Rechenschieber

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GregorS
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Rechenschieber

Beitrag von GregorS » 31.03.2025 10:28:02

Hallo zusammen!

Mein Jahrgang gehörte zu den ersten, die in der Schule mit einem Taschenrechner hantieren durften. Trotzdem habe ich mir „just for fun“ vor ein paar Jahren einen Rechenschieber zugelegt – als Kind fand ich faszinierend, dass man mit einem rein mechanischen Ding eine Multiplikation durchführen konnte und ich wollte endlich mal wissen (und begreifen), wie das „funktioniert“.

Seither finde ich blöd, dass solche Dinger im Schulunterricht nicht mehr zur Sprache geschweige denn zum Einsatz kommen. Immerhin lernt man ein paar gar nicht so unwichtige Kleinigkeiten damit, u.A.: Was eine logarithmische Skala ist, dass die Welt eine analoge ist und dass die Wichtigkeit einer großen Zahl an Nachkommastellen im Allgemeinen überschätzt wird.
Um mir diese Dinge ab und zu vor Augen zu führen befindet sich immer ein Rechenschieber in Reichweite. Aber natürlich wird das damit ermittelte Ergebnis immer mit einem Taschenrechner kontrolliert :-D Denn einen programmierbaren Casio habe ich auch immer noch.

Wie isses bei Euch? Könntet Ihr noch mit so einem Ding rechnen? Habt Ihr womöglich noch so ein Ding?

Viele Grüße

Gregor
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Meillo
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Re: Rechenschieber

Beitrag von Meillo » 31.03.2025 11:15:02

Ich finde das getrennte Rechnen von signifikaten Stellen und der Groessenordnung auch wertvoll. Man lernt dabei einen fliessenden Umgang und ein intuitives Verstaendnis fuer die Rechenwelt ... wenn man beispielsweise eine Zehnerpotenz weiterruecken muss, weil der Rechenschieber ``zu Ende'' ist. Das sorgt fuer mehr greifbares Gefuehl, im Gegensatz zu nur abstrakten Zahlen im Taschenrechner.

Desweiteren finde ich es manchmal sehr praktisch, nicht nur ein Endergebnis zu haben, sondern sozusagen eine vollstaendige Tabelle von moeglichen Ergebnissen zu sehen, weil ich fuer einen Anfangswert auf einen Blick alle Ergebnisse fuer beliebige Zweitwerte sehe. So kann ich dann gleichzeitig beim zweiten Faktor als auch beim Endergebnis einen gewuenschten Kompromiss suchen. Das ist einfacher als mit dem Taschenrechner zuerst viele Einzelwerte fuer eine Tabelle auszurechnen.

Allzuoft nutze ich den Rechenschieber leider nicht. Eigentlich kann ich auf die Schnelle auch nur Multiplizieren und Dividieren. Wurzeln und Quadrate finde ich schon auch. Weil ich nicht so in Uebung bin mache ich meist zuerst eine kleine Testrechnung, um mich nochmal zu vergewissern, dass ich noch weiss, wie's geht. ;-)

Auf einer einsamen Insel haette ich mit dem Rechenschieber jedenfalls mehr Spass als mit einem Taschenrechner. In der Praxis habe ich aber einen Taschenrechner (z.B. `bc') schneller zur Hand als meinen Rechenschieber. Nur der Mini-Rechenschieber im Ruecksack kommt (mangels Handy) immer wieder mal zum Einsatz, wenn ich unterwegs bin.
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B52
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Re: Rechenschieber

Beitrag von B52 » 31.03.2025 11:17:46

GregorS hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 10:28:02
Habt Ihr womöglich noch so ein Ding?
Klar doch. Damals im Werkunterricht bastelte ich einen Abakus ganz aus Holz. Steht heute noch als Zierde in der Wohnung. Leider habe ich einige farbige Kugeln verloren.
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Re: Rechenschieber

Beitrag von uname » 31.03.2025 11:28:50

Einen Rechenschieber habe ich auch noch. Für wirklich wichtige Berechnungen nutze ich aber einen Soroban also eine Art Abakus. Natürlich in der modernen Form mit 4 + 1 Kugeln. Sucht nach "Soroban". Ein "Soroban" kostet online unter 10 Euro. Weit besser als diese normalen Kugeldinger. Vielleicht ein Geschenk für eure Kinder und Enkel. Vor Jahren habe ich mit meinem Soroban aus Spaß meine Kassenzettel vom Einkauf nachgerechnet.

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MSfree
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Re: Rechenschieber

Beitrag von MSfree » 31.03.2025 11:46:54

Während meiner Schulzeit stand der Rechenschieber noch auf dem Lehrplan. Mein damaliger Mathelehrer hat das aber ignoriert mit der Begründung, daß wir ja inzwischen auch Taschenrechner benutzen dürften. Die Schule hatte damals einen Koffer voll Taschenrechner, die bei Bedarf an die Schüler verteilt wurden. Mit ein paar Klassenkameraden haben wir uns den Umgang mit dem Rechenschieber aber rein aus Spaß selbst beigebracht. Den durften wir dann sogar offiziell, weil immer noch auf dem Lehrplan, in Klassenarbeiten in den Fächern Chemie und Physik verwenden, während dort der Taschenrechner nicht erlaubt war.

Ich habe heute immer noch einen Rechenschieber in 12.5cm Ausführung dabei, kann damit auch noch umgehen.

Ob man mit so einem Teil heute noch in der Schule unterrichten sollte? Ich weiß nicht so recht. Einerseits werden die Teile nicht mehr hergestellt und sind nur noch gebraucht kaufbar. Andererseits hat heute jeder einen Rechner im Smartphone. Ich glaube nicht, daß man Schüler heute noch für diese antiquierte Technik begeistern kann. Gleiches gilt für Logarythmentafeln, mit denen ich zu meiner Schulzeit noch konfrontiert wurde. Keiner muß heute noch Multiplikationen durch Addition von Logarythmen ersetzen, das kann der elektronische Helfer schneller und genauer. Wer kein Verständnis für Mathematik entwickeln kann, wird das auch mithilfe von Rechenschiebern und Logarythmentafeln nicht können.

Was ich aber immer wieder beobachte, ist, daß die jüngeren nicht mehr Kopfrechnen können, nichtmal überschlagsweise. Die tippen irgendwelche Zahlen in den Taschenrechner und glauben schon fast religiös an das angezeigte Ergebnis, ohne die Rechnung im Kopf nachvollzogen zu haben. Dabei hat man ganz schnell mal das Multiplikationszeichens gedrückt statt des Divisionszeichen und das Ergebnis ist folglich völlig falsch.

Daß 1034 / 621 niemals 642114 ergeben, sollte nach der Überschlagsrechnung: 1000 / 600 ist ungefähr 1.7, eigentlich klar sein.

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Huo
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Re: Rechenschieber

Beitrag von Huo » 31.03.2025 11:58:06

Ich besitze einen alten vergilbten Rechenschieber, der wohl vom Anfang des letzten Jahrhunderts stammt und einst meinem Opa gehörte. Ich erinnere mich, dass er auch einen kreisrunden Rechenschieber benutzte, bei dem eine innere Scheibe gegen einen äußeren Ring gedreht wurde.
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Wer sich für Rechenschieber interessiert, sollte mal nach Bonn fahren. Dort besitzt das Arithmeum die wohl weltgrößte Sammlung historischer Rechenschieber.

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GregorS
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Re: Rechenschieber

Beitrag von GregorS » 31.03.2025 13:41:24

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 11:15:02
Desweiteren finde ich es manchmal sehr praktisch, nicht nur ein Endergebnis zu haben, sondern sozusagen eine vollstaendige Tabelle von moeglichen Ergebnissen zu sehen, weil ich fuer einen Anfangswert auf einen Blick alle Ergebnisse fuer beliebige Zweitwerte sehe. So kann ich dann gleichzeitig beim zweiten Faktor als auch beim Endergebnis einen gewuenschten Kompromiss suchen. Das ist einfacher als mit dem Taschenrechner zuerst viele Einzelwerte fuer eine Tabelle auszurechnen.
Uh, das ist ein Aspekt, der zwar offensichtlich, mir aber nie aufgefallen ist. Ich bin mangels Rechenschieber-Sozalisation der Typ, der in solchen Fällen zu einer Tabellenkalkulation greift. Ich mag mich fast schämen ...
Nur der Mini-Rechenschieber im Ruecksack kommt (mangels Handy) immer wieder mal zum Einsatz, wenn ich unterwegs bin.
Das kenne ich nicht. Ist das einfach nur eine auf die Hälfte verkleinerte Version für Leute mit guten Augen?

Apropos Rucksack und Tabellenkalkulation: Seit ich meinen Immer-Dabei-Tagesplaner durch ein kompaktes 12,3"-Notebook ersetzt habe, habe ich bc glücklicherweise immer schnell zur Hand. Aber mit einer kompakten Immer-Dabei-Rechenscheibe könnte ich sicher mehr Eindruck schinden.
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Re: Rechenschieber

Beitrag von uname » 31.03.2025 13:56:11

GregorS hat geschrieben: Seit ich meinen Immer-Dabei-Tagesplaner durch ein kompaktes 12,3"-Notebook ersetzt habe, habe ich bc glücklicherweise immer schnell zur Hand.
bc sollte nun auch endlich auf Android lauffähig sein. Linux-VM von Android im Test: Endlich ein Linux-Smartphone! (golem.de)

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Meillo
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Re: Rechenschieber

Beitrag von Meillo » 31.03.2025 14:12:54

GregorS hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 13:41:24
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 11:15:02
Nur der Mini-Rechenschieber im Ruecksack kommt (mangels Handy) immer wieder mal zum Einsatz, wenn ich unterwegs bin.
Das kenne ich nicht. Ist das einfach nur eine auf die Hälfte verkleinerte Version für Leute mit guten Augen?
Ja genau, er ist 15cm lang und steckt in einer Lederhuelle. -- Kleiner wie ein Handy, man kann damit aber nicht telefonieren. :-P
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Re: Rechenschieber

Beitrag von user8111 » 31.03.2025 14:26:45

In vielen Büros noch Standardwerkzeug bei modernem CAD:

Bild

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Re: Rechenschieber

Beitrag von MSfree » 31.03.2025 14:28:56

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 14:12:54
Kleiner wie ein Handy, man kann damit aber nicht telefonieren. :-P
Auch nicht, wenn du die Antenne rausziehst? :mrgreen:

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Re: Rechenschieber

Beitrag von Meillo » 31.03.2025 14:57:29

MSfree hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 14:28:56
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 14:12:54
Kleiner wie ein Handy, man kann damit aber nicht telefonieren. :-P
Auch nicht, wenn du die Antenne rausziehst? :mrgreen:
Ich wuerd's ja ausprobieren, aber ich sitze hier in einem Funkloch ... dessen Ausdehnung habe ich dafuer eben schnell mal mit dem Rechenschieber berechnet. :lol:
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ralli
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Re: Rechenschieber

Beitrag von ralli » 31.03.2025 16:24:04

Rechenschieber sind hochaktuell, guckst Du hier:

https://www.amazon.de/WISSNER%C2%AE-Ler ... r=8-5&th=1

Für die Bedienung ist allerdings ein Grundkurs in "Malen mit Zahlen" erforderlich. :mrgreen:

Gruß ralli

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Re: Rechenschieber

Beitrag von Meillo » 31.03.2025 16:53:01

ralli hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 16:24:04
Rechenschieber sind hochaktuell, guckst Du hier:

https://www.amazon.de/WISSNER%C2%AE-Ler ... r=8-5&th=1
Aus der Beschreibung:
Spielend Rechnen Lernen bis 100-25 x 5 x 17cm
Wow! Bis 6000cm kann man damit rechnen ... Cool! 8)


Wie man merkt habe ich es mit dem Rechenschieber ausgerechnet und das Ergebnis auf die eine signifikante Stelle genau angegeben. Wer hier 6375cm hinschreibt, hat mit dem Taschenrechner gerechnet und unterstellt eine uebermaessige Genauheit. :-P
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TuxPeter
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Re: Rechenschieber

Beitrag von TuxPeter » 31.03.2025 17:21:50

Ja, Rechenschieber und Logarithmentafel, vor allem letztere, gehörten bei meiner Schulzeit zum Matheunterricht. Da fing das mit dem Taschenrechnern gerade so an. Wenig später hatte ich einen wunderbaren Ferienjob bei einem Landvermesser, (hauptsächlich mit einer rotweiß-geringelten Stange in der Gegend herumlaufen oder -stehen), da waren schon gute, programmierbare hp-Rechner verfügbar. Als ich den Chef fragte, warum er so etwas nicht benutze, sondern so einen alten Rechenschieber, meinte der: Viel zu langsam. Ehe am Taschenrechner die ersten drei Ziffern eingetippt sind, kann ich schon mein Ergebnis ablesen. Und die Genauigkeit würde allemal reichen, es gäbe da so ein paar Rechentricks ...

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Re: Rechenschieber

Beitrag von uname » 31.03.2025 19:49:28

Mit dem Soroban wird heute noch schneller addiert als mit einem Taschenrechner.

Zur Vermessung der Welt empfehle ich mal den Youtube-Kanal von "Flo Plus". Schöne Beitrâge zur "Flachen Erde" und zu Geodäsie.

rodney
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Re: Rechenschieber

Beitrag von rodney » 31.03.2025 20:48:26

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 16:53:01

Aus der Beschreibung:
Spielend Rechnen Lernen bis 100-25 x 5 x 17cm
Wow! Bis 6000cm kann man damit rechnen ... Cool! 8)

Wie man merkt habe ich es mit dem Rechenschieber ausgerechnet und das Ergebnis auf die eine signifikante Stelle genau angegeben. Wer hier 6375cm hinschreibt, hat mit dem Taschenrechner gerechnet und unterstellt eine uebermaessige Genauheit. :-P
Meillo, sag mir bitte dass deine Berechnungen (Rechenschieber und Taschenrechner) nur eine Mathekompetenzuebung waren. :wink:

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Re: Rechenschieber

Beitrag von Meillo » 31.03.2025 22:07:06

rodney hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 20:48:26
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 16:53:01
Aus der Beschreibung:
Spielend Rechnen Lernen bis 100-25 x 5 x 17cm
Wow! Bis 6000cm kann man damit rechnen ... Cool! 8)

Wie man merkt habe ich es mit dem Rechenschieber ausgerechnet und das Ergebnis auf die eine signifikante Stelle genau angegeben. Wer hier 6375cm hinschreibt, hat mit dem Taschenrechner gerechnet und unterstellt eine uebermaessige Genauheit. :-P
Meillo, sag mir bitte dass deine Berechnungen (Rechenschieber und Taschenrechner) nur eine Mathekompetenzuebung waren. :wink:
Nein, es war nur eine Uebersprungshandlung meiner Frustration ueber das heutzutage normale Ausmass an typographischer Katastrophe. :roll:
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tobo
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Re: Rechenschieber

Beitrag von tobo » 31.03.2025 22:09:34

Der Windows-Taschenrechner hatte das früher in der Nicht-Wissenschaftlichen Darstellung auch nicht hinbekommen...

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Re: Rechenschieber

Beitrag von user8111 » 01.04.2025 07:19:56

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2025 22:07:06
Nein, es war nur eine Uebersprungshandlung meiner Frustration ueber das heutzutage normale Ausmass an typographischer Katastrophe. :roll:
Hmm, es fehlt ein Leerzeichen. Katastrophe ist ein bischen drüber, findest du nicht? ;)

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ralli
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Re: Rechenschieber

Beitrag von ralli » 01.04.2025 07:49:32

Na ja der Rechenschieber war in den 50 iger bis Anfang sechziger Jahre ein Muß für Mathematiker und Ingenieure, obwohl er auch nur die Grundrechenarten beherrschte. Als dann der erste HP Taschenrechner auf den Markt kam, (ich glaube, es war der HP30), hatte der Rechenschieber ausgedient. Und heute hapert es bei den Schülern bereits bei den Grundrechenarten. Ich habe gerne Kopfrechnen ausgeübt, und beim Kassieren im Discounter mitgerechnet .... aber das ist eine andere Geschichte.

Gruß ralli

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Re: Rechenschieber

Beitrag von mampfi » 01.04.2025 08:24:29

Auf ZDF Info gabs vor kurzem "Das war dann mal weg"

Da gabs die Info, dass man mit dem Rechenschieber schneller als mit dem Taschenrechner ist, wenn es um mehrere Zahlen geht.
Es gibt viele Foren und eine Welt ausserhalb

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Re: Rechenschieber

Beitrag von Zenturio19 » 01.04.2025 08:51:19

Hi,

wir hatten selbstverständlich in der Unterstufe Gymnasium noch mit Rechenschieber gerechnet, auch noch anfangs in der HTL - die Schulen hatten jeweils einen riesigen Rechenschieber als Lehrmittelbehelf, der an die Schultafel gehängt werden konnte. Mein Vater - ein Konstrukteur - hatte mir einen tollen Rechenschieber mit Elfenbein-Skala vermacht, d.h. genauer: verehren wollen ... in der Schule musste ein anderer her (Faber Castell). Mann, war er enttäuscht, dass ich mit dem ollen Ding nicht arbeiten durfte...

Während ich mich als erster Schüler der HTL mit unserem Schulheilgtum - einer PDP 8/e - mit wahnsinnig viel Kernspeicher (nämlich 8k) sowie Lochstreifenleser und -drucker beschäftigen durfte (ich berechnete die "Gleichstrommaschine" mit diesem Computer in Focal bzw. Basic), hat unsere Schule gemeinsam mit dem Elternverein die ersten Taschenrechner angeschafft - es dürfte ein HP30 oder HP-65 gewesen sein *). Er kostete damals ein Schweinegeld, jede Oberstufenklasse bekam ein Stück - und jeden Tag durfte selbigen ein anderer Schüler mit nach Hause nehmen.

*) Irgendwie komm' ich mit den Jahreszahlen im Wiki nicht zusammen: ich hab' 1975 maturiert (das Abitur gemacht) - den Klassen-Taschenrechner bekamen wir somit davor, muss also 73 oder 74 gewesen sein.

Bald darauf konnte ich mir auch einen programmierbaren Taschenrechner leisten - den TI SR-56 hab' ich heute noch zuhause. Während der o.g. HP damals eine ziemlich perverse Eingabe hatte - man musste "2" " ENTER" "5" und "+" drücken um 2 und 5 zu addieren - durften die Eingaben beim TI schon nach gewohnter Methode mit dem Istgleichzeichen getätigt werden.

LG

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Re: Rechenschieber

Beitrag von tobo » 01.04.2025 09:06:26

Zenturio19 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.04.2025 08:51:19
Während der o.g. HP damals eine ziemlich perverse Eingabe hatte - man musste "2" " ENTER" "5" und "+" drücken um 2 und 5 zu addieren [...]
Nennt sich umgedrehte (der Operator steht hinten) polnische Notation und könntest du mit Debiandc wieder auffrischen...

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thunder11
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Re: Rechenschieber

Beitrag von thunder11 » 01.04.2025 09:12:37

ralli hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.04.2025 07:49:32
Na ja der Rechenschieber war in den 50 iger bis Anfang sechziger Jahre ein Muß für Mathematiker und Ingenieure, obwohl er auch nur die Grundrechenarten beherrschte.
Was meinst du mit Grundrechenarten ? Die Dinger konnten sehr viel mehr (Log / Wurzeln /Potenzen)

OT zum Zeitvertreib:
Mal mit einem Desktop-Rechner ausrechnen z.B. Debiangnome-calculator:
log Zehnerlogarithmus von ((Vierte Wurzel aus 81 + Dritte Wurzel aus 27) hoch drei)
Keine Einzelschritte, sondern einen Ausdruck angeben (das ist bei jedem Rechner wahrscheinlich unterschiedlich)
Zuletzt geändert von thunder11 am 01.04.2025 09:49:01, insgesamt 1-mal geändert.

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