etc

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
Odysseus24
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Beitrag von Odysseus24 » 11.01.2005 01:34:21

Moin !
Das Prinzip der Kapselung des Systems vom User ist auch eher typisch für Win. Und die Forderung, ein solches Prinzip auch bei Unices einführen zu wollen, ist eher typisch für Umsteiger von Windows.
(von niemand)

Das ist aber historisch nicht ganz richtig. Als alter BesserWessi 8O muß ich doch mal darauf hinweisen, daß sich derartige Trends wie ADTs bzw. OOP, mithin Datenkapselung vor Windos entwickelt haben; und zwar unter Unix. Sowohl die CDE als auch Smaltalk waren damals die Pionire; meines Wissens noch in den 70'ern. Wegen der sog. Softwarekrise', die damals in aller Munde war, wurden Konzepte aus der Systemtheorie herangezogen bzw. verwendet (die zur Reduzierung und Kontrolle von Komplexität einfach maßgeschneidert ist). Die 'Softwarekrise' war damals eine Entwicklung in der Unix-Welt...

Gruß
Odysseus24
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DeletedUserReAsG

Beitrag von DeletedUserReAsG » 11.01.2005 05:41:34

Nicht böse sein, aber in eine Diskussion über die Betriebssystemkonfiguration Programmierparadigmen und Datentypen einzustreuen, ist irgendwie ein Fall von "Thema verfehlt" ;)

cu
niemand

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peschmae
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Beitrag von peschmae » 11.01.2005 08:12:34

Hafner hat geschrieben:
g-henna hat geschrieben: ...und zwar genau deshalb, weil der sog. "Einsteiger" und "Normalverbraucher" nur Windows kennt und weiß, wo was ist und wie oft man wo klicken muss
Für wieviel muß diese Ausrede noch herhalten?
Sicher hat man sich an ein Betriebssystem gewöhnt, aber alles nur darauf zu schieben ist schlicht falsch. Mit MacOS kommt man auch ohne größere Probleme klar, obwohl man es noch nie zuvor gesehen hat.
Aaaachtung jetzt kommt der Hammer. *g*

Wie speichert denn MacOS seine Konfiguration? Als echtes Unix wird es doch hoffentlich die fstab auch in /etc und die main.cf von Postfix in /etc/postfix haben, oder?

MfG Peschmä
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Natas12
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Beitrag von Natas12 » 11.01.2005 08:28:07

eine frage (da ich kein entwickler bin):

wäre xml-konfiguration nicht einfacher zu automatisieren, da es ja ohnehin irgendwie validiert werden muss? momentan hat man doch in vielen config-files sektionen wie "don't touch anything under this" und ähnliches.

mit einem xml-format ließe sich leicht eine gui für "etwas fortgeschrittene" user bauen, die mal den einen oder anderen wert irgendwo ändern wollen, sich aber nicht besonders gut in der konfiguration auskennen.

wer ohnehin poweruser ist, der kann doch auch xml-dateien händisch editieren, die ja auch nur ascii-sind (nur halt etwas "komplexer").

daher finde ich projekte wie elektra gar nicht übel. es gibt zwei dinge, die ich gern realisiert sehen würde: elektra und autopackage...
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Tunix
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Beitrag von Tunix » 11.01.2005 09:56:00

Und XML bringt Dir genau was?

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Natas12
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Beitrag von Natas12 » 11.01.2005 11:11:38

xml bringt mir z.B. eine verreinheitlichung der syntax von konfigurationsdateien. damit ließen sich leichter tools schreiben, die diese konfigurationsdateien einlesen und verarbeiten. zusätzlich ließen sich grafische tools schreiben, die das editieren solcher konfigurationen ermöglichen. also eigentlich all das, was elektra macht.

was man dafür bräuchte, wäre eine dtd oder ein schema (xsd) für korrekte konfigurationen - also so etwas wie eine CML (config markup language)... ;-) aber vielleicht spinne ich auch nur herum und habe noch nicht genug kaffee intus.
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Beitrag von Tunix » 11.01.2005 11:37:29

ALso ich finde Option=Wert und #Kommentare schon ziemlich einheitlich ;) Un es ist definitiv einfacher, so eine Datei händisch zu bearbeiten, als eine wohlgeformte XML-Datei. Bei komplexeren Konfigdateien mag XML evtl. was bringen, aber die meisten Programme lesen bloß ein paar Wertepaare ein und dafür ist XML einfach nur Overkill, siehe dazu auch ersten Text in diesem Thread.

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Bert
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Beitrag von Bert » 11.01.2005 12:01:20

Obwohl ich gern XML einsetze, finde ich es für Konfigdateien, welche ich von hand editieren muss/kann ungeeignet. Einige der Jabber-Server Implementierungen setzen auf XML basierte Konfigs und das immer ein Grauen beim Editieren. Klar, für Programmierer, welche oft mit XL umgehen, ist das Auswerten der Konfig einfach. Aber für den Enduser?

Wieso?

Gute Konfigs hab nahe zu einem Parameter einen erläuternden Kommentar für den selbigen. Kein Problem mit XML, aber will ich jetzt einen ganzen Bereich aus dem XML auskomentieren, da ich die Funktionalität nicht brauche, geht der Ärger los, da XML keine verschachtelten Kommentare zuläßt. Sprich, man darf den ganzen Block Stückchenweise ein/auskommentiern.
Für den Anwender ergibt sich aus der Verwendung von XML kein Vorteil. Schlechtere Lesbarkeit (ok, es gibt gute grafische XML Editoren mit folden .., aber Administartion mach ich meist und lieber an der console), schlechteres Handlicg....
Die Vorteile sind also nur für den Programmieren da. Ich denk aber, das es für die gängigen Programmiersprachen Libs zum Auswerten der Standard Konfig Files gibt..

Bert
Programmer: A biological machine designed to convert caffeine into code.
xmpp:bert@debianforum.de

Cordess
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Beitrag von Cordess » 15.07.2006 02:43:14

Mossi hat geschrieben:Vielleicht sollte ich anbei noch eine Kleinigkeit erwähnen. Ich bin Software-Entwickler in verschiedenen Branchen. Zum Großteil verwenden meine Kunden Windows. Persönlich versuche ich aber, meine Tools weitestgehend systemunabhängig zu halten. Dies ist für mich der Grund, warum ich nur selten (außer auf Wunsch) irgendwelche Daten in der Registry von Windows ablege. Ich gehe das Risiko ein und stelle meine Programme mit einer Ini-Datei bereit. Die Optionen kann man natürlich auch per Oberfläche setzen falls eine Oberfläche vorhanden ist. Ich nenne es deswegen Risiko, weil es in der Windows-Welt ein recht eigenwilliger Weg ist.
Nun aber das worauf ich eigentlich hinaus will: Fast alle meiner Kunden sind mit einer solchen Konfigurationsmethode absolut zufrieden und ältere Kunden verlangen dies sogar als Voraussetzung für neue Projekte
Schön, aber jetzt stell dir mal vor du dürftest für deine Progamme nicht auf die
Windowsregistry zugreifen um zum Beispiel herauszufinden, welcher Drucker verfügbar ist oder welcher Browser der Standardbrowser ist.

Als Programmierer profitierst du doch direkt von der zentralen Konfigurationsdatenbank Namens Registry.
Man stelle sich vor Microsoft würde alles in einzelne Configdateien verpacken,
die natürlich auch noch völlig verschieden aufgebaut sind, so wie bei Linux.

Ja. Das wäre auch mit XML gegeben, aber wie bitte soll ein unerfahrener User eine XML-Datei bearbeiten, wenn keine Oberfläche zur Verfügung steht?
Ein unerfahrener User würde es auch gar nicht wagen in einer Plaintext Configdatei
herumzueditieren.
Das Problem fängt ja schon an, wenn er einen Optionsnamen falsch reinschreibt, dann geht nichts mehr, sofern er die möglichen Optionsnamen überhaupt kennt.

Also ist es von Vorteil dem unerfahrenen User gleich von Anfang an eine Oberfläche zur Verfügung stellen, dann kann er auch nichts falsch machen und hier
gewinnt dann xml gegenüber plaintext.

michaa7
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Beitrag von michaa7 » 15.07.2006 12:30:36

Hi,

die eingangsfrage zu diesem thread hat mich magisch angezogen. Auch ich gehöre zu den linuxusern, die mehr oder minder reine anwender sind, also keine programierkentnisse haben und mit dem rechner und seinem OS nicht vertrauter sein wollen/können als es zum funktionieren unbedingt sein muß. Auch für mich war von anfang an die orientierung in linux eines der hauptprobleme und ist es immer noch.
In aller regel heoßt das problem zunächstmal nicht: Wo geht das? Sondern wo finde ich? Wonach muß ich suchen?
Aus meiner begrenzten 2 jährigen linuxerfahrung weiß ich jedoch, dass unterm strich configtools ab einer gewissen größe ähnlich labyrinthisch sind wie /etc. Und wenn ich mir ein umfassendes configtool vorstelle fällt mir nur ein: ohjemmineeeee....

Aller erfahrung nach gibt es unter linux sehr einfache befehle und befehlsketten, die einem das leben mit linux ( = die orientierung darin ) erleichtern. Otto-normal-noob kennt die nur nicht bzw wird DIESEN wald vor lauter möglichkeiten. Als beispiel sie hier dieser thread erwähnt,den ich erst vor zwei tagen eröffnet habe weil ich ein paket nicht finden konnte:

http://debianforum.de/forum/viewtopic.php?t=70274

Obwohl ich die man von dpkg zu anderen zwecken schon mehrfach durchgelesen hatte war mir diese möglichkeit nicht klar.

Code: Alles auswählen

dpkg -L $PAKETNAME
Ich habe mir eine textdatei auf dem desktop angelegt, in die ich immer wieder derartige befehle einkopiere, die mir zur administration notwendig erscheinen, von denen mir aber klar ist, dass ich sie mir so schnell nicht auswendig werde merken können.
gruß

michaa7

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Menschen ändern gelegentlich ihre Ansichten, aber nur selten ihre Motive. (Oskar Negt)

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