Ausschalten ohne Herunterfahren

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
tobb
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Ausschalten ohne Herunterfahren

Beitrag von tobb » 07.06.2006 18:58:20

Was passiert wenn man ein Linuxsystem herunterfährt?

Bzw was passiert wichtiges, was nicht passiert, wenn man ihn einfach so ausschalten würde? Klar, ein geöffnetes Dokument ist dann, wenn man es nicht gespeichert hat, verloren.
Und die Programme werden nicht beendet? Sollte das für igrnedein Programm ein Problem darstellen?

Mit anderen Worten... kann man dabei irgendwas kaputt machen?

DeletedUserReAsG

Beitrag von DeletedUserReAsG » 07.06.2006 19:14:14

Mit anderen Worten... kann man dabei irgendwas kaputt machen?
Oh ja...

Wenn ein Programm auf die HD schreibt, wird es im Prinzip nur an ein anderes Prog weitergegeben, das sich ein wenig Zeit mit dem Schreiben lassen kann. Schön zu sehen, wenn man Sachen auf einen USB 1.1-Stick schreibt: Es geht schnell, aber geschrieben werden die Daten erst später.

cu

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h-man
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Re: Ausschalten ohne Herunterfahren

Beitrag von h-man » 07.06.2006 19:17:11

tobb hat geschrieben:Was passiert wenn man ein Linuxsystem herunterfährt?
...
Mit anderen Worten... kann man dabei irgendwas kaputt machen?
frage eins wird in deinen logfiles z.t. beantwortet oder wenn du auf die textconsole guckst, da steht dann z.b. (sinngemäß) "sending SIGHUP to all processes".

antwort auf die zweite frage: ja! alle buffer die ausschliesslich im speicher (RAM) liegen und noch nicht auf platte zurückgeschrieben sind, gehen verloren. was da drin sein mag, weiss nur der einzig wahre linux-guru himself :-)

tipp: lies ein unix / linux grundlagenbuch. gibts auch im inter-nett. schau nach init, shutdown usw.
Nieder mit der Schwerkraft.

DeletedUserReAsG

Beitrag von DeletedUserReAsG » 07.06.2006 20:43:01

was da drin sein mag, weiss nur der einzig wahre linux-guru himself
Nein, das darf jeder auslesen.

cu

ThoWaBu
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Beitrag von ThoWaBu » 12.06.2006 01:23:11

...ausserdem mögen manche Dateisysteme das garnicht !
Mit den neueren Jounaling FS´ s geht aber mittlerweile.

Mein XFS hat bis heute nicht einmal gemekert als ich ein paar mal schon den stecker zeihen musste.

ToPeG
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Beitrag von ToPeG » 12.06.2006 01:34:29

Allso mal zusammenfassend:

- Festplatten/Datei-cache geht verloren. (und damit mögliche Änderungen an Dateien)
- Schreibvorgänge auf die Festpaltte können unvollständig sein. (wenn ein Cacheabgleich unterbrochen wurde)
- Das Dateisystem wird nicht "aufgräumt"
- Mache Hardware (speziell Server- und Messysteme) kann zu schaden kommen. (Bei Heimsystemen passiert das nicht)
- Entfernt eingeloggte (Z.B. nfs samba ssh) können behindert werden (eventuell stürzen sogar ihre Systeme ab.)
- Wenn selbst Verbindungen zu anderen Servern bestehen können auf diesen Daten verloren gehen. (E-Mail, Ftp, etc.)

tobb
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Beitrag von tobb » 16.06.2006 18:41:19

Aha danke für die Antworten.

Bei Windows hatte ich immer das Gefühl, dass es langsamer wird je öfter man den Stecker ziehen musste.

Solang eigentlich nur Datenverlust vorkommt und nicht irgendwelche wichtigen Systemdateien dabei draufgehen oder das Debiansystem kaputt geht ist es ja ok.

Mit anderen Worten: Hatte man keine ssh oder sonstige Verbindungen und keine geöffneten Dokumente passiert beim ausschalten eigentlich garnichts.

ThoWaBu
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Beitrag von ThoWaBu » 16.06.2006 18:50:17

Mal angenommen du hättest mehrer Part. gemountet :

/
/usr
/bin
/sbin
/var
...

..und du hättest /, /usr /bin, /sbin (dort wo sich nichts verändert) RO gemountet,
wuerde ich Deine Behauptung ueber das System teilen ;)

allerdings muessen z.B. /var /tmp und ev /home rw sein,
sonst lässt sich mit dem System nicht Arbeiten.

Selbst wenn dein Rechner nur hochgefahren wird,
und Stunden lang nichts macht -- hat er unzählige Dateien geöffnet.

Dort droht Datenverlust.

Wir reden nicht nur von einem "offenen Dokument".
Es geht auch um .pid und config-files.

Sowas kann zu einem recht schrägen verhalten des Systems fuehren... !

Probier es halt aus ;)

PS: mach doch mal spasseshalber ein lsof | less

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Beitrag von KBDCALLS » 16.06.2006 20:08:08

Was ist davon zu wenn erst mit

Code: Alles auswählen

 ATL +SHIFT +DRUCK +S 
einen Sync erzwingt?
Was haben Windows und ein Uboot gemeinsam?
Kaum macht man ein Fenster auf, gehen die Probleme los.

EDV ist die Abkürzung für: Ende der Vernunft

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Beitrag von ToPeG » 16.06.2006 20:20:15

Klar nach einem Sync sind die offenen Dateien kurzzeitig nicht mehr gefärdet, aber das Problem mit den ProzessId-Dateien bleibet. Mitunter kommen manche Init-Scripte mit veralteten Pid-Dateien nicht klar.

tobb
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Beitrag von tobb » 16.06.2006 20:23:00

Ich habe mal gelesen, dass aus Sicherheitsgründen alle 5 Sekunden oder Minuten die Daten geschrieben werden.

Das wäre doch noch schöner wenn sich zum Beispiel extrem wichtige Server bei einem Stromausfall so zerschießen lassen würden, weil sie ihre Daten schon seit Stunden nicht geschrieben haben.
ThoWaBu hat geschrieben: Probier es halt aus ;-)
Ich musste das nun leider schon zwei mal machen weil das System hing.

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Beitrag von KBDCALLS » 16.06.2006 20:29:08

Sofort

Code: Alles auswählen

 ATL +SHIFT +DRUCK +E 
alle Prozesse Abschießen. Das überlebt auch kein Xserver. Usw.
Was haben Windows und ein Uboot gemeinsam?
Kaum macht man ein Fenster auf, gehen die Probleme los.

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Beitrag von ToPeG » 16.06.2006 20:33:24

Wenn eine ext2/3 formatierte Partition normal "defaults" gemountet wird wird die mit der option "sync" gemountet. Das bedeutet, die Daten Festplatte/Cache werden alle 5 Sekunden abgeglichen oder wenn sich mehr als 30% der Daten Festplatte/Cache unterscheiden. Wenn aber man die Option "async" verwendet wird erst ein Abgleich gemacht wenn sich 50% der Daten Cache/Festpatte unterscheiden.
Aber so genau weis ich es mit den Prozentangaben nicht mehr. Korrigiert mich wenn ich mich da Irre. :-)

Zumindest verwende ich "async" und "natime" auf meinem Laptop um meine Festplatte etwas länger schweigen zu lassen :-)

ThoWaBu
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Beitrag von ThoWaBu » 16.06.2006 20:37:27

Ich glaube der Thread bringt nichts...

Nach knigge wird ein Linux runtergefahren.

Alles andere (kann) zu Problemen fuehren.

Selbst mein ThinClient der vom Netz bootet,
und sein root auf einem NFS bezieht macht da schonmal ärger.

(wegen pid´ s )

Das Syncen vom Kernel bringt dir auch nichts.
Es kann sein das er die Daten geschrieben hat aber die Verz. Infomation noch "irgendwo" hängt.

Neuere OS´ e sind nunmal anständig zu beenden.
falls das nicht mehr möglich ist -- pech !

Fährt die Kiste noch normal hoch == Glueck !

Es sei denn du machst es wie bei Knoppix o.ä.
(durch zb ro mounten und variables in eine RAMDisk...)

Gruß
Thomas

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Beitrag von ToPeG » 16.06.2006 21:04:44

Es geht hier wohl weniger um die Frage "Ich schalte meinen Linuxrechner immer direkt aus, warum spinnt er jetzt?" als eher darum, heraus zu finden was alles schief gehen kann, wenn man ihn ausschaltet ohne herunter zu fahren und wie man den Schaden erkennen und beschränken kann.
Es ist eine "Ich will mehr über Linux wissen" Sache. :-)

tobb
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Beitrag von tobb » 16.06.2006 21:31:56

ToPeG hat geschrieben:Es ist eine "Ich will mehr über Linux wissen" Sache. :-)
Erstens das und zweitens hatte ich irgendwie ein schlechtes Gefühl als ich bei uns im Homenetzwerk den Name und Sambaserver ohne Runterfahren ausschalten musste.
Ich habe ihn dann komplett neu aufgesetzt und wollte wissen ob das gerechtfertig war (obwohl er ohne Probleme lief als ich ihn nach dem Absturz neu gestartet habe).

tobb
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Beitrag von tobb » 17.06.2006 16:56:43

Noch ne Frage:

Gibt es vllt Tools die nachprüfen ob nicht vllt doch irgendwas am System zu Bruch gegangen ist?

ThoWaBu
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Beitrag von ThoWaBu » 17.06.2006 17:06:36

...mir fallen da nur anti-root-kit tools ein.
Die erstellen eine liste aller Dateien mit Pruefsumme.

Dann fällt es nicht mehr schwer änderungen festzustellen.

Allerdings können auch die Daten der Liste defekt sein...

tobb
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Beitrag von tobb » 17.06.2006 17:09:24

naja gut dann nicht... auf dem System läuft alles glatt, es scheint also nichts passiert zu sein. Ein Steckerziehen sollte ein Linux aber auch mal überleben, schließlich musste ich das bei Windows täglich machen...

ThoWaBu
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Beitrag von ThoWaBu » 17.06.2006 17:14:56

Rechne doch einfach nicht damit,
das er es ueberlebt ;)

Meine haben es zwar auch schon oft genug berlebt,
aber es gab 2-3 mal schon bruch

tobb
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Beitrag von tobb » 17.06.2006 18:34:30

wie hieße denn ein Paket eines solchen Tools?

Der Freak 00
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Beitrag von Der Freak 00 » 18.06.2006 20:11:12

Nimm doch einfach md5sum :wink:

DeletedUserReAsG

Beitrag von DeletedUserReAsG » 19.06.2006 12:23:06

Ich würde auch einen fsck empfehlen.

cu

tobb
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Beitrag von tobb » 19.06.2006 15:53:12

Also am besten schreibt man sich ein Script das die md5sum von den wichtigsten Dateien (welche wären das?) erstellt und nach einem Crash vergleicht man dann oder wie? Gibts da nicht schon Tools?
eclhes paket kann md5Summen erstellen?

tobb
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Beitrag von tobb » 21.06.2006 00:22:25

Ich hab was gefunden: tripwire.
Das ist doch sowas oder? Hat jemand Erfahrung damit?

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