Es gibt zwar die Möglichkeit darum zu bitten, dass ein solches Programm paketiert wird, jedoch halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Wunsch erfüllt wird, für ziemlich unrealistisch. Das Problem ist einfach, wenn sich bis jetzt noch kein Maintainer dazu entschlossen hat, diese zu paketieren, dann besteht bei den Maintainern wohl auch geringes Interesse daran. Gerade bei Cinelerra wird es aber wohl hauptsächlich daran liegen, dass das sehr schwierig zu paketieren ist.
Also an dieser Stelle muss ich dich enttäuschen. Um Programme in Debian integriert zu bekommen, hilft momentan nichts außer selbst derartige Pakete zu erstellen (was für Debian-ungeübte natürlich auch keine Option ist).
Danke für die Information. es ist schade aber ich werde damit dann wohl leben müssen.
:(
Bezüglich Kdenlive, dieses dürfte sicher etwas einfacher zu maintainen sein
nur hat es halt noch nicht den Funktionsumfang von Cinerella.

D.h. die Programme sind eigentlich essentiel wichtig
Essentiell nicht. Das sind schon recht spezielle Programme, die nur für einen Bruchteil der Anwender wirklich wichtig sind.
Ja, das ist natürlich richtig.
Ich gehe halt von dem Standpunkt aus, daß in einer großen Distribution wie Debian,
welche über tausende von Pakete enthält, mindestens ein einziges hochwertiges Programm für jede Art von Einsatzzweck (hier Videoschnitt) enthalten sein sollte,
sofern es solche Programme im Open Source Umfeld gibt.
Und Kino geht zwar sicher in diese Richtung, aber für ambitionierte Videoschnittprojekte
ist es halt kaum zu gebrauchen bzw. wäre Cinelerra oder Kdenlive besser geeignet.

In unstable ist bereits die 2.42. Da Pakete ohne RC-Bugs automatisch nach testing wandern, vermute ich, dass blender derartige Bugs hat, die das verhindern. Falls es dich interessiert, kannst du ja mal auf der Bugseite zu Blender nachschauen, ob derartige Bugs existieren: bugs.debian.org/blender
Danke, ich werde mir die Seite mal anschauen.
6. Celestia gibt es ebenfalls nicht in Debian Etch. Auch dieses Programm ist viel zu wichtig, als das es fehlen dürfte.
Ist in unstable enthalten. Allerdings würde ich ein "real-time visual space simulation" Programm kaum als wichtig bezeichnen.
Nun ja, siehe oben.
Für Astronomen ist es sicher eines der wichtigsten Programme, da es ja
auch eines der Qualitativ hochwertigsten und besten im Open Source Bereich ist.

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Beitrag von catdog2 » 03.10.2006 16:13:39

kdenlive gibts auf debian-multimedia.org .
Unix is user-friendly; it's just picky about who its friends are.

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Joghurt
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Beitrag von Joghurt » 03.10.2006 16:24:36

Wünsche für neue Pakete werden als Bugreport für das virtuelle Paket wnpp gemacht.

http://www.debian.org/devel/wnpp/index.de.html#l2

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