Fragmentierung des FS (ext3)

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
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DR.Chris
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Fragmentierung des FS (ext3)

Beitrag von DR.Chris » 16.04.2006 15:28:27

Hallo Leute!
Ich habe gesehn, dass das Thema wohl schon öfters angesprochen wurde, und es immer heißt, dass ein ext2/3 FS nicht fragmentiert. Jedoch ist mir schon mehrmals aufgefallen, dass wenn ich z.B. ein Debian Woody installiert habe und dieses dann auf Sarge upgrade, dass dann das System spürbar langsamer wird. Vor kurzem hab ich auch auf 2PCs mit Debian Sarge KDE3.5 upgedated und ebenfalls einen spürbaren Leistungseinbruch bemerkt.
Woran liegt das nun. Fragmentiert sich das Dateisystem doch? Platz sollte noch genügend frei gewesen sein ( <90% ).
Bin mal auf eure Meinungen gespannt.

Gruß Chris
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Beitrag von berlinerbaer » 16.04.2006 17:39:53

ich will hier keine Prügel beziehen - aber ich weiß genau, das es mal Programme zum Defragmentieren von Linux-Dateisystemen gab. Die konnte man aber nicht öffentlich anwenden, ohne nicht Prügel von den Hardlinern zu riskieren.
Warum soll ext2 oder ext3 eigentlich nicht defragmentieren ?
Gruß
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Spasswolf
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Beitrag von Spasswolf » 16.04.2006 18:10:26


gms
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Beitrag von gms » 16.04.2006 18:14:05

Die korrekte Aussage ist nicht: "ext2 bzw ext3 fragmentiert nicht", sondern "ext2 bzw ext3 braucht kein Defragmentierungstool".
Es wurden zwar schon solche Tools auch für die Linux Filesysteme geschrieben, nachdem diese aber nicht wirklich benötigt werden, sind diese wahrscheinlich auch kaum ausgetestet.
peterschubert hat geschrieben: ich will hier keine Prügel beziehen - aber ich weiß genau, das es mal Programme zum Defragmentieren von Linux-Dateisystemen gab. Die konnte man aber nicht öffentlich anwenden, ohne nicht Prügel von den Hardlinern zu riskieren.
von welchem Stern kommst du? bei uns sind die "Hardliner" normalerweise zivilisierter.
Gruß
gms
Zuletzt geändert von gms am 16.04.2006 18:17:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von berlinerbaer » 16.04.2006 18:17:44

6.April 1999, ja das ist ungefähr der Zeitraum, zu dem es mal ein solches Programm gab. Ich hatte das damals in RedHat, habe es aber nie angewendet. Die Grundsatzdiskussionen der Befürworter und der Gegner waren mitunter sehr hart und kontravers, ob man das denn brauchen würde. . Danach war es wieder verschwunden und kein Mensch redete mehr davon. Wahrscheinlich aus eben den Gründen, wie dort beschrieben.
Gruß
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Beitrag von DR.Chris » 16.04.2006 18:19:24

Hmm, nette Erklärung, aber die Systeme sind trotzdem definitiv langsamer geworden. Woran soll es denn sonst liegen? Wenn man die Systeme von vorneweg mit den aktuelleren Paketen installiert läuft alles super schnell (normal halt). Sobald dann wieder mehrere Sachen upgedated werden (ich denke in dem Fall werden eben vorne auf der Platte die alten Dateien überschrieben, und was zu viel ist muss halt hinten hin) ist das System wieder spürbar langsamer.

Gruß Chris
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Beitrag von berlinerbaer » 16.04.2006 18:22:09

gms hat geschrieben: von welchem Stern kommst du? bei uns sind die "Hardliner" normalerweise zivilisierter.
damals, so 1999/2000 habe ich alles mögliche ausprobiert. RedHat, SuSE, Mandrake. Das war damals so eine Mailingliste, ich glaube SuSE - keine genaue Ahnung mehr - da hatte ich mich mal auf die Seite der Befürworter geschlagen, ohne zu wissen warum. Da haben mich einige ganz schön auseinander gepflückt. :D
Naja, Geschichte ... :wink:
Gruß
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Re: Fragmentierung des FS (ext3)

Beitrag von h-man » 16.04.2006 18:30:57

DR.Chris hat geschrieben:Hallo Leute!
Ich habe gesehn, dass das Thema wohl schon öfters angesprochen wurde, und es immer heißt, dass ein ext2/3 FS nicht fragmentiert. J...
warum soll ext2 nicht fragmentieren?? sogar nach einem ordentlichen "e2fsck" kriegst du gesagt, wie viel prozent der files fragmentarisch herumliegen.

ach und wunderbare feier-tage noch:http://www.japan-photo.de/frucht.htm
Nieder mit der Schwerkraft.

matzo
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Beitrag von matzo » 16.04.2006 22:28:34

Hi,

meiner Ansicht nach fragmentiert (zwangsläufig) jedes Dateisystem. Die Frage ist nur, wie es mit der Fragmentierung zurechtkommt. Derzeit verwende ich zwar kein ext2/3, aber das Programm "e2fsck" hat mir damals auf gewissen Partitionen ziemlich schnell eine Fragmentierung von über 30 % angezeigt. Jedoch hatte ich auch nicht den Eindruck, dass dies negative Auswirkungen auf mein System hatte.

Zum Defragmentieren von ext2/3 gibt es nur wenige Tools. Jedoch bin ich nicht sicher, ob diese brauchbar sind und überhaupt gefahrlos verwendet werden können. Vor einiger Zeit habe ich das Programm oodefrag (beta) ausprobiert. Einige Durchläufe konnte ich damit machen, jedoch ist es nach einiger Zeit beim defragmentieren abgestürzt. Das Dateisystem ist dadurch beschädigt worden.

http://ck.kolivas.org/apps/defrag/
http://www.oo-software.com/de/products/ ... index.html

Matthias

yeti

Beitrag von yeti » 17.04.2006 00:41:33

matzo hat geschrieben:meiner Ansicht nach fragmentiert (zwangsläufig) jedes Dateisystem.
Ansichten sind nicht notwendigerweise Wahrheiten.

Z.B. das Filesystem des UCSD-Systems ist Fragmentierungsfrei. Ein Gegenbeispiel reicht ja, um die Bahauptung zu kippen.

matzo
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Beitrag von matzo » 17.04.2006 11:55:37

Hi,
Ansichten sind nicht notwendigerweise Wahrheiten.
Das ist wohl wahr. Wollte meine These auch nicht als Wahrheit verkaufen...

Jedoch kann ich mir im Moment nur schwer vorstellen, dass fragmentierungsfreie Dateisystem überhaupt möglich sind. Immerhin enstehen doch beim löschen von Dateien "Lücken", die später irgendwie aufgefüllt werden. Also müsste doch ein fragmentierungsfreies Dateisystem die Datenblöcke neu ordnen, damit eine solche Fragmentierung verhindert wird. Was soviel heißen würde, dass sich das Dateisystem selbstständig defragmentiert ;).

Konnte über google leider nichts zu dem Dateisytem des UCSD finden. Würde mich über einen Link mit näheren Informationen freuen. Man lernt schließlich nie aus.

Matthias

yeti

Beitrag von yeti » 17.04.2006 12:27:23

Das System ist so uralt, daß das Netz deswegen wohl sowenig dazu hergibt.

Das UCSDsche Filesystem konnte schlicht Dateien nur als durchgängigen Bereich von Blöcken auf dem Medium verwalten.

Beim Löschen entstanden natürlich Lücken zwischen Dateien, aber neue Dateien wurden entweder auf gut Glück in einer Lücke angelegt in der Hoffnung, daß sie auch noch später wachsen durften oder von vornherein mit angegebener Größe.

Ab und zu war dann ein Reorganisationslauf für das Medium fällig, um kleine Lücken durch Verschieben von Dateien wieder zu einem durchgängigen freien Bereich zu vereinigen.

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