[geloest] stable oder testing

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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Sir Basso I

[geloest] stable oder testing

Beitrag von Sir Basso I » 23.05.2006 22:30:55

Tja, ich nutze derzeit nen reines stable :-) Auf dem aktuellstem Stand, aber das ist ja nicht so aktuell. Klar habe ich auch von Backports gehört, aber noch nicht damit herum experimentiert, deswegen frage hier in den Raum. Eher Backports oder eher testing?

Wenn ich von stable auf testing wechseln möchte, reicht es meine sources.list alles stable auf testing umzustellen und apt-get update und upgrade durchzuführen oder was muss man machen und vor allem, was muss ich beachten?

Wer dazu nette Links hat, kann mir die auch gerne noch posten, antworten wären mir lieber. Habe nämlich schon einiges drüber gelesen, aber beides wird genommen ;-)

Thanks
Sir Basso
Zuletzt geändert von Sir Basso I am 24.05.2006 22:13:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Richard-18
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Beitrag von Richard-18 » 23.05.2006 22:41:01

Hallo,

Also ich laufe mit Testing sehr gut.
Bin nicht sehr erfahren aber was ich bisher so gelesen habe (bitte berichtigt mich wenn ich falsch liege) ist es besser das ganze system neu zumachen, da es sonst zu erheblichen probs kommen kann.

MFG Richard-18
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bollin
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Re: stable oder testing

Beitrag von bollin » 23.05.2006 22:41:14

Sir Basso I hat geschrieben:Eher Backports oder eher testing?
Wenn du dich in der Lage fühlst, qualifizierte Bugreports zu schreiben (und ggf. vorher zu lesen), dann: testing - unbedingt!
Wenn ich von stable auf testing wechseln möchte, reicht es meine sources.list alles stable auf testing umzustellen und apt-get update und upgrade durchzuführen oder was muss man machen und vor allem, was muss ich beachten?
Ja, reicht. Du kannst aber in /etc/apt/preferences auch ein Pinning eintragen und nur bei Bedarf aus testing (oder unstable, experimental) installieren.


Viele Grüße,
Torsten

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garibaldi
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Beitrag von garibaldi » 23.05.2006 23:12:14

Hi, Sir Basso I;

bei lief bis vor ein paar Tagen auch ein reines sarge, habe jetzt aber für ein Programm Backports benutzt, weil mir diese Anleitung gut erklärt hat, wie ich die Datei /etc/apt/preferences so modifiziere, dass ich nur ein bestimmtes Paket von den Backports nehme bzw. auch, was mir wichtig war, die Änderungen wieder auf stable umstellen kann, falls etwas nicht klappt.

Als sarge noch testing war, hatte ich mir dies installiert, und es lief gut, aber: als etch herausgekommen ist, hatte ich Probleme mit der jungen testing, was bei der nächsten vielleicht auch so sein wird; denn etch wird, so ich es munkeln habe hören, bald zu stable.

Mein Tip als Hobby-Linuxer wäre es, lieber erstmal stable+backports zu versuchen.

Oder wie sehen die Profis das?

Besten Gruß, garibaldi

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 23.05.2006 23:33:21

Ich würde sagen wenn du Basiswissen hast und mit dem Packetmanagment umgehen kannst würde ich auf jeden Fall Testing verwenden.

Es wird kein Problem auftauchen das du nicht mit Hilfe anderer im Forum lösen wirst können. Der Einwand von Bollin ist gut und sinnvoll - wenn du noch nie etwas mit Bugreports zu tun hattest wird das dann auch ein Thema.

Den Einsatz von Backports halte ich nur auf produktiv Umgebungen (kommerzieller Server etc.) für sinnvoll.

markus

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bollin
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Beitrag von bollin » 23.05.2006 23:42:30

garibaldi hat geschrieben: Mein Tip als Hobby-Linuxer wäre es, lieber erstmal stable+backports zu versuchen.

Oder wie sehen die Profis das?
Debian ist die Distribution von Usern für User. Nur wenn alle dazu beitragen, geht es vorwärts. D.h. testing/unstable testen, Bugreports schreiben, Fehler beheben.

Torsten

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Mr_Snede
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Beitrag von Mr_Snede » 24.05.2006 00:13:28

Ich benutze schon seit einigen Jahren testing.
Das geht gut, aber zwischendurch rumpelt es dann doch mal.
So fehlten bei der Aktualisierung von KDE teilweise monatelang einige wichtige Programme (war das K3B??).
Wenn man also nicht aufpasst und ein Update abnickt kann man schonmal auf kaltem Fuß erwischt werden, speziell, wenn es lange ohne Probleme lief.

Für testing soltest du definitiv Erfahrung im Umgang mit Debians Paketverwaltung haben.

Ich würde sagen für einige Anwendungsprogramme sind Backports vorzuziehen, für ein neueres KDE oder Gnome eher testing.

Überlege dir aber gut, ob dir die neuen Programme wirklich neues bringen (abgesehen vom "Neusein" (schreibt man das so??) )

Abschließend: Never change a running system!
und: Backup, Backup, Backup!!
cu Sebastian
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Beitrag von meandtheshell » 24.05.2006 00:18:42

Mr_Snede hat geschrieben: Wenn man also nicht aufpasst und ein Update abnickt kann man schonmal auf kaltem Fuß erwischt werden, speziell, wenn es lange ohne Probleme lief.
Dagegen kann man vorbeugen
http://www.debianforum.de/forum/viewtopic.php?t=66622 siehe apt-listchanges etc.

markus

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Mr_Snede
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Beitrag von Mr_Snede » 24.05.2006 01:01:37

meandtheshell hat geschrieben:
Mr_Snede hat geschrieben: Wenn man also nicht aufpasst und ein Update abnickt kann man schonmal auf kaltem Fuß erwischt werden, speziell, wenn es lange ohne Probleme lief.
Dagegen kann man vorbeugen
http://www.debianforum.de/forum/viewtopic.php?t=66622 siehe apt-listchanges etc.

markus
Das fällt bei mir unter Erfahrung mit debians Paketverwaltung.
Aber guter Hinweis - ist nie verkehrt.

cu Sebastian
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Sir Basso I

Beitrag von Sir Basso I » 24.05.2006 08:42:06

Also, erstmal danke für eure antworten. Warum ich frage hat folgenden Grund:

Ich hatte zuvor Ubuntu installiert, gefiel mir aber nicht so sehr. Gut, jetzt habe ich halt Debian, stable ist halt nicht so aktuell, aber ich brauche schon mal um mein WLAN zum laufen zu bringen bcm43xx.souce und mindestens nen 2.6.15 Kernel. Auch funktioniert meine Akku-Anzeige nicht direkt mit stable, Acer Notebook, vielleicht kennt jemand das Problem. Auch würde ich es voruiehen nen aktuellers Gnome verwenden zu können und diverse Kleinigkeiten.

Bugreports - sollte nicht so das Problem werden :-)

Wie sollte ich denn jetzt vorgehen, bestehende sources.list ändern oder komplett neu aufspielen. Und gibt es irgendetwas schwerwiegendes zur Zeit was ich gleich wissen muss, auf dass ich achten sollte?

greetzle
Sascha

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rotwein
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Beitrag von rotwein » 24.05.2006 10:41:10

Ich würde an Deiner Stelle folgendes machen:

- Gutes Backup (macht auf jeden Fall Sinn)
- sources.list auf ETCH (statt stable) ändern (nicht testing), dann wirst Du, wenn Etch stable wird von den dann immer folgenden Turbulenzen in Testing verschont (Du gehst dann quasi direkt zum neuen stable)
- aptitude zum upgrade benutzen und zwar

Code: Alles auswählen

aptitude update
aptitude dist-upgrade
allerdings aus einer Konsole ohne X (X-Server gestoppt, der wird gegen xorg ausgetauscht)
aptitude statt apt-get da aptitude besser mit Abhängigkeiten klar kommt. Es kann übrigens sein, dass 'aptitude dist-upgrade' mehrmals angestossen werden muss (bis keine zurückgehaltenen Pakete und ähnliches mehr kommen)

So habe ich das auf einem Rechner vor ca. 2 Monaten gemacht, ging gut, damals hatten hier im Forum aber einige auch Probleme.
Ob's allerdings im Moment irgendwo rappelt weiß ich nicht. Eine Komplettinstallation kann man (wenn's wirklich schief gegangen ist) immer noch machen. :wink:

Gruß rotwein
...der hofft, dass es bei Dir ohne Neuinst läuft..
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Sir Basso I

Beitrag von Sir Basso I » 24.05.2006 11:29:08

Dann danke an alle die mir so nett weiter geholfen haben :-)

Wenn ich dann weitere Fragen haben sollte, dann könnt ich euch auf mich verlassen, werde ich mich melden *ggg*

Sascha

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Snoopy
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Beitrag von Snoopy » 24.05.2006 11:33:24

Hi
rotwein hat geschrieben:I- sources.list auf ETCH (statt stable) ändern (nicht testing), dann wirst Du, wenn Etch stable wird von den dann immer folgenden Turbulenzen in Testing verschont (Du gehst dann quasi direkt zum neuen stable)
Öhmmm Turbulenzen in Testing nach dem Release ?
Warum ?

ich würde das nicht machen um ehrlich zu sein...zumindest nicht wenn man bei Testing bleiben möchte...

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bollin
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Beitrag von bollin » 24.05.2006 12:10:02

Sir Basso I hat geschrieben:Gut, jetzt habe ich halt Debian, stable ist halt nicht so aktuell, aber ich brauche schon mal um mein WLAN zum laufen zu bringen bcm43xx.souce und mindestens nen 2.6.15 Kernel.
Neuere Kernel kannst du auch unter stable bauen. Wie es geht, steht im Wiki.

Torsten

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rotwein
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Beitrag von rotwein » 24.05.2006 13:20:42

Snoopy hat geschrieben:Öhmmm Turbulenzen in Testing nach dem Release ?
Warum ?
Weil dann die ganzen neuen Sachen aus unstable eintrudeln, und zwar auf einmal. War beim letzten (und bei mir einzig mitgemachten :wink: ) Release (von sarge) auch so. Ich fuhr damals sarge (also stable) aber den Meldungen im Forum zufolge war erstmal die Hölle los (gcc Umstellung, neues KDE, neues Gnome..), zumindest in den ersten zwei Wochen nach dem Release.
Wenn Du nur testing in der sources.list hast kannn Dich sowas schnell kalt erwischen.

Gruß rotwein
...der mittlerweile unstable nutzt...
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rotwein
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Beitrag von rotwein » 24.05.2006 13:24:57

bollin hat geschrieben:Neuere Kernel kannst du auch unter stable bauen. Wie es geht, steht im Wiki
Das geht aber beim 2.6-er seit 2.6.12 (mal wieder nicht sicher :? ), auf jeden Fall aber beim 2.6.15 meistens schief, weil gleichzeitig udev mit umgestellt werden muss.
Und da kommt dann ganz schön was an Abhängigkeiten zusammen (mit dem neuen udev können dann andere Proggis nicht mehr usw.)
Ich würde (bzw. habe) hier die Finger von gelassen.

Gruß rotwein
...der einen 2.6.16-er zur Untersützung seiner Hardware braucht..
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Henk84
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Beitrag von Henk84 » 29.05.2006 14:14:32

Habe die Diskussion verfolgt und hätte eine kleine Frage: Wie starte ich denn nur die Konsole, also ohne X so wie es rotwein beschrieben hat? Ich würde gerne auf etch umstellen, weil ich ein paar neue Sachen brauche, kenne mich aber mit Debian noch nicht so sehr aus, hatte zuvor halt SuSe...

Wäre über antworten sehr dankbar...

Clio

Beitrag von Clio » 29.05.2006 14:52:40

Hi,

Du kannst direkt beim Start im Grubmenü ein

Code: Alles auswählen

e (für edit)
eingeben, dann in der Zeile mit den Startanweisungen kernel..usw. zum Schluß ein

Code: Alles auswählen

single
eingeben und mit den Bootvorgang starten.
Diese Eingabe ist nur temporär.
Du kannst auch die /boot/grub/menu.list entsprechend ändern.

Nachtrag: ein

Code: Alles auswählen

init 1
als root auf der Konsole tut's auch....

Henk84
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Beitrag von Henk84 » 29.05.2006 19:10:10

Sorry, aber irgendwie klappt das nicht. Das Display bleibt dann einfach schwarz... Was kann ich noch tun?

Hoshpak
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Beitrag von Hoshpak » 29.05.2006 19:55:09

Das eionzige was mir dazu noch einfällt, wenn das Sytsem schon voll gestartet ist:

Code: Alles auswählen

STRG+ALT+F6, als root einloggen, /etc/init.d/kdm stop (eventuell auch gdm oder xdm)
Mfg
Hoshpak

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