Nur 5 Logische Partitionen?

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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tobb
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Nur 5 Logische Partitionen?

Beitrag von tobb » 02.06.2006 23:14:01

Hi,

meine Partitionierung sieht im Moment so aus:

Code: Alles auswählen

                                  cfdisk 2.12r

                              Disk Drive: /dev/hda
                       Size: 160041885696 bytes, 160.0 GB
             Heads: 255   Sectors per Track: 63   Cylinders: 19457

    Name        Flags      Part Type  FS Type          [Label]        Size (MB)
 ------------------------------------------------------------------------------
    hda1        Boot        Primary   NTFS             []              21476,21
    hda5                    Logical   NTFS             []              25778,03
    hda6                    Logical   Linux swap / Solaris              1003,49
    hda7                    Logical   Linux ext3       [/12]           12995,95
    hda8                    Logical   Linux ext3       [/home]         27924,83
    hda9                    Logical   Linux ext3       [/]             12000,69
    hda3                    Primary   Linux ext3                       12584,68
                            Primary   Free Space                       46275,43
Ich habe nur eine Primäre Partition mit Windows und der Rest sind logische Partitionen. Nun wollte ich Ubuntu ebenfalls in einer logischen Partition installieren, allerdings bot er mir nur noch die Option "Primäre Partition" an. In dem Fall habe ich es hier auf hda3 installiert. Warum kann ich keine logische Partition mehr anlegen? Ist 5 das Maximum?

gms
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Beitrag von gms » 02.06.2006 23:25:09

Ich hatte sicher schon über 10 logische Partitions in einer extended. Wenn ich mich richtig erinnere liegt das Limit bei 20.
Möglicherweise ist das aber eine "Eigenheit" des Ubuntu Installers. (Kann vielleicht nur mit vierstelligen Devicenamen umgehen :roll: )

Gruß
gms

ToPeG
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Beitrag von ToPeG » 03.06.2006 00:21:01

Allso bei der "normalen" (DOS) Art der Partitionierung einer Festplatte kann man historisch bedingt 4 primäre Partitionen anlegen.
(EDIT)Da man schnell feststellte, daß dies einfach zu wenig war, änderte man das Format dahingehend, das eine der primären Partitionen gegen eine "extended (erweiterte) Partition" getauscht werden kann, die bis zu 21 "logische Partitionen" enthalten darf.
Für genaueres siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Partition_(Festplatte)(/EDIT)
Eine logische Partition kann aber kein Bootrecord tragen (BIOS und Format bedingt), allso braucht man für Windows und Linux mindestens zwei Partitionen, die einen Bootrecord und den darin enthaltenen Bootloader tragen können.
Auch historisch bedingt belegt Windows für sich selber immer eine volle Primäre Partition (hatte mal etwas mit dem Bootloader zu tun glaube ich). Alle weiteren von Windows aus erstellten Partitionen landen (EDIT: wenn nicht explizit anders gewünscht) auf logischen Partitionen. Allso belegt Windows eine primäre Partitionen und die zweite ist eine logische.
Linux kann man hier gänzlich in logische Partitionen packen. Da der zweite Bootrecord (und der Masterbootrecord) ja noch Frei war (im ersten ist der Bootloader von Windows drin.)
Um es mal halbgrafisch dar zu stellen:
Die Fetpattenaufteilung:

Code: Alles auswählen

|<MBR>[<BR>NTFS]{<BR>(NTFS)(EXT2)(EXT2)(EXT2)(EXT2)}[<BR>EXT2]--FREI--|
<MBR> = MasterBootRecord
<BR> = BootRecord
|| = gesammte Festplatte
[] = primäre Partition
{} = erweiterte Partition
() = logische Partition

Der Installer will wahrscheinlich keinen Bootloader überschreiben und legt darum eine primäre Partition an, um einen freien Bootrecord zu haben.

EDIT:
Habe meine Fehler korrigiert. Danke (ich hoffe jetzt ist alles einigermaßen richtig...)
Zuletzt geändert von ToPeG am 03.06.2006 01:24:14, insgesamt 2-mal geändert.

gms
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Beitrag von gms » 03.06.2006 00:34:00

@ToPeG
Deine Erklärung ist gut, aber so wie ich deinen Beitrag verstehen, sind bei dir die Bezeichnungen für "erweiterten Partitions" und "logischen Partition" vertauscht.
So sollte es sein:
Eine von den 4 "primary" Partitions kann eine "extended (erweiterte)" Partition sein und diese "extended" Parttion kann in "logical (logische)" Partitions unterteilt werden.
Das mit den 24 Partitions klingt wiederum sehr plausibel. Da würden dann meine 20 logische Partitions rauskommen.

Gruß
gms

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herrchen
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Beitrag von herrchen » 03.06.2006 00:35:32

ToPeG hat geschrieben:Alle weiteren von Windows aus erstellten Partitionen landen auf erweiterten Partitionen.
das stimmt nicht ganz.
Windows kann sowohl primäre wie logische partitionen anlegen.
eine erweiterte partition ist ein "container", in dem die logischen partitionen liegen.

herrchen

ToPeG
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Beitrag von ToPeG » 03.06.2006 00:38:23

@gms
Ja wahrscheinlich habe ich da einen Dreher drin. Ist zu lange her, daß ich mir das mal durchgelesen habe und es ist zu spät am Abend. :-)

@herrchen
Nichts anderes habe ich behauptet. Ich sagte nur, daß Windows erstmal für sich selber eine primäre Partition reserviert. Alle weiteren von Windows erstellten Partitionen mormalerweise als logische Partitionen in einer erweiterten Partition landen, wenn man es nicht explizit anders will.

(jetzt habe ich es richtig gemacht ;-) ließt sich auch besser :-) )

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Beitrag von KBDCALLS » 03.06.2006 10:07:09

gms hat geschrieben:Ich hatte sicher schon über 10 logische Partitions in einer extended. Wenn ich mich richtig erinnere liegt das Limit bei 20.
Möglicherweise ist das aber eine "Eigenheit" des Ubuntu Installers. (Kann vielleicht nur mit vierstelligen Devicenamen umgehen :roll: )

Gruß
gms
Auf einer SCSI Festplatte lassen sich insgesamt 15 Partiton anlegen , auf IDE Festplatte insgesammt 63. Auf beiden Plattentypen maximal 4 Primäre Partitionen , also jeweils 11 bzw . 59 logische Partiton sind möglich, hoffe das ich jetzt richtig gerechnet habe.
Was haben Windows und ein Uboot gemeinsam?
Kaum macht man ein Fenster auf, gehen die Probleme los.

EDV ist die Abkürzung für: Ende der Vernunft

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Beitrag von gms » 03.06.2006 15:02:50

KBDCALLS hat geschrieben:Auf einer SCSI Festplatte lassen sich insgesamt 15 Partiton anlegen , auf IDE Festplatte insgesammt 63.
Den Unterschied zwischen IDE und SCSI konnte ich mir zuerst nicht erklären, habe dann aber folgendes gefunden:
http://www.faqs.org/docs/Linux-mini/Partition.html hat geschrieben: 3.4. Logical Partitions
Each logical partition contains a pointer to the next logical partition, which implies that the number of logical partitions is unlimited. However, linux imposes limits on the total number of any type of prtition on a drive, so this effectively limits the number of logical partitions. This is at most 15 partitions total on an SCSI disk and 63 total on an IDE disk.
Gruß
gms

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Beitrag von tobb » 03.06.2006 15:57:51

Ihr habt recht, es lag an dem Ubuntuinstaller. Mit cfdisk ging es wunderbar...

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Beitrag von KBDCALLS » 03.06.2006 17:10:15

Theoretisch könnte man auch mehr Partitionen auf der Platte anlegen, es stehen aber pro Device nur 16 (SCSI) bzw. 64 (IDE) Minor Nummern zur Verfügung, und die erste Minor Nummer ist schon für das gesamte Device verbraten.
Was haben Windows und ein Uboot gemeinsam?
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Beitrag von holmes » 24.06.2006 10:52:03

Hallo Forum,

Klasse Thread! :)

Ich will den nochmal ohne Einschränkungen zusammenfassen:

Das DOS-Partitionierungsschema lässt 4 primäre Partitonen zu oder drei primäre Partitionen und eine erweiterte mit beliebig vielen logischen Partitionen.

so kann man das auch mit

Code: Alles auswählen

man fdisk  
nachlesen.

Aufgrund der beschränkten Anzahl der Device-Nummern kann Linux 63 Partitionen pro IDE-Platte und 15 Partitionen pro SCSI-Platte verwalten.
KBDCALLS hat geschrieben:Theoretisch könnte man auch mehr Partitionen auf der Platte anlegen, es stehen aber pro Device nur 16 (SCSI) bzw. 64 (IDE) Minor Nummern zur Verfügung, und die erste Minor Nummer ist schon für das gesamte Device verbraten.
Dazu habe ich noch eine Frage: Was heist hier theoretisch? Unter welchen Voraussetzungen kann ich mehr Partitionen auf eine Platte bringen?
Ginge das mit i86er Hardware? Müsste man das Bios patchen?
Kann man manuell die Anzahl der Device-Nummern erhöhen?

Code: Alles auswählen

man fdisk  
erwähnt ausserdem das
IRIX/SGI type disklabel
und das
BSD/SUN type disklabel
Wäre es möglich, mit einem i86er-system eine Platte auch damit zu partitionieren?

Ist natürlich rein hypothetisch, würd mich aber trotzdem mal interessieren.

Gruß Holmes

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Beitrag von KBDCALLS » 24.06.2006 11:17:31

Dazu müßte man als erstes den Kernel anpassen. Eventuell auch noch die Programme.
Was haben Windows und ein Uboot gemeinsam?
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