Rechenschieber

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ralli
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Re: Rechenschieber

Beitrag von ralli » 01.04.2025 09:42:13

thunder11 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.04.2025 09:12:37
ralli hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.04.2025 07:49:32
Na ja der Rechenschieber war in den 50 iger bis Anfang sechziger Jahre ein Muß für Mathematiker und Ingenieure, obwohl er auch nur die Grundrechenarten beherrschte.
Was meinst du mit Grundrechenarten ? Die Dinger konnten sehr viel mehr (Log / Wurzeln /Potenzen)

OT zum Zeitvertreib:
Mal mit einem Desktop-Rechner ausrechnen z.B. Debiangnome-calculator:
log von ((Vierte Wurzel aus 81 + Dritte Wurzel aus 27) hoch drei)
Keine Einzelschritte, sondern einen Ausdruck angeben (das ist bei jedem Rechner wahrscheinlich unterschiedlich)
Na ja, hab ich wohl auf Wikipedia gelesen, das zumindest die ersten nur die Grundrechenarten konnten und es später spezielle, die eben auch viel mehr konnten. Das ist nicht mein persönliches Wissen, ich habe nie einen Rechenschieber besessen, aber dafür einen in Basic programmierbaren HP Taschenrechner, später einen Sharp PC 1500 A, soweit ich mich an 45 Jahre früher erinnere.

Gruß ralli

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Huo
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Re: Rechenschieber

Beitrag von Huo » 01.04.2025 10:04:36

Es gab sogar Rechenschieber mit diversen zusätzlichen Skalen, z.B. für Kubikpotenzen/-wurzeln oder Winkelfunktionen, die sich teilweise auf der Rückseite des Geräts befanden. Legendär ist wohl der Rechenschieber Aristo Trilog 0908, siehe die Original-Gebrauchsanleitung: https://www.rechenschieber.org/wordpres ... eitung.pdf

Chameleon
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Re: Rechenschieber

Beitrag von Chameleon » 01.04.2025 10:34:58

Und wenn ich dann solche Bewertungen lese
Meine Tochter hat den Rechenschieber zur 1 klasde bekommen. Sie hat es schnell Verstanden und konnte so eigen händig ihr Mathe aufgaben lösen
dann fällt mir nur noch "armes Deutschland" ein. ;)

uname
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Re: Rechenschieber

Beitrag von uname » 01.04.2025 10:43:04

Naja. Wenn sich KI erst mal so wie Suchmaschinen durchgesetzt hat, dann wird jeder jeden Text erst mal von der KI korrigieren lassen. Wobei eigentlich könnte Amazon das auch vollkommen automatisch tun. Dieser Text von mir wurde im Übrigen nicht durch eine KI korrigiert. Wer Fehler findet, darf sie daher gerne behalten.

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Re: Rechenschieber

Beitrag von user8111 » 01.04.2025 12:19:06

Chameleon hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.04.2025 10:34:58
Und wenn ich dann solche Bewertungen lese
Meine Tochter hat den Rechenschieber zur 1 klasde bekommen. Sie hat es schnell Verstanden und konnte so eigen händig ihr Mathe aufgaben lösen
dann fällt mir nur noch "armes Deutschland" ein. ;)
Solche Bewertungen kommen oft von bezahlten ausländischen Fake-Bewertungs-Schreibern.
Die sind kein Barometer für den Zustand der deutschen Schreibkunst ;)

https://www.pcworld.com/article/2392192 ... s-why.html

uname
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Re: Rechenschieber

Beitrag von uname » 01.04.2025 13:18:17

user8111 hat geschrieben:Solche Bewertungen kommen oft von bezahlten ausländischen Fake-Bewertungs-Schreibern.
Vielleicht werden die ja dann irgendwann durch KI ersetzt. Die Gefahr ist aber vielleicht, dass KI-Bewertungen dann als Fake von Amazon erkannt werden, da die eigentlichen Fake-Bewertungen vielleicht eine höhere Entropie aufweisen. Wobei KIs werden ja auch immer besser.

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Re: Rechenschieber

Beitrag von user8111 » 01.04.2025 14:53:27

uname hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.04.2025 13:18:17
user8111 hat geschrieben:Solche Bewertungen kommen oft von bezahlten ausländischen Fake-Bewertungs-Schreibern.
Vielleicht werden die ja dann irgendwann durch KI ersetzt. Die Gefahr ist aber vielleicht, dass KI-Bewertungen dann als Fake von Amazon erkannt werden, da die eigentlichen Fake-Bewertungen vielleicht eine höhere Entropie aufweisen. Wobei KIs werden ja auch immer besser.
Man könnte eine KI auf eine große Zahl realer Bewertungen finetunen. Dann müsste sie deren Stil nicht "künstlich" nachahmen, sondern würde ihn fast "natürlich" reproduzieren.

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Re: Rechenschieber

Beitrag von Dosianer » 03.04.2025 10:27:35

Das Thema ist für mich von so einer „nostalgischen Schwärmerei“, daß ich mich auch dazu äußern möchte. (Vorab: Ich bin nur sporadisch im Netz. Der letzte Stand vor meiner Antwort war der Beitrag von user8111, 1.04.25. Sollte es Überschneidungen geben, diese bitte ignorieren.)

In einem meiner ersten Beiträge in diesem Forum habe ich mich als über 40-jähriger Vogtländer vorgestellt. Ich präzisiere heute: sächsisches Vogtland, ehemals Bezirk K.-M.-Stadt der damaligen DDR.
Ich war der letzte Jahrgang (für die es nicht wissen: in der DDR gab es ein einheitliches Bildungssystem, das für jede Schule gleich war), der seine schriftlichen Abschlußprüfungen (10.Klasse) in Mathematik, Physik, Chemie mit dem Rechenschieber ablegte. (Tafelwerk gehörte auch dazu.)
Taschenrechner, zu dieser Zeit preislich für heute „exorbitant“ hoch, waren weder zu Prüfungen, noch im Unterricht erlaubt. (Jetzt nicht zum Thema: Es gab aber zu diesem Zeitpunkt schon „digitale Ruhla-Uhren“, die eine Taschenrechner-Funktion besaßen. - Aber das wußten auch unsere Lehrer.)

Ich habe das letzte mal vor ungefähr 5...9 Jahren (?) mit einer Art Rechenschieber gearbeitet. Genaugenommen war es eine „Drehscheibe, gefunden bei einer Haushaltsauflösung. Diese war aus harter Pappe, ca. 30 cm im Durchmesser, und wahrscheinlich nur zu Anschauungszwecken hergestellt; dennoch voll funktionstüchtig.

@Huo:
Ein ähnliches Teil wie Du es beschreibst, kenne ich auch. Ca. 10..12 cm im Durchmesser, Aufmachung wie eine Taschenuhr. Das dürften heutzutage Raritäten sein, waren in den (ich schätze jetzt mal) 20/30-er Jahren und dann auch noch viel länger aktuell.

@uname
Ich habe noch nicht nachgesehen, aber wie soll ein abgeschwächter Abakus (Soroban) mit nur 4+1 Kugel funktionieren. (Vor Jahren habe ich in einer Gaststätte einen Abakus gesehen. Der Wirt nutze diesen nur als Dekoration. Neugierig habe ich versucht, diesen auszuprobieren und zu Erstaunen des Wirtes, und auch meines, ist es mir nach einer Weile auch gelungen damit zu rechnen.) Grundlage des Abakus ist ein Dezimalsystem. Er bedarf also wenigstens 9 Kugeln (, wenn man eine Ziffer durch Abstand darstellt).
„... Vor Jahren habe ich mit meinem Soroban aus Spaß meine Kassenzettel vom Einkauf nachgerechnet ...“
Ich nehme eher an, daß Du mittels Hilfe der Kassenzettel Deine „Rechenkünste“ auf diesem Teil überprüft hast, grins.)


@Meillo
„… Man lernt dabei ... ein intuitives Verstaendnis fuer die Rechenwelt ... Das sorgt fuer mehr greifbares Gefuehl, im Gegensatz zu nur abstrakten Zahlen...
… Desweiteren finde ich es manchmal sehr praktisch, nicht nur ein Endergebnis zu haben, sondern sozusagen eine vollstaendige Tabelle von moeglichen Ergebnissen…“

Ups, diese Aussage ist mir unverständlich. Für mich besteht Mathematik hauptsächlich aus Zahlen und Logik statt Intuition. Es gibt nur ein! richtiges Ergebnis. (Was Runden von mathematischen Werten ergibt weiter unten.) Ich würde mir gern eine Antwort wünschen.)

Jetzt zum Thema zurück.
Ich bezweifle, daß die meisten heutigen Lehrer mit einem Rechenschieber umgehen können. Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Was ich aber sehr bedaure, ist bei Gebrauch eines Rechners das Wegfallen von Überschlagsrechnungen. Das Runden. Ein kleines Bsp. dazu. Vor über 30 Jahren hat mir ein Lehrer über eine Physik-Aufgabe berichtet, bei der die Geschwindigkeit eines von Hand gezogenen Schlittens mit Hilfe von Weg und Zeit berechnet werden sollte. Unter anderem war dabei eine „Lösung“ von ungefähr 130 Stundenkilometern. Ob der Fehler am Taschenrechnen“ lag, oder woanders ist nicht wichtig. Wichtig ist die Tatsache, daß hier absolut nicht mitgedacht wurde.

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Re: Rechenschieber

Beitrag von Meillo » 03.04.2025 11:47:50

Ich gehe gerne auf die zwei Aspekte ein.
Dosianer hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
03.04.2025 10:27:35
@Meillo
„… Man lernt dabei ... ein intuitives Verstaendnis fuer die Rechenwelt ... Das sorgt fuer mehr greifbares Gefuehl, im Gegensatz zu nur abstrakten Zahlen...“

Ups, diese Aussage ist mir unverständlich. Für mich besteht Mathematik hauptsächlich aus Zahlen und Logik statt Intuition.
Das ist fuer mich schon auch so. Darum habe ich auch das Wort ``nur'' genutzt, um auszudruecken, dass es darueber hinaus auch noch Intuition und Gefuehl gibt, die zusaetzlich auch wichtig sind.

Mathematik ist mehr als nur zu rechnen. Aber auch schon beim Rechnen hilft es, wenn man Zahlen nicht nur abstrakt wahrnimmt. Kopfrechnen funktioniert fuer Menschen unterschiedlich. Manche sehen die Zahlen beispielsweise grafisch vor sich, was sie sehr schnell rechnen laesst. Das ist mit einem rein abstrakten Verstaendnis so nicht moeglich, sondern es braucht ein ``intuitiveres'' Verstaendnis der Materie, d.h. sie muss sich ``natuerlich'' anfuehlen, um so spielerisch und direkt damit umzugehen.

Obgleich es fuer eine Rechnung nur ein richtiges Ergebnis gibt, gibt es beispielsweise fuer mathematische Probleme verschiedene Beweise, manche davon sind einfacher und andere schwieriger. Manche mathematischen Probleme sind so schwierig, dass nur die einfachsten Beweise von Menschen gefunden werden koennen. Dann ist es relevant, mit Intuition einen einfachen Weg zu waehlen. In aehnlicher Weise beim Kopfrechnen. Aufgaben, die man problemlos auf Papier und mit dem Taschenrechner ausrechnen kann, kann man oft nur dann auch im Kopf rechnen wenn man gute Praktiken und ein gutes Verstaendnis fuer die Mathematik entwickelt hat. (Beispielsweise wie man korrigieren muss wenn man statt 14*16 lieber 15*15 rechnet ... und ueberhaupt zu verstehen, dass man so arbeiten kann.)

Bei mathematischen Problemen scheitert rein abstraktes Verstaendnis oft irgendwann. Mit kreativen Ansaetzen, die auf einem natuerlichen, intuitiven und spielerischen Verstaendnis der Mathematik basieren, kann man dann augenscheinlich abstrakte Probleme aber loesen, indem man eine gute Idee hat.

Aus meiner Sicht hilft ein Rechenschieber -- im Vergleich zum Taschenrechner -- dabei, einen besseren Zugang zur Mathematik zu bekommen, weil dieser weniger abstrakt ist und mehr Verknuepfungen zu anderen Denkhilfsmittel aufbaut. Nur wenn sich die Mathematik natuerlich und intuitiv fuer einen anfuehlt, wird man auf ein bestimmtes Level kommen. Ein Rechenschieber unterstuetzt das IMO, da er es noetig macht, so ein Verstaendnis aufzubauen, um die Schwierigkeiten der Kopfarbeit bei seiner Benutzung zu bewaeltigen. Der Taschenrechner nimmt einem diese Schwierigkeiten scheinbar (!) ab. Man spart sich mit ihm einiges an Denkarbeit und bildet diese dadurch unwahrscheinlicher aus. Man kann es sich sozusagen auf der abstrakten Ebene bequem machen. Dadurch begrenzt man sich aber letztlich selbst.

Natuerliches Verstaendnis, Intuition und Kreativitaet sind also nicht als Gegensatz zu Abstraktheit und Logik zu verstehen, sondern als Ergaenzung, die einem die Mathematik vereinfachen.


Und hierzu:
Dosianer hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
03.04.2025 10:27:35
„… Desweiteren finde ich es manchmal sehr praktisch, nicht nur ein Endergebnis zu haben, sondern sozusagen eine vollstaendige Tabelle von moeglichen Ergebnissen…“

Es gibt nur ein! richtiges Ergebnis.
Damit hatte ich etwas anderes gemeint. :-D Natuerlich gibt es fuer eine Rechnung nur ein Ergebnis. In der Praxis sucht man aber oft Loesungen fuer Optimierungsprobleme oder will Auswirkungen abschaetzen.

Wenn ich beispielsweise Festplatten kaufen will und die Groesse mit den geringsten Kosten je GB suche, dann kann mir mir die Einzelwerte aller Angebote ausrechnen und in eine Tabelle schreiben, oder ich stelle den Rechenschieber auf das erste Angebot ein und vergleiche die anderen bei der gleichen Einstellung nur darauf, ob sie darunter liegen. Ich muss also nichts weiter rechnen oder einstellen, sondern nur vergleichen, weil die Einstellung schon passt. Ich sehe sofort, wieviel dann eine Festplatte in Groesse XY kosten muesste, bei glelchem GB-Preis. Abstrakt gesprochen: Dreisaetze bekomme ich geschenkt.

Oder ich will eine Holzplatte mit 900 cm^2 haben und ueberlege mir, welches Format sie haben soll. Da kann ich die Zunge des Rechenschiebers hin und her bewegen und dabei parallel beide Groessen sehen. Mit dem Taschenrechner muesste ich dafuer eine Tabelle ausrechnen, um mich zu entscheiden ... oder auch nur um ein Gefuehl dafuer zu bekommen, wie sich das Format veraendert.
Use ed once in a while!

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