stable, testing oder unstable für desktop/notebook

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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daFreak
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stable, testing oder unstable für desktop/notebook

Beitrag von daFreak » 26.04.2006 00:54:56

so... nun gut ich weiß... diesen thread gibts schon 423949 mal
aber ich möchte noch mal so richtige schlagworte hören

ich bin mir in der debian-welt ein wenig unsicher geworden, da ich nicht mehr weiß was am vernünftigsten ist
bis jetzt hatte ich auf meinem desktop und auf meinem notebook testing
auf meinem server benutze ich stable... nun hab ich hier und da mitbekommen das testing wohl viel schlechter als unstable ist... und auch schon erfahrungen (vorallem an meinem notebook) gemacht, das manche programme ziemlich instabil zu sein scheinen
ich weiß nicht ob das an den verknüpfungen zu anderen paketen liegt oder an den programmen selbst... ist ja auch egal
bei testing hab ich zumindest das gefühl das im hintergrund ziemlich viel sch**** abläuft
ist unstable die bessere alternative? oder gar ubuntu? ich hab keine ahnung...

vielleicht sollte man auch sicher gehen und stable installieren und sich seine kernel selber bauen... habe ich dann weniger probleme?

will mir einfach mal paar meinungen einfangen

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garibaldi
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Beitrag von garibaldi » 26.04.2006 01:20:20

Hi daFreak;

ich selbst benutze stable, weil ich auch bei einigen Programmen in testing (etch) Probleme hatte. Das häufigste Argument für testing auf Desktop-Rechnern ist wohl, dass die Programme aktueller sind, aber die Funktionalität der Programme von Sarge reicht für meine Zwecke bisher. Kommt eben drauf an, was du willst.

Der fertige Kernel war bei mir vollfunktionsfähig, aber vielleicht böte ein individuell kompilierter noch eine bessere Performance, weiß ich nicht.

Ubuntu kenne ich nicht, habe aber gerade einen umfangreichen thread dazu gelesen: http://debianforum.de/forum/viewtopic.p ... highlight=

Gruß, Garibaldi

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Re: stable, testing oder unstable für desktop/notebook

Beitrag von jhr-online » 26.04.2006 08:08:34

daFreak hat geschrieben:bis jetzt hatte ich auf meinem desktop und auf meinem notebook testing
auf meinem server benutze ich stable...
Ist doch gut, mache ich derzeit genauso...
daFreak hat geschrieben:nun hab ich hier und da mitbekommen das testing wohl viel schlechter als unstable ist... und auch schon erfahrungen (vorallem an meinem notebook) gemacht, das manche programme ziemlich instabil zu sein scheinen
ich weiß nicht ob das an den verknüpfungen zu anderen paketen liegt oder an den programmen selbst... ist ja auch egal
bei testing hab ich zumindest das gefühl das im hintergrund ziemlich viel sch**** abläuft
ist unstable die bessere alternative? oder gar ubuntu? ich hab keine ahnung...
Also, wenn man das System von stable, testing und unstable kennt, dann kann man doch das Risiko gut abschätzen:
Auf Servern und Co. verwendet man stable, weil man genau das braucht - ein stabiles System, das einfach funktioniert. Auf Desktop-Systemen will man auch ein stabiles System, aber vielleicht ein etwas moderneres, weil es ein paar Vorzüge bringt; wobei man auch hier abwägen kann, ob nicht Backports angemessener sind. Wenn man sich den derzeitigen Zeitplan von Debian anschaut (ich hab mal einen im LinuxMagazin gesehen), dann weiß man, dass das derzeitige Testing planmäßig in ein paar (10-12 galub ich) Wochen eingefroren werden soll um dann gegen Ende des Jahres stable zu werden. Es kann also im Moment nur daran gelegen sein, nicht mehr viel kaputt zu machen, also verwende ich Testing. Man muss einfach ein bisschen mehr aufpassen bei Aktualisierungen und vielleicht das dist-upgrade immer ein bisschen später machen, wenn hier im Forum die gröbsten Probleme gelöst sind :). Und wenn's dann stable ist, warte ich mit einem Umstieg auf's neue Testing, bis es wirklich Sinn macht.
Unstable kommt für mich jetzt nicht in Frage, weil es nicht viel mehr bietet als Testing. Lediglich so Sachen wie ein halbes KDE 3.5.2 in Testing sind natürlich nervig, sodass man da manchmal abwägen muss, was Sinn macht, aber diese Einzelfälle würd ich persönlich auch als solche behandeln.
daFreak hat geschrieben:vielleicht sollte man auch sicher gehen und stable installieren und sich seine kernel selber bauen... habe ich dann weniger probleme?
Ich verwende Testing nicht wegen des neueren Kernels, sondern wegen der neueren Software (OOo, KDE, Gnome, div. Medienplayer...). Es spricht eigentlich auch nicht so wahnsinnig viel dagegen Testing erstmal mit dem 2.6.8 weiterlaufen zu lassen und dann etwas vorsichtig nach vorne zu tasten, also langsam umzustellen auf 2.6.15, xorg, udev und was sonst noch so neu ist und Probleme machen könnte. Das alles fiel mir - sicherlich auch Dank dieses Forums und des dazugehörigen Chats - relativ leicht.

Kurzum: Ich verwende auf Servern etc. immer stable - heißt auch, sobald gewandelt, wird Etch. Auf Desktop-Systemen läuft bei mir Etch (nicht testing, sondern explizit etch) und dabei bleibt es auch erstmal bis nach der Änderung von testing nach stable; wann ich dann wieder zu Testing rübergehe, liegt wohl an den Maintainern... ;-)
daFreak hat geschrieben:will mir einfach mal paar meinungen einfangen
Mehr kann ich auch nicht bieten... ;-)

jhr
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aspettl
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Re: stable, testing oder unstable für desktop/notebook

Beitrag von aspettl » 26.04.2006 11:16:46

daFreak hat geschrieben:oder gar ubuntu?
Auf einem Notebook bevorzuge ich persönlich Ubuntu, einfach da es aktueller ist und somit mehr Hardware unterstützt (und die auch noch oft problemlos einrichtet).
Da ich nur Sarge verwende (auf Servern), kann ich zu testing bzw. sogar unstable nichts sagen - aber nach dem, was ich bisher gelesen habe, ist Ubuntu die deutlich "leichtere" Alternative, da ich gewisse Probleme nie hatte - ob das ein Vor- oder Nachteil ist mag jeder selbst entscheiden ;-)

Gruß
Aaron

mullers

Beitrag von mullers » 26.04.2006 11:26:30

Ich habe auf meinem Notebook Debian (etch) und Ubuntu (Dapper Drake)
Beides läuft sehr gut.
Ubuntu soll ja allgemein besser bei der Hardware Erkennung sein. Auf meinem Notebook jedenfalls sehe ich da überhaupt keinen Unterschied, sind beide gleich gut.
Letzendlich ist Debian schöner, als ein (Kunter-)buntu, bei dem man erstmal mühsam sauber machen muss...

Gruss
henry

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 26.04.2006 12:51:54

@daFreak
Ja zur Zeit ist ein kleiner Wind in testing - das legt sich wieder.
Wie von jhr etc. gesagt an den Grundfesten der Releases ändert sich nichts - darum sage ich dazu auch nichts mehr - wurde schon.

Vorsicht ist besser als Nachsicht darum ein paar hints von mir - verwende wenn du testing oder unstable fährst
- apt-listbugs
- apt-listchanges
um zu sehen ob nach einem apt-get update && apt-get upgrade auch auf deinem System "Wind" vorhanden ist der zu den von dir geschilderten Problemen führt - wenn du ohne diese Maßnahmen upgradest ist es leicht möglich das soetwas passiert.

BTW - von Ubuntu halte ich nichts - ich kann ein aktuellers System auf Debian Basis machen das schneller ist and more eye candy than Ubuntu - meine Meinung ;)
Welche Hardware muss man haben die "nur" von Ubuntu unterstützt wird - ich kenne keine.

markus
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Beitrag von Snoopy » 26.04.2006 13:35:24

Hi

Also ich nutze nun Debian Testing auf allen Workstations. Auf meinem Rechner nun mittlerweile seit ca. 3 Jahren...und hatte dort nie grosse Probleme.
Ich finde es ist ein gelungener Spagat zwischen Aktualität, Stabilität und administrativen Aufwand.
Sicherlich kann es mal da drin rauchen...in Unstable raucht es aber durchaus öfters. Es sind dann meistens auch keine langfristigen Sachen.

Und was für ein "Wind" ist im Moment in Testing ? *gg ;)
Davon hab ich garnix mitbekommen...und meine Rechner haben Programmstand letztes Wochenende...ich mache einmal / Woche einen

Code: Alles auswählen

apt-get dist-upgrade
.

Und wie Markus schon gesagt hat...man sollte immer schauen, was apt oder aptitude machen will.
Und wenn es einem komisch erscheint, sollte man lieber das Aktualisierungsvorgang abbrechen und evtl mal nachfragen oder eroieren was denn los ist.

Wie immer meine Meinung
- Server-Systeme => Stable ( im Moment Sarge )
- Workstation-Systeme => Testing ( im Moment Etch )
- Diejenigen, die durchaus mal Lust drauf haben an ihrem System Probleme zu lösen => Unstable ( SID )

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Beitrag von jhr-online » 26.04.2006 20:24:18

Snoopy hat geschrieben:- Server-Systeme => Stable ( im Moment Sarge )
- Workstation-Systeme => Testing ( im Moment Etch )
- Diejenigen, die durchaus mal Lust drauf haben an ihrem System Probleme zu lösen => Unstable ( SID )
Erhält meine volle Zustimmung, wobei ich trotzdem mit einem Wechsel ins "neue" Testing, nachdem Etch stable geworden sein wird (super, dieses Futur 2 im Deutschen), sinnvollerweise warten wurde, bis es sich wieder lohnt. Man kann sich das ein oder andere Problem durch diesen kleinen Gedanke nämlich auch gut sparen... :)

jhr
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Beitrag von daFreak » 27.04.2006 22:03:53

waren schon paar gute tips dabei... danke
hab wieder testing auf mein notebook geschmissen

nur eine sache interessiert mich noch:
was tun wenn ich ein paket nicht updaten will? oder wenn ich sehe das ich da probleme bekommen würde?

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Beitrag von utkin » 27.04.2006 23:00:36

zb kannst du die entsprechenden pakete auf hold setzen
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Beitrag von daFreak » 27.04.2006 23:04:48

ja klar =)
wo denn?

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Beitrag von utkin » 27.04.2006 23:12:06

zb so

Code: Alles auswählen

echo PAKET hold |dpkg --set-selections
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Beitrag von daFreak » 27.04.2006 23:16:24

alles klar!
danke!

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Beitrag von utkin » 27.04.2006 23:19:15

was natürlich auch geht ist warten, bis die probleme vorbei sind. ist auch nicht die schlechteste lösung :wink:
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Beitrag von daFreak » 27.04.2006 23:21:55

vielleicht nicht unbedingt...
ist immerhin gut zu wissen wie man das anstellt... vorallem bei selbstkompilierten paketen, die dann gerne upgedatet werden

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Beitrag von utkin » 27.04.2006 23:33:43

haste auch wieder recht :)
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Beitrag von vicbrother » 28.04.2006 00:39:54

Ubuntu hat zwar seine Feuertaufe (mal sehen wie es nach zwei Jahren im Einsatz aussieht) noch nicht hinter sich, würde dir aber dazu raten, wenn es nicht unbedingt ein "Original Debian" sein muss, du wenig am System machen möchtest und dir ein Releasezyklus von einem halben Jahr ausreicht. Ubuntu ist Desktopmässig sehr sauber getrennt, allerdings habe ich den Eindruck, dass man auch nicht soviel daran herumspielen sollte. Trotzdem kannst du aber viele originale Debian-Pakete und Quellen verwenden.
Debian GNU/Linux "unstable" + KDE4 @ Dell Precision M6400
T9600 - 4GB RAM - 2x160GB RAID0 - nVIDIA Quadro FX 3700M - 17" WUXGA RGB LED - Webcam - Backlit Keyboard - UMTS - 9 Cell Battery -

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Beitrag von roli » 24.05.2006 13:02:30

Hi,

ich bin mit Kanotix (auf'm Notebook) seit langem sehr zufrieden.
Roland


"Aber wenn du schon so unwissend bist, davon noch nicht gehört zu haben,
so will ich es doch als gut ansehen, daß du lieber einmal töricht fragst,
als weiterhin nichts von etwas zu wissen, das man doch wissen sollte."
aus "Die Edda des Snorri Sturluson", "Gylfis Täuschung"

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